Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universitätsklinikum Heidelberg, 27.07.05

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universitätsklinikum Heidelberg, 27.07.05

Diagnose im Schlaf

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg erweitert ihr Schlaflabor auf zwei Untersuchungsplätze

Schlaflabore tun nicht weh: Mit Messfühlern werden Hirnströme und andere Körperfunktionen registriert.
Foto: Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg

Die Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg hat jetzt ihr Schlaflabor für junge Patienten - von Frühgeborenen bis hin zu 16jährigen Jugendlichen - von einem auf zwei Untersuchungsplätze erweitert. Dort werden junge Patienten untersucht, die an Schlafstörungen leiden oder die durch ihre Erkrankungen während des Schlafs besonders gefährdet sind.

"Wir reagieren mit der Erweiterung auf die zunehmende Nachfrage", sagt der Leiter des Schlaflabors, Oberarzt Dr. Jürgen Brüssau. "Zu uns kommen Kinder aus dem gesamten südwestdeutschen Raum, da es nicht viele solcher Einrichtungen gibt." Bislang wurden im Heidelberger Schlaflabor 180 Kinder pro Jahr untersucht.


Schlafstörungen können ernste Folgen haben

"Meist sind Schlafstörungen bei den Kleinen harmlos. Die Ursachen können einfach behoben werden oder verschwinden mit der Zeit von selbst. Solche Fälle müssen nicht im Schlaflabor untersucht werden", erklärt Dr. Jürgen Brüssau. Schlafstörungen können jedoch auch ernste Folgen haben, z.B. leiden die Kinder unter Konzentrations- und Lernschwäche, Wachstumsstörungen oder Herz-Kreislauf-Problemen.

Störungen der Atmung sind die häufigsten Ursachen, die Kinder an einem erholsamen Schlaf hindern. Oft schnarchen die Kleinen auch, im Vorschulalter immerhin zehn Prozent der Kinder. Zugrunde liegen z.B. vergrößerte Mandeln oder Polypen, Kieferfehlbildungen, aber auch chronische Erkrankungen wie Asthma und Allergien.

Im Säuglingsalter erfolgen Schlafuntersuchungen vor allem, wenn ein Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht. Ein erhöhtes Risiko haben Frühgeborene, Säuglinge mit Lungenerkrankungen und Kinder, bei denen bereits ein Atemstillstand oder ein plötzliches "Blauwerden" beobachtet wurde. Wenn ein Geschwisterkind am plötzlichen Kindstod verstorben ist, werden Schlafuntersuchungen durchgeführt. Weitere Gründe für Schlafuntersuchungen bei Kindern sind Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, epileptische Anfälle oder so genannte "unruhige Beine" ("Restless Legs Syndrome") während des Schlafes.

Schlaflabore tun nicht weh / Körperfunktionen mit Messfühlern bestimmt

Im Schlaflabor schlafen die Kinder in einem ganz normalen Bett bzw. Säuglingsbettchen. "Wichtig ist: Schlaflabore tun nicht weh", betont Dr. Jürgen Brüssau. Zahlreiche Körperfunktionen wie Atem-, Augen- und Kinnbewegungen, Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration, Herzschlag und Hirnströme können mit Messfühlern, die vor dem Schlafen angeklebt werden, bestimmt werden. In einem Nachbarraum überwachen die Ärzte und Kinderkrankenschwestern an Monitoren die Messdaten. Über eine Infrarot-Video-Kamera ist das Kind trotz des abgedunkelten Schlafraumes ständig zu sehen.

Wenn auch nicht schmerzhaft, so sind die Untersuchungen doch aufwendig. Deshalb führen die Eltern vor der Aufnahme ins Schlaflabor - möglichst über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen - ein Schlafprotokoll und füllen einen umfangreichen Fragebogen aus. Zusammen mit der Voruntersuchung durch die Experten und Rücksprache mit dem niedergelassenen Arzt können so bereits viele Fälle ohne Schlaflabor-Termin abgeklärt werden.

Eine Begleitperson kann bei dem Kind übernachten. Je nach Alter bleiben die Kleinen für ein bis drei Nächte. Tagsüber können sie ganz normal in den Kindergarten oder die Schule bzw. nach Hause gehen.

Gaumenplatte korrigiert Kieferfehlbildungen und lindert Atembeschwerden

Auch klinische Studien führen die Experten im Heidelberger Schlaflabor durch. Gemeinsam mit den Kollegen der Mund-Zahn-Kiefer-Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Dr. Joachim Mühling) untersuchen die Ärzte den Einsatz spezieller Gaumenplatten bei Kindern mit bestimmten Gaumen-Kieferfehlbildungen. Die betroffenen Kinder leiden oft unter schweren Atemproblemen. Mit Hilfe der Gaumenplatte kann die Fehlbildung korrigiert werden und die Atemwegsbehinderungen nehmen deutlich ab.

Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Brüssau
E-Mail: juergen_bruessau@med.uni-heidelberg.de
Tel. (Sekretariat Neonatalogie, Viktoria Karulewski): 06221 / 56 19 83

Informationen im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=6495

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Die Evolution der Pflanzenzelle - Äußere Hülle der Chloroplasten wohl bakterielles Erbe 
 Erforschen, was der Computer für Wissenschaftler tun kann