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Ludwig-Maximilians-Universität München, 21.11.03

Für den Erfolg im Kampf gegen den Krebs - Georg Heberer Award geht an LMU-Chirurgen

München, 21. November 2003 - Der Chirurg und Transplantationsforscher Dr. med. Markus Guba hat den Georg Heberer Award für die Entdeckung der Rolle eines Medikamentes zur Immunsuppression bei Organtransplantationen als Mittel im Kampf gegen den Krebs erhalten. Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hat den von der US-amerikanischen Chiles Foundation gestifteten Preis am 21. November 2003 im Rahmen des 531. Stiftungsfestes der Universität München verliehen. Der Georg Heberer Award ist mit 25.000 US-Dollar die derzeit höchstdotierte Auszeichnung für Chirurgische Forschung in Deutschland.


Eine der größten Gefahren für Organempfänger nach einer erfolgreichen Transplantation liegt in der lebenslang notwendigen Einnahme eines Medikamentes, das das natürliche körpereigene Immunsystem unterdrückt, um die Abstoßung des genetisch fremden Organs zu verhindern. Denn dadurch wird auch die körpereigene Abwehr gegen gefährliche Tumorzellen erheblich geschwächt, so dass die Patienten einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt sind, einen bösartigen Tumor oder ein Rezidiv des Tumors bei bestehender Krebserkrankung zu entwickeln. Bei den bisher eingesetzten Medikamenten ist dieses Risiko im Allgemeinen um das Vierfache und bei einzelnen Tumorarten sogar bis um das 500-fache erhöht.

Die Arbeitsgruppe um den Nachwuchsforscher Dr. Markus Guba untersuchte das neue Immunsuppressivum Rapamycin (RAPA) unter diesem wichtigen Aspekt. Dabei zeigte sich im Versuch an Mäusen eine überraschende Wirkung: Bösartige Tumore bildeten sich unter der Anwendung von Rapamycin zurück. Dieser Effekt wird der antiangiogenetischen Wirkung von RAPA zugeschrieben, das heißt, die Bildung von Blutgefäßen, die für das Wachstum von Tumoren wichtig sind, wird blockiert. Erfreulicherweise tritt diese Wirkung am effektivsten bei einer Dosierung auf, die auch für die Unterdrückung der Abstoßungsreaktion optimal ist.

Gerade Hochrisikopatienten können nun auf ein Leben mit einem neuen Organ hoffen, in dem die Angst vor dem Krebs sinkt. Weitere visionäre Einsatzmöglichkeiten für das Medikament in der Krebstherapie müssen noch erforscht werden (M. Guba et al.: Rapamycin inhibits primary and metastatic tumor growth by antiangiogenesis: involvement of vascular endothelial growth factor. Nature Medicine 2002, Vol. 8, Nr. 2: 128-135).

Mit der Verleihung des Georg Heberer Awards wird in diesem Jahr ein junger Nachwuchswissenschaftler gewürdigt, der seine bisherige wissenschaftliche Karriere ausschließlich an deutschen Forschungseinrichtungen absolviert hat. Guba, 33, studierte das Fach Humanmedizin in Regensburg und München. Er begann seine berufliche Laufbahn an der Chirurgischen Klinik der Universität Regensburg, bevor er 2002 an die Chirurgische Klinik und Poliklinik des Klinikums Großhadern der LMU wechselte. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Organtransplantation.

Der in diesem Jahr zum vierten Mal verliehene Georg Heberer Award ist nach dem international anerkannten Münchner Chirurgen und Wissenschaftler Prof. Dr. med. Dr. h.c. Georg Heberer (1920 - 1999) benannt. Mit der jährlichen Verleihung durch die LMU soll die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen auf dem Gebiet der Chirurgie gefördert und das wissenschaftliche Engagement an deutschen Forschungseinrichtungen und -fördereinrichtungen im In- und Ausland anerkannt werden. Gestiftet wird der Preis von der seit über 50 Jahren bestehenden Chiles Foundation, die die medizinische Forschung vor allem auf dem Gebiet der Krebsforschung unterstützt. Die Stiftung unterhält große Institute an der Boston University und der Stanford University sowie das Krebsforschungszentrum "Earle A. Chiles Research Institute" an der Oregon University in Portland.

Seit 1986 wird ein intensiver wissenschaftlicher Austausch zwischen der Chirurgischen Klinik des Klinikums Großhadern der LMU und der Harvard Medical School sowie der Oregon Health & Science University gepflegt. Begabte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen mit der Verleihung des großzügig dotierten Georg Heberer Awards unterstützt und ermuntert werden, ihre wissenschaftlichen Projekte im Rahmen internationaler Kooperationen an ihren Heimathochschulen weiterzuführen.

Ansprechpartner:

PD Dr. med. Rudolf A. Hatz
Chirurgische Klinik und Poliklinik des Klinikums Großhadern, LMU
Phone: 089 / 7095-3511
Fax: 089 / 7095-3508
E-Mail: hatz@gch.med.uni-muenchen.de


Cornelia Glees-zur Bonsen, Ludwig-Maximilians-Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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