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LBK Hamburg GmbH, 25.09.01

Buch-Stiftung fördert Forschung der Augenklinik des AK Barmbek

Temperaturmessung bei Staroperation soll Sicherheit des Eingriffs verbessern

Ein innovatives Operationsinstrument für Eingriffe bei grauem Star, das ein Ärzteteam um den leitenden Arzt Professor Dietrich von Domarus der Augenklinik des AK Barmbek selbst entwickelt hat, wird von der Johanna und Fritz Buch-Gedächtnisstiftung finanziell gefördert.
Die Augenärzte Stephan Schumacher, Dr. Jon-Marten Heisler, Dr. Harald Wirt und Prof. Dietrich von Domarus dürfen sich über Stiftungsmittel für ihr Projekt in Höhe von 20.000 DM freuen. Sie haben ein routinemäßig eingesetztes Operationsinstrument technisch so weiterentwickelt, dass es die Sicherheit der Operation für die Patienten verbessert und möglicherweise schon bald zum technischen Standard der Staroperation gehören könnte.


Der graue Star ist im Wesentlichen eine Erkrankung älterer Menschen. Durch zunehmende Trübung der Linse nimmt das Sehvermögen ab, was erheblichen Einfluss auf Lebensqualität und Mobilität der dieser Patienten zur Folge hat.

Die Staroperation ist das weltweit häufigste Operationsverfahren. Dabei werden die trüben Linsen entfernt und durch künstliche Linsen ersetzt. Allein in Deutschland werden durchschnittlich 350.000 Eingriffe im Jahr durchgeführt. Im Hamburger Raum ist die Augenklinik des AK Barmbek die Klinik mit der größten Erfahrung auf dem Gebiet der Operation des grauen Stars. Dort werden jährlich bis zu 4000 Patienten am grauen Star operiert. Diese Augenklinik war auch seinerzeit die erste Klinik der Region, welche die Ultraschallzertrümmerung der trüben Linse zur Anwendung brachte, die heutzutage als Standardverfahren bei der Staroperation gilt. So ist es für die Barmbeker Augenärzte selbstverständlich, auf diesem Gebiet weiter zu forschen und die Methode stetig zu verbessern.

Die Ultraschallzertrümmerung der Linse ist ein sehr sicheres und erfolgreiches Verfahren. Trotzdem kann es in sehr seltenen Einzelfällen während der Operation zu wärmebedingten Veränderungen am Auge kommen. Um auch diese seltenen Ereignisse gänzlich zu vermeiden haben die erfinderischen Augenspezialisten ein Temperaturmesselement in den feinen Augenspatel integriert, der sonst zum Fixieren der trüben Linse während der Zertrümmerung eingesetzt wird. Mit diesem sterilisierbaren Instrument kann nun während der Operation kontinuierlich die Temperatur im Auge kontrolliert werden. Dr. Jon-Marten Heisler: "Ein solches Operationsinstrument ist auf dem Markt nicht vorhanden. Da es für uns als Operateure aber wichtig ist, welche Temperaturen bei dieser Operationstechnik am Auge entstehen, haben wir es eben selbst entwickelt." Das Gerät hat das technische Entwicklungsstadium inzwischen erfolgreich verlassen. Es wird derzeit in einer Pilotstudie von der Barmbeker Augenklinik in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Stefanie Maas vom Institut für klinische Forschung und Entwicklung (IKFE) klinisch am Patienten erprobt. "Der Vorteil der Entwicklung besteht darin", erklärt Stephan Schumacher, "dass der Augenspatel mit Thermoelement äußerlich baugleich mit dem herkömmlichen Augenspatel ist und der übliche Operationsablauf durch die Temperaturmessung nicht beeinflusst wird. Die Sicherheit wird dadurch für den Patienten bei dem ohnehin schon sehr risikoarmen Eingriff noch weiter erhöht." Es handelt sich daher um einen Beitrag zur Qualitätssicherung beim häufigsten Routineeingriff am Auge.

Als Anerkennung für ihre gute Arbeit erhielt die Arbeitsgruppe um Professor Dietrich von Domarus nun Anfang September von der Johanna und Fritz Buch Gedächtnisstiftung finanzielle Unterstützung für die klinische Prüfung des selbstentwickelten Operationsinstrumentes. Die Stiftung fördert medizinische Forschung auf dem Gebiet der Altersmedizin. Die Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet ist für die Barmbeker Augenspezialisten damit noch lange nicht am Ende. "Wir haben noch viele Ideen und Projekte "im Auge", so Dr. Jon-Marten Heisler.

Weitere Informationen:


Jens Oliver Bonnet, LBK Hamburg GmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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