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Universität zu Köln, 07.09.99

Ecstasykonsum und der Beigebrauch anderer Drogen

Aufputscher und Abwärmer

Bei Konsumenten von Amphetaminen und deren Derivaten wie Ecstasy kommt es in nahezu hundert Prozent der Fälle zu einem Beigebrauch weiterer Drogen wie Cannabis, Kokain oder Alkohol. Ein möglicher Grund dafür kann die gegensätzliche Wirkung der Drogen sein. Die aufputschende Amphetaminwirkung soll mit Hilfe von dämpfenden Drogen kompensiert werden, damit der Konsument wieder zur Ruhe kommen kann. Das wird in der Szene dann als "Runterkommen" oder "Abwärmen" bezeichnet. Zu diesem Ergebnis gelangt Professor Dr. Herbert Käferstein in einer Studie, die er mit seiner Arbeitsgruppe im Institut für Rechtsmedizin der Universität zu Köln erstellte.


Insgesamt hat der Gebrauch von Ecstasy in den letzten Jahren stark zugenommen, nachdem die Designerdroge im Jahre 1993 zum ersten Mal vermehrt aufgetaucht ist. Mit ihr stieg auch der Beigebrauch anderer Drogen. Seit dem Jahr 1994 griff knapp die Hälfte der Ecstasy- und Amphetaminkonsumenten zu ein bis zwei weiteren Drogen. Gängige "Zusatzdrogen" sind dabei Cannabis, Cocain, Opiate und Alkohol. Bei den Ecstasy-Konsumenten trat in den letzten Jahren besonders der Beigebrauch von Cannabis und Alkohol in den Vordergrund, während der Opiatkonsum zurückging.
Auch der Amphetaminkonsum wird gerne mit Cannabis und Alkohol kombiniert. Hier ist zudem in den Jahren 1995 und 1996 eine Zunahme des zusätzlichen Opiatgebrauchs zu verzeichnen.

Professor Käferstein weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Wahl der "Abwärmer-Droge" einen wesentlichen Einfluß auf die zukünftige Drogenkarriere hat, denn nicht selten kann der Amphetaminkonsum auch zum Gebrauch härterer Drogen wie Heroin führen. Damit können Amphetamin und Ecstasy schon als Einstiegsdrogen aufgefaßt werden.

Doch auch schon der alleinige Gebrauch von Amphetaminen oder Amphetaminderivaten kann unter anderem akute Wirkungen wie Halluzinationen, Steigerung der Herzfrequenz und Hyperthermie hervorrufen. Chronische Folgen davon sind zum Beispiel Schlafstörungen, Leistungsabfall oder Depressionen. Die aus dem zusätzlichen Gebrauch weiterer Drogen resultierenden Wechselwirkungen können den Körper noch stärker beeinflussen und wirken sich negativ auf die Verkehrs- und Arbeitswelt und die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Konsumenten aus.

Allein aus diesem Grunde und mit Blick auf den Beikonsum anderer Drogen warnt Professor Käferstein vor einer Verharmlosung des Umgangs mit Amphetamin und Ecstasy, welche in der Fachpresse und auch zunehmend in den allgemeinen Medien verbreitet wird.

Altersbezogen zeigt die Studie deutliche Unterschiede bei männlichen und weiblichen Amphetamin-Konsumenten auf. Während das mittlere Lebensalter der Frauen zwischen 24 und 30 Jahren liegt, beträgt das der Männer nur 25 bis 27 Jahre. Die Altersspanne ist hier also wesentlich geringer. Ecstasy-Konsumenten sind im Mittel zwei bis drei Jahre jünger. Dabei greifen Männer bis zu zwanzig Mal mehr zur Droge als Frauen.

Verantwortlich: Birgit Gerkmann

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Hildegard Graß unter der Telefonnummer 0221/478-4278, der Fax-Nummer 0221/478-3496 und der Email- Adresse Hildegard.Grass@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

Für die Übersendung eines Belegexemplares wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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