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Universität zu Köln, 15.04.02

Fußball am unfallträchtigsten

Fußball am unfallträchtigsten
Gesichtsverletzungen bei Leistungssportlern

Bis zu 150.000 Menschen jährlich ziehen sich in Deutschland beim Sport eine Gesichtsverletzung zu. Am häufigsten (ca. 37 Prozent) ereignen sich die Unfälle beim Volkssport Fußball. Die meisten Verletzungen im Gesicht sind oberflächlich, wie z.B. Platz- oder Rißwunden, aber auch Knochenbrüche bis hin zu Schädelfrakturen und Verletzungen der Kiefer und der Zähne kommen regelmäßig vor. Dies zeigt eine Studie von Dr. Robert Mischkowski, die an der Klinik für

Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität zu Köln erstellt wurde.

Neben Verkehrsunfällen und Gewalttaten gehört sportliche Betä-tigung zu den häufigsten Ursachen für Gesichtsverletzungen. Etwa 40 Millionen Deutsche treiben - zumindest unregelmäßig - Sport, die meisten von ihnen in ihrer Freizeit. Bis zu einein-halb Millionen von ihnen verletzen sich dabei jährlich. Da das Gesicht einerseits ein besonders hervorgehobenes Körperteil ist, gleichzeitig aber auch eines der empfindlichsten, ziehen viele dieser Verletzungen eine Operation und einen Kranken-hausaufenthalt nach sich. Häufig schließen sich auch noch Re-habilitationsmaßnahmen daran an. Im Falle des Freizeitsport-lers kann daher z.B. ein Knochenbruch im Gesicht durchaus zu einem mehrwöchigen Arbeitsausfall führen.

Nur ca. 3 Prozent aller Knochenbrüche im Gesichts- und Kiefer-bereich kommen bei Leistungssportlern vor. Die meisten Brüche ereignen sich sowohl bei ihnen als auch in der Gruppe der Nor-malbevölkerung im Unterkiefer- und Jochbeinbereich. Nasenbein-brüche und Brüche im Bereich der Stirnhöhle dagegen tauchen bei Leistungssportlern prozentual doppelt so häufig auf.

Bei insgesamt ca. 60 Prozent der Gesichtsverletzungen von Lei-stungssportlern müssen Knochenbrüche mittels einer Operation fixiert werden. Im Anschluß daran erfahren Leistungssportler eine besondere medizinische Behandlung. Meistens ist ein sta-tionärer Aufenthalt nötig, dessen Kosten sich im Durchschnitt auf ca. EUR 2550 belaufen, und dessen Dauer im Gegensatz zur Normalbevölkerung durchschnittlich einen Tag kürzer ist. Es wird versucht, durch besonders auf dem Sportler abgestimmte Therapien den Zeitraum des Leistungsausfalls so kurz wie mög-lich zu halten. Das Ergebnis dieser Behandlung muß über die Wiederherstellung der normalen Beweglichkeit hinaus dem Sport-ler die erneute außergewöhnliche körperliche Beanspruchung er-möglichen. Dabei erschwert das möglichst früh wieder einset-zende Training die Heilung der Wunden und birgt - so der Köl-ner Mediziner - bei Überbelastung die Gefahr einer weiteren Schädigung.

Leistungssportler sind neben der körperlichen Belastung einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt. Je höher das Lei-stungsniveau des Sportlers, desto höher ist auch der von Außen z.B. durch Betreuer an ihn herangetragene Druck. Hinzu kommt unter Umständen noch die Rolle als Werbeträger, die zusätzli-chen Leistungsdruck durch die Sponsoren mit sich bringt. Die-ser Druck wird nach Auffassung des Kölner Wissenschaftlers auf den behandelnden Arzt übertragen, der so selbst unter Zeit-druck steht, andererseits aber auch die optimale medizinische Betreuung leisten müssen.

Die medizinische Behandlung erfolgt in drei Abschnitten. In der ersten Phase findet die akute Versorgung der Verletzung z.B. durch eine Operation statt. Nach durchschnittlich zwei-einhalb Wochen kann in der zweiten Phase mit einem leichten Aufbautraining begonnen werden. Daran schließt sich nach einer weiteren Woche ein Training zur Wiederherstellung der normalen Belastbarkeit an, in dem auch die sportspezifischen Aktivitä-ten bis zu ihrem normalen Grad wieder aufgenommen und ver-stärkt werden. Zu diesem Zeitpunkt muß die Möglichkeit eines medizinischen Rückfalls ausgeschlossen sein, der Sportler ist also wieder voll einsatzfähig.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Siessegger unter der Telefon-nummer 0221/478-5775 und der Faxnummer 0221/478-5774 zur Ver-fügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplares wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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