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Hauptverband der gewerblichen..., 15.06.04

Chrom (Cr) Nachweis in Leder

Chromverbindungen werden als Gerbstoffe in der Lederindustrie eingesetzt. Da sie teilweise toxisch sind, müssen Grenzwerte beachtet werden. Am BGFA wurde jetzt ein Verfahren aufgebaut, das auch den Nachweis geringer sog. Cr(VI) Mengen ermöglicht.

Ein gesetzlicher Grenzwert für Cr(VI) ist nicht explizit gegeben, vielmehr sollte es aufgrund seiner Toxizität und Kanzerogenität idealerweise nicht in Ledermaterialien vorhanden sein. Als Interventionswert sind derzeit 3 mg/kg festgelegt. Da jedoch aus analytischer Sicht bisher minimal 10 mg/kg erfasst werden konnten, stand zur Diskussion, den Interventionswert entsprechend den messtechnischen Bedingungen anzupassen. Am BGFA ist es jetzt jedoch mit einer neuen Methode (Ionenchromatographie) gelungen, auch geringe Mengen an Cr(VI) in Lederhandschuhen nachzuweisen. Dabei handelt es sich um ein chemisch-analytisches Verfahren zur Trennung von Gefahrstoffen aufgrund ihrer elektrischen Ladungseigenschaften. Die Nachweisgrenze der Methode für Cr(VI) liegt bei 0,25 mg/kg Leder. Somit sind die Voraussetzungen gegeben, die Einhaltung des derzeitig geltenden Interventionswertes von 3 mg/kg zu überprüfen, in dessen Folge auch Chrom-bedingte Sensibilisierungen und Allergien vermieden werden können.
Schutzhandschuhe kommen in verschiedenen Arbeitsbereichen zum Einsatz. Im Jahr 2003 wurden in Europa mehr als eine Milliarde Euro für Schutzhandschuhe ausgegeben. Diese sind aber nicht immer nur nützlich, sondern können auch in ihnen enthaltene Gefahrstoffe freisetzen. Latexhandschuhe können z.B. Allergien auslösen, bei Lederhandschuhen kann es zu Belastungen mit Chromverbindungen kommen. Letztere werden in der Lederindustrie auch heute noch als Gerbstoffe eingesetzt. Das Schwermetall Chrom tritt in der Regel in drei verschiedenen sog. Oxidationsformen auf: metallisches Cr(0) sowie Cr(III) und Cr(VI)-Verbindungen. Cr(III) besitzt schwach oxidierende Eigenschaften und ist ein essentielles Spurenelement für den menschlichen Organismus. Es kommt natürlicherweise in Gemüse, Früchten, Fleisch, Hefe und Getreide vor. Ein Mangel an Cr(III) wird mit Herzkrankheiten, Stoffwechselstörungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Cr(VI) dagegen hat stark oxidierende Eigenschaften sowie die Fähigkeit, biologische Membranen leicht zu durchdringen. Deshalb wirkt es irritativ und ist toxisch. Mit Hilfe des neuen Testverfahrens kann nun Cr(VI) in gegerbten Ledermaterialien zuverlässig nachgewiesen werden.

Das BGFA ist ein Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum. In interdisziplinären Arbeitsgruppen werden individuelle und umweltbedingte Ursachen von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen erfasst. Ziel ist es letztlich, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln und somit den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu verbessern.

Ansprechpartner im BGFA: Pressereferat, Dr. Verena Liebers

Weitere Informationen:


Dr Verena Liebers, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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