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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 06.12.04

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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 06.12.04

Freund schenkt junger Frau ein zweites Leben: 500. Nierentransplantation am Uni-Klinikum Bonn

Am Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Bonn spendete jetzt ein junger Mann seiner 25-jährigen Lebenspartnerin eine intakte Niere: "Susanne soll frei ohne jegliche Einschränkung leben." In Anbetracht zunehmend langer Wartezeiten auf Spenderorgane führen Uni-Ärzte der Medizinischen Klinik I und der Urologischen Klinik solche Lebendspende-Nieren-Transplantationen seit rund sechs Jahren in enger Zusammenarbeit durch. Dabei blicken die Spezialisten des 1983 gegründeten Bonner Transplantationsprogramms auf eine langjährige Erfahrung zurück. Denn bereits vor gut 40 Jahren transplantierte Professor Dr. Winfried Vahlensieck, damals Oberarzt an der Chirurgischen Uni-Klinik, die erste Niere in Bonn.

Das Paar mit seinem Helfer-Team: Krankenpflegerin Yvonne Jorde (vorne li), Michael F. und Susanne K., Professor Sauerbruch (hinten li), Professor Müller, Dr. Pöge und Professor Klehr. Bilder zur Pressemitteilung gibt es im Internet unter http://www.uni-bonn.de>>Aktuelles>>Presseinformationen.
Johann Saba vom Foto + Medienzentrum 4.33/UKB

Die Diagnose "Akutes Nierenversagen" änderte das Leben von Susanne K. schlagartig. Denn gesunde Nieren säubern das Blut von toxischen Substanzen und scheiden diese mit dem Urin aus. So war jetzt eine künstliche Blutwäsche für die Siegburgerin lebensnotwendig. Hilfe fand sie am Universitätsklinikum Bonn. "Bei einer Nierenerkrankung bieten wir unseren Patienten alles - von der Diagnostik über Therapien zum Erhalt der Nierenfunktion sowie sämtliche Nierenersatzverfahren bis hin zur Pankreas-Nierentransplantation bei Diabetikern", sagt Professor Dr. Tilman Sauerbruch, Direktor der Medizinischen Klinik I. Die junge Patientin entschied sich für die Bauchfelldialyse - eine gleichwertige Alternative zur "Künstlichen Niere". Dabei fungiert das stark durchblutete Bauchfell als körpereigener Filter zur Blutreinigung. Fast vier Jahre lang ließ Susanne K. mehrmals am Tag selbst eine Dialyselösung mittels eines Katheters in ihre Bauchhöhle fließen. Doch ihr Leben wurde zunehmend von den festen Dialysezeiten bestimmt - das Aus für jegliche Spontanität: "Für mich stand von Anfang an eine Transplantation fest."


Lange Wartezeiten von bis zu sieben Jahren auf Spenderorgan

"Aufgrund des akuten Mangels an Spenderorganen ist die Lebendspende einer nahestehenden Person eine sinnvolle Option. Jede fünfte Nierentransplantation in Deutschland ist eine solche Lebend-Spende", konstatiert Professor Dr. Hans Ulrich Klehr, Leitender Oberarzt der Nephrologie an der Medizinischen Universitätsklinik I. Denn durch eine frühzeitige Transplantation habe der Patient nicht nur eine bessere Lebensqualität, sondern auch eine höhere Lebenserwartung. So bot Michael F. seiner Lebensgefährtin eine seiner intakten Nieren an: "Viel mehr Menschen sollten den Mut dazu aufbringen oder wenigstens einen Spenderausweis haben."

Vor dem Eingriff unter der Leitung von Professor Dr. Stefan C. Müller, Direktor der Universitätsklinik für Urologie, waren noch einige zeitaufwendige Hürden zu überwinden. Zahlreiche Untersuchungen stellten sicher, dass der 32-jährige Siegburger und seine Nieren kerngesund sind, und prüften, ob die Spenderniere gut zu Susanne K. passt. Zusätzlich besprach Dr. Uwe Pöge, der betreuende Arzt an der Medizinischen Klinik I, mit dem Paar Risiken und psychologische Aspekte des Eingriffs. "Eine Niere kann bis zu 80 Prozent die Funktion beider Nieren übernehmen. Dabei reichen sogar 50 Prozent völlig aus um 100 Jahre alt werden", erläutert Professor Müller. Abschließend klärte noch eine unabhängige Ethikkommission, ob Abhängigkeiten, wie beispielsweise finanzieller Art, zwischen beiden Betroffenen bestehen.

Bereits kurz nach der erfolgreichen Transplantation ist das Paar, das sich am Universitätsklinikum Bonn in guten Händen wusste, wieder wohlauf. "Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl. Ich fühle mich viel freier und mein Alltag ohne Dialyse ist viel einfacher", freut sich Susanne K.. Bald kann sie Sonntags mit Freund Michael auf dem Quad - ohne auf die Uhr zu gucken - über die Straßen brettern.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Hans Ulrich Klehr
Leitender Oberarzt Nephrologie
Medizinische Klinik I des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5244
E-Mail: klehr@uni-bonn.de


Dr. Inka Väth, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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