Hilfe: Sie befinden sich auf...

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 31.07.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 31.07.07

Fabelmonster in der Petrischale

Qualle mit mehreren Köpfen entdeckt

So sieht die Meduse von Eleutheria dichotoma in der Natur aus
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Meduse von Eleutheria dichotoma mit zwei Köpfen
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

In einer Geschichte aus der griechischen Mythologie besiegt Herkules die vielköpfige, im Wasser lebende Hydra. Die Geschichte wirkt märchenhaft - mehrköpfige Tiermonster gibt es nicht. Wissenschaftler aus dem Institut für Tierökologie und Zellbiologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover konnten jetzt das Gegenteil beweisen. Sie fanden vielköpfige Medusen (Quallen), die immer dann entstehen, wenn bestimmte Entwicklungsgene ausgeschaltet werden. Wie das Wissenschaftsmagazin PlosOne im Juli in seiner Online-Ausgabe berichtet (www.plosone.org/doi/pone.0000694), gelang es den Wissenschaftlern mittels einer für Meerestiere neuartigen Methode, so genannte Cnox-Gene im lebenden Tier zu blockieren. Diese Gene sind nahe verwandt mit den Hox-Genen der höheren Tiere und verantwortlich für die Ausbildung der Körpergrundgestalt entlang der Hauptkörperachse, also von vorne (anterior) nach hinten (posterior).


Während die Entstehung mehrköpfiger Tiere bisher lediglich als seltene Entwicklungsanomalie unbekannter Ursache bei verschiedenen Tieren bekannt war, wurde jetzt erstmals die Vielköpfigkeit als induzierbare und reproduzierbare Entwicklung gezeigt, indem ein einziges regulatorisches Gen experimentell ausgeschaltet wurde. Im Labor ist das Fabelwesen Hydra real geworden und liefert neue Erkenntnisse zur genetischen Steuerung der Kopfbildung bei Tieren. Wird ein bestimmtes Cnox-Gen ausgeschaltet, können die Wissenschaftler Medusen der Art Eleutheria dichotoma mit genau zwei Köpfen entstehen lassen, wobei beide Köpfe voll funktionsfähig, beispielsweise zur Nahrungsaufnahme, sind. In der Natur werden mehrköpfige Medusen oder andere Tiere kaum zu finden sein, da zusätzliche Köpfe bei sonst gleich bleibendem Körperbau keinen Selektionsvorteil bieten. Die TiHo-Forscher Dr. Wolfgang Jakob und Prof. Dr. Bernd Schierwater berichten jedoch, dass die gefundenen Bauplanveränderungen sehr wohl von großem Nutzen für die Evolution gewesen sein könnten. "Denkbar wäre, dass koloniebildende Nesseltiere, etwa die, die Korallenriffe aufbauen, aus einzeln lebenden Vorfahren hervorgegangen sind, indem diese parallel mit der Entstehung von mehreren Köpfen ihre hintere Körperregion so vergrößert und strukturiert haben, dass Tierkolonien entstehen konnten." sagt Schierwater. Hintergrund der Überlegungen ist, dass Nesseltier-Kolonien aus Einzeltieren entstehen indem zusätzliche Körperteile von einem Muttertier aus gebildet werden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den vielköpfigen Medusen der Wissenschaftler im Labor und dem vielköpfigen Fabelmonster Hydra bleibt erwähnenswert. Jedes Mal wenn Herkules der Hydra einen Kopf abschlug, wuchsen sogleich zwei neue Köpfe nach. Bei der Eleutheria-Meduse im Labor wächst nach Abtrennung eines Kopfes nur einer nach.

Fotos senden wir Ihnen auf Anfrage gern per E-Mail zu (presse@tiho-hannover.de).

Für weitere Informationen steht Ihnen gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Bernd Schierwater
Institut für Tierökologie und Zellbiologie
Tel.: (05 11) 9 53-88 80
E-Mail: bernd.schierwater@ecolevol.de


Sonja von Brethorst, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Erforschung von gesunden und krankhaften Umbauprozessen im Herzmuskel 
 Über 1.000 Tumorbehandlungen am Europäischen Cyberknife Zentrum in München