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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 29.05.07

Dt. Schlaganfall-Gesellschaft: Kokain und Amphetamine können Schlaganfall auslösen

"Amphetamine und Kokain können den Blutdruck schlagartig erhöhen, bei Kokain kann es auch zu einem Gefäßkrampf kommen", warnt Professor Dr. med. Martin Grond, 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen. Bei Amphetaminen können Blutgefäße im Gehirn platzen, es kommt zur Hirnblutung. Die US-Studie hat ergeben, dass Amphetamin-Konsumenten ein fünffach erhöhtes Risiko für eine Hirnblutung haben, den sogenannten hämorrhagischen Schlaganfall. "Er führt zu massiven Hirnschäden und endet häufig tödlich", erläutert Grond. Die andere Form ist der ischämische Schlaganfall, ausgelöst durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Auch hier sterben innerhalb weniger Minuten die Hirnzellen ab. Nach der US-Studie verdoppelte Kokain sowohl das Risiko des ischämischen als auch des hämorrhagischen Schlaganfalls.

Grond warnt davor, die Wirkung von Amphetaminen und Kokain zu verharmlosen. Gerade junge Menschen seien sich der Gefahren oft nicht bewusst. Für sie seien Schlaganfälle eine Erkrankung älterer Menschen. Ein schwerer Irrtum, wie die tägliche Erfahrung an den Stroke Units, den Spezialabteilungen für Schlaganfall-Patienten, zeigen. "Immer wieder sehen wir Patienten, die mit 40, 30 oder sogar schon mit 20 Jahren einen Schlaganfall erleiden", erläutert Martin Grond. Ein tragischer Anblick, wenn man bedenkt welche schwerwiegenden Folgen ein Schlaganfall auf das Leben eines Betroffenen haben kann, so der Experte weiter. In Deutschland haben in der Altergruppe von 12 bis 59 Jahren 1.645.00 Personen Erfahrung mit Amphetaminen. In Bezug auf Kokain sind es 1.463.000 Personen der gleichen Altergruppe, so der "REITOX Bericht für Deutschland 2006".

Quellen:
Westover AN; McBride, S; Haley R: Stroke in Young Adults Who Abuse Amphetamines or Cocaine. A Population-Based Study of Hospitalized Patients. Arch Gen Psychiatry 2007; 64: 495-502.

Bericht 2006 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD; DEUTSCHLAND; Neue Entwicklungen, Trends und Hintergrundinformationen zu Schwerpunktthemen; Drogensituation 2006; http://www.dbdd.de/home.htm

Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Pressestelle
Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931 163
Fax: 0711 89 31 167
E-Mail: jakobi@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen:


Medizin - Kommunikation, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachges
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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