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Umweltbundesamt (UBA), 17.01.00

Energiequelle Holz schützt das Klima und schont Ressourcen

In Deutschland soll bis zum Jahr 2010 der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von heute zwei auf vier Prozent und an der Stromerzeugung von heute fünf auf zehn Prozent verdoppelt werden. Bis 2050 sollen 50 Prozent der Primärenergie regenerativ erzeugt werden. Hierbei kommt der energetischen Nutzung von Biomasse, dazu gehört auch Holz, eine herausragende Rolle zu. "Wir müssen die erneuerbaren Energiequellen nutzen, die wir hier in Deutschland haben", sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. "Damit schaffen und erhalten wir auch Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft."

Für eine stärkere Nutzung von Holz kommen neben kleinen Feuerungsanlagen der Haushalte vor allem größere Anlagen zur dezentralen Energieversorgung, zum Beispiel kommunale Heiz(kraft)werke zur Nahwärmeversorgung, in Frage.
Auch die Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken ist möglich. Eine vielversprechende Variante ist die Vergasung von Holz und die Nutzung des dabei entstehenden Gases in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Die entsprechende Technik ist in Entwicklung und wird in naher Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Von den genannten vier Möglichkeiten schneiden unter Luftreinhalteaspekten die Haushaltsfeuerungen relativ schlecht ab. Diese kleinen Anlagen, zum Beispiel Einzelöfen oder Stückholz-Heizkessel, weisen im Vergleich zu Öl- oder Gasfeuerungsanlagen höhere Emissionen bestimmter Luftschadstoffe auf - insbesondere Kohlenmonoxid, (Fein-)Staub, Ruß und Kohlenwasserstoffverbindungen. Infolge der niedrigen Schornsteinhöhen von Wohngebäuden kann dies unter Umständen zu erheblichen Belästigungen der Nachbarschaft führen. Als interessante Alternative zu den klassischen Hausbrandfeuerstätten bieten sich Heizanlagen für den Einsatz sogenannter Holzpellets, kleinen Holzpresslingen, an. Holzpelletfeuerungen sind besonders emissionsarm, da sie einen Brennstoff mit einheitlicher Beschaffenheit verwenden und weitgehend automatisch betrieben werden können. Die Verbreitung dieser innovativen Feuerungstechnik wird vom Umweltbundesamt begrüßt. Sie wird bereits durch Förderprogramme, zum Beispiel das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien des Bundeswirtschaftsministeriums, unterstützt.
Größere und leistungsstärkere Anlagen haben einen höheren Wirkungsgrad. Wegen ihrer besseren Feuerungstechnik und einer weiter reichenden Automatisierung ist ihr spezifischer Schadstoffausstoß geringer als bei Kleinanlagen. Sie sind deshalb aus Sicht des Umweltschutzes zu bevorzugen. Errichtung und Betrieb derartiger Anlagen sind jedoch noch teuer und setzen eine Einbindung in ein geeignetes Energieversorgungskonzept voraus, das sich von der Brennstoffbereitstellung bis zur Abnahme von Wärme sowie gegebenenfalls elektrischem Strom erstreckt. Mit der Verteuerung der fossilen Brennstoffe Heizöl und Erdgas im Zuge der Ökologischen Steuerreform werden Anlagen zur Holzenergienutzung allerdings immer wirtschaftlicher. Das Umweltbundesamt begrüßt die geplante Fortschreibung des Stromeinspeisungsgesetzes zum künftigen Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die besonders vorteilhafte Holzenergienutzung mit Kraft-Wärme-Kopplung weiter verbessert.

Berlin, den 17.01.2000


Jana Schmidt, Umweltbundesamt (UBA)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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