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Universität zu Köln, 11.07.02

Der effektivste Weg zur Heilung gesucht

Lebensqualitäts-Forschung am Patien-ten: das heißt Wege finden, das körperliche und geistige Befinden des Patienten zu ermitteln. Darauf aufbauend kann dann der Verlauf einer Therapie effektiv bestimmt werden. Bei diesem Ansatz ist das Hauptinteresse des Mediziners auf das subjektive Empfinden des Patienten gerichtet. Die enge Verbindung zwischen Arzt und Patienten ermöglicht eine bessere Einschätzung der Heilungsmöglichkeiten. Dr. Annkathrin Küching aus dem Zentrum für Innere Medizin der Universität zu Köln untersuchte zu diesem Zweck die Chancen der methodischen Lebensqualitäts-Forschung, um ein verbessertes 'outcome' einer Therapie zu ermöglichen.

Der effektivste Weg zur Heilung gesucht
Lebensqualitäts-Forschung als Alternative zur Apparate-Medizin

Lebensqualitäts-Forschung am Patien-ten: das heißt Wege finden, das körperliche und geistige Befinden des Patienten zu ermitteln. Darauf aufbauend kann dann der Verlauf einer Therapie effektiv bestimmt werden. Bei diesem Ansatz ist das Hauptinteresse des Mediziners auf das subjektive Empfinden des Patienten gerichtet. Die enge Verbindung zwischen Arzt und Patienten ermöglicht eine bessere Einschätzung der Heilungsmöglichkeiten. Dr. Annkathrin Küching aus dem Zentrum für Innere Medizin der Universität zu Köln untersuchte zu diesem Zweck die Chancen der methodischen Lebensqualitäts-Forschung, um ein verbessertes 'outcome' einer Therapie zu ermöglichen.


Die gezielt methodische Erforschung der Lebensqualität eines Patienten ist die Weiterentwicklung der einfachen Frage "Wie geht es Ihnen?" Die sogenannte Lebensqualität ist ein Kon-strukt. Das bedeutet, dass Lebensqualität nicht direkt beob-achtbar ist. Um dieses Konstrukt greifbar, erfassbar und mess-bar zu machen, müssen Definitionen für Lebensqualität geschaf-fen werden. Der Beurteilende der Lebensqualität ist der Pati-ent selbst; als Anhaltspunkte für die Messung von Lebensquali-tät gelten die Bereiche physisches, psychologisches und sozia-les Befinden. Durch gezielte Fragen nach dem Grad der Einge-schränktheit bei bestimmten körperlichen Aktivitäten, wie etwa dem Treppensteigen, wird die Verfassung des Patienten ermit-telt. Auch Fragen danach, inwiefern die körperliche Gesundheit den Bekanntenkreis oder die Familie einschränkt, gehören zur Ermittlung der Lebensqualität eines Patienten mit dazu.

Die Ausrichtung einer Therapie auf einen Patienten hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zum Beispiel kann nach Ansicht Dr. Küchings die Therapie eines zufriedenen Patienten beibehalten werden, wenn Veränderungen aus medizinischer Sicht nicht not-wendig sind. Wenn allerdings ein Patient seine Erkrankung und die damit zusammenhängenden Belastungen als extrem große Ein-schränkung empfindet, gilt es zu entscheiden, ob der Patient eine radikale Änderung der Therapie wünscht oder aber, ob der Patient durch eine Reduktion der Therapiemaßnahmen eine Besse-rung in der Lebensqualität erfahren würde.

Viele Patienten ziehen ein unbeschwerteres Leben der sogenann-ten Apparate-Medizin vor. Zu starke Nebenwirkungen von Medika-menten schrecken manche Patienten ab, so dass sie dazu tendie-ren, auf radikale Therapiemaßnahmen zu verzichten. Andere Pa-tienten dagegen wünschen, dass alles Menschenmögliche für sie getan wird und nehmen daher - in der Hoffnung auf langfristige Heilung - Nebenwirkungen und eine zeitweilige Einschränkung ihrer Lebensqualität in Kauf. Die Lebensqualitäts-Forschung gibt Ärzten konkrete Anhaltspunkte, um eine auf den Patienten zugeschnittene Entscheidung über Therapiemaßnahmen zu treffen.

In der Diskussion um eine sinnvolle wie auch effektive Gesund-heitspolitik ist die Lebensqualitäts-Studie Dr. Küchings be-sonders interessant. Statt Therapien einfach ziellos anzuwen-den, ohne dabei den direkten Nutzen am Patienten zu ermitteln, rückt hier eine Auseinandersetzung mit der richtigen Therapie für den richtigen Patienten in den Mittelpunkt der Betrach-tung. Gleichzeitig ist die Lebensqualitäts-Forschung eine Me-thode, um eine engere Beziehung zum Patienten zu schaffen.

Verantwortlich: Melanie Schmidt

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Erland Erdmann unter der Telefonnummer 0221-478/4503, der Faxnummer 0221-478/6275 und der E-Mail Adresse erland.erdmann@uni-koeln.de zur Verfü-gung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web
(http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplars wären wir Ihnen dank-bar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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