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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 26.11.03

Entwicklung radiologischer Untersuchungsmethoden

Dr. Biederer und seine Doktoranden mit dem Thoraxmodell am Computertomographen. copyright: CAU Kiel

Entwicklung radiologischer Untersuchungsmethoden
Kieler und Aachener Ärzte arbeiten mit neuartigem Modell

Die Kieler Klinik für Diagnostische Radiologie lieferte dem Universitätsklinikum der RWTH Aachen ein neuartiges Modell, das dazu dient, radiologische Untersuchungsmethoden zu verbessern. Das an der Radiologie der Kieler Uniklinik entwickelte Thoraxmodell besteht aus einem Plexiglas-Behälter in der Größe eines Oberkörpers, der es ermöglicht, anstelle von Versuchstieren Herz und Lungen von Schlachtschweinen für medizinische Experimente zu verwenden.


Die Kieler Radiologen haben es bisher genutzt, um strahlungsfreie Untersuchungsmethoden wie die Magnetresonanztomographie (MRT) mit den herkömmlichen Untersuchungsmethoden, die Röntgenstrahlen erfordern, zu vergleichen. Während in Kiel mit dem künstlichen Brustkorb, einer Erfindung des Oberarztes Dr. Jürgen Biederer, vor allem Untersuchungsmethoden bei Lungengewebserkrankungen und bösartigen Erkrankungen wie Krebs verbessert werden, nutzen die Wissenschaftler der Klinik für Radiologische Diagnostik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) das neue Modell, um Methoden zur Darstellung der Lungendurchblutung (Lungenembolie) zu untersuchen. Mit dieser Arbeitsteilung kann das in beiden Zentren vorhandene Know-how vereinigt werden. Es sollen Daten ausgetauscht und Projekte gemeinsam angestoßen werden.

Das mit den tierischen Organen versehene Thoraxmodell wird wie ein Patient auf die Untersuchungsliege gelegt. Biederer erklärt: "Das Schöne an dem Modell ist, dass für die Versuche kein Tier geopfert wird." Untersucht wird z.B., wie genau die bisherigen Untersuchungen tatsächlich sind und wieweit sich klinisch wichtige Informationen auch mit ganz anderen Methoden nachweisen lassen. Die strahlungsfreien Untersuchungsmethoden wurden damit in Kiel so weit entwickelt, dass sie bei Patienten, die sich häufigen Lungenuntersuchungen unterziehen müssen, oder Kindern und Schwangeren, bei denen eine Röntgenuntersuchung möglichst unterbleiben sollte, als ernstzunehmende Alternativverfahren eingesetzt werden können.

Für seine Entwicklung wurde der 34-jährige Oberarzt in diesem Jahr auf der Tagung der Deutschen Röntgengesellschaft in Wiesbaden mit dem Erfinderpreis ausgezeichnet.

Zur Zeit gibt es vier Thoraxmodelle, drei in Kiel und eines in Aachen. Biederer hatte das Modell erstmals 2002 auf einem Fachkongress in den USA vorgestellt. Forscher aus dem In- und Ausland bekundeten großes Interesse. Das Patent für die Erfindung liegt bei Biederer, in Serie wird das Modell aber bisher nicht hergestellt. Bei den vorhandenen Modellen leisteten die Kieler Modellbaufirma Hinz sowie der Vater des Kieler Forschers, ein Osnabrücker Ingenieur, Entwicklungsarbeit.

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Klinik für Diagnostische Radiologie,
PD Dr. Jürgen Biederer, Fon: 0431-597-1365, Fax: 0431 597-3151,
juergen.biederer@rad.uni-kiel.de

Foto: Dr. Biederer (re.) und zwei seiner Doktoranden (Nevin Inan und Kai Behrend) mit dem Thoraxmodell am Computertomographen. Die Lunge ist durch Entlüftung des Behälters entfaltet. Das Thoraxmodell wird wie ein Patient auf die Untersuchungsliege gelegt und anschließend untersucht.
Copyright: CAU

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse und Kommunikation, Leiterin: Susanne Schuck
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
e-mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de


Susanne Schuck, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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