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Technische Universität Dresden, 05.04.00

Diabetes-Arbeitsgruppe bietet molekulargenetische Untersuchungen an

Analytica in München (11 bis 14. April 2000)

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe für Rheumatologie und Stoffwechselerkrankungen der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Dresden präsentiert sich auf der Analytica in München als Partner für klinische Studien. Die Gruppe bietet molekularbiologische Methoden zur differenzierten Diabetes-Diagnostik an, die angesichts des wachsenden Alters der Bevölkerung und der hohen Anzahl von Diabetikern dringend erforderlich ist.


Unter Leitung von Privatdozent Dr. Jürgen Gräßler wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse ausgewertet und die molekulargenetische Analyse von sogenannten MODY-Gen-Defekten etabliert. MODY-Gene führen ursächlich zur Entstehung eines monogenetisch verursachten Diabetes, der von den Wissenschaftlern als Diabetes Typ 3 bezeichnet wird. Bisher wurde angenommen, dass MODY-Gene nur an etwa zwei Prozent der Diabeteserkrankungen beteiligt sind. Eine kürzlich veröffentlichte europäische Studie lässt jedoch vermuten, dass möglicherweise 10 bis 15 Prozent der Diabeteserkrankungen durch Veränderungen in den MODY-Genen hervorgerufen werden. Im klinischen Erscheinungsbild kann der MODY-Diabetes sowohl dem Diabetes Typ 1 als auch dem Diabetes Typ 2 ähneln.

Fünf von Veränderungen betroffene Gene sind identifiziert. Haben beispielsweise die Gene MODY 1 und 3 Mutationen, kommt es zum Produktionsstop von Insulin und akuten Stoffwechselstörungen. Der Patient muss sich Insulin spritzen. Sind die MODY-Gene 2, 4 und 5 betroffen, kommt der Kranke mit oralen Medikamenten aus, die die Insulinproduktion im Körper anregen. Bei Mutationen im MODY-Gen 5 treten verstärkt Nierenschäden auf. Man weiß inzwischen auch, dass bei vielen Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, eine Veränderung der MODY-Gene , insbesondere des MODY-Gens 2, verantwortlich ist.

Ein weiterer Komplex der von der Arbeitsgruppe angebotenen Laboruntersuchungen ist auf das individuelle Risiko für die Ausprägung einer Atherosklerose - einer Folge- oder Begleiterkrankung des Diabetes - gerichtet. Spätfolgen des Diabetes können Schäden an den großen Gefäßen sowie an den Kapillaren von Nieren und Nerven sowie der Netzhaut des Auges sein. Zu diesem Zweck wird eine biochemische Untersuchung auf den oxidativen Stress im Blut angeboten.

"Eine rechtzeitige und sichere Diabetes-Diagnose, z.B. durch die von uns angebotenen molekularbiologischen Methoden", erklärt Dr. Gräßler, "entscheidet über die Wahl einer adäquaten Therapiestrategie zur Verhinderung akuter Komplikationen und diabetischer Spätfolgen. Sie einzuführen wäre in unserem Gesundheitssystem, wo nur etwa die Hälfte der Diabetiker richtig behandelt werden, außerordentlich sinnvoll. Derzeit dienen diese Methoden aufgrund ihres hohen technischen Aufwandes jedoch vor allem der Forschung."

Informationen: Pressestelle Universitätsklinikum Dresden, Marion Fiedler, Telefon (03 51) 4 58 - 41 62, Fax (03 51) 4 58 - 43 88 oder vom 11. bis 14. April 2000 auf der Analytica in München (Halle B3, Stand 203/302) auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen, Telefon (0 89) 94 94 85 02

Dresden, April 2000


Birgit Berg, Technische Universität Dresden
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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