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Universität zu Köln, 13.09.02

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Universität zu Köln, 13.09.02

Boten des Bösen

Dass Vampire aus Transsylvanien kommen, ist klar und dass Transsylvanien in Rumänien liegt, auch. Nicht aber, dass "Nosferatu" , der altslavische Name für Vampir, übersetzt Pestüberträger bedeutet. Die Pest breitete sich Mitte des 18.Jahrhunderts von Osteuropa ausgehend aus. Zu dieser Zeit glaubten die Menschen, dass ein Toter mehrere Tote hinter sich herzieht. Grund dafür gaben sogenannte Wiederkehrer, die für das Nachsterben der Angehörigen verantwortlich sind. Wiederkehrer sind plagende, lärmende und würgende Tote, die ihre Mitmenschen aus Rache heimsuchen. Als Merkmale dieser Monster werden die Unverweslichkeit der Leiche, eine frische, rosige Hautfarbe, wenig Verwesungsgeruch und das Wachsen von Haut, Haaren, Bart und Nägeln nach dem Tod überliefert. Mit dieser bildlichen Vorstellung war der Mythos vom blutsaugenden Vampir geboren. Dies untersuchte Dr. Stefan Grothe im Rahmen einer Studie aus dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln.

Boten des Bösen
Vampirmythos schürt Angst vor Krankheiten

Dass Vampire aus Transsylvanien kommen, ist klar und dass Transsylvanien in Rumänien liegt, auch. Nicht aber, dass "Nosferatu" , der altslavische Name für Vampir, übersetzt Pestüberträger bedeutet. Die Pest breitete sich Mitte des 18.Jahrhunderts von Osteuropa ausgehend aus. Zu dieser Zeit glaubten die Menschen, dass ein Toter mehrere Tote hinter sich herzieht. Grund dafür gaben sogenannte Wiederkehrer, die für das Nachsterben der Angehörigen verantwortlich sind. Wiederkehrer sind plagende, lärmende und würgende Tote, die ihre Mitmenschen aus Rache heimsuchen. Als Merkmale dieser Monster werden die Unverweslichkeit der Leiche, eine frische, rosige Hautfarbe, wenig Verwesungsgeruch und das Wachsen von Haut, Haaren, Bart und Nägeln nach dem Tod überliefert. Mit dieser bildlichen Vorstellung war der Mythos vom blutsaugenden Vampir geboren. Dies untersuchte Dr. Stefan Grothe im Rahmen einer Studie aus dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln.


Frei nach der Devise "Übernatürliches klärt Unverstandenes" verfielen die Menschen den wildesten Spekulationen, um dem Thema "Tod" auf die Spur zu kommen.

Um sich vor dem Angriff eines Untoten zu schützen, entwickelten die Hinterbliebenen verschiedene Bräuche. Sie verhängten die Spiegel im Haus, trennten den Familiennamen aus einem Kleidungsstück und mieden das Leichenwasser. Dem Toten hingegen wurden seine Lieblingsgegenstände mit ins Grab gegeben, damit er sich im Jenseits wohl fühlt und nicht ins Reich der Lebenden zurück will. Zur Beschäftigung im Grab gaben die Lebenden den Toten ein Fischernetz zum Aufknoten oder Mohnkörner zum Zählen mit in den Sarg.

Als Beweis, dass die begrabenen Toten Vampire waren, die die totbringenden Seuchen weiter übertragen, wurden diese Gräber kurze Zeit später geöffnet. Oft bot sich hier das gleiche Bild von noch nicht verwesten Leichen, aufgedunsenen und zum Teil noch blutenden Körpern. Dies waren für die Abergläubigen klare Indizien für die mystischen Totbringer. Um den Morden vorzubeugen, gruben die Dorfbewohner verdächtige Gräber auf, entnahmen die Körper und verbrannten sie, so dass sie keine weiteren Menschen mehr quälen und infizieren konnten.

Bald darauf gaben Wissenschaftler Erklärungsansätze für die Merkmale der Untoten. Die Unverweslichkeit der Leichen ließ sich darauf zurückführen, dass Körper im Grab langsamer verwesen als Leichen, die nicht begraben sind. Geräusche, die Menschen an sogenannten Vampirgräbern vernahmen, waren Vorgänge der Fäulnis, Geräusche des Tierfraßes oder das Krachen des einfallenden Sarges. Das Abfallen der alten Haut und die Bildung von neuer Haut erklärte sich mit dem Abschälen der Epidermis bei Vertrocknung. Das Nachsterben begründete sich in den Toten, die nicht begraben wurden und so eine große Ansteckungsgefahr für die Lebenden bedeutete. Auch heute gibt es aufgrund der verschiedenen übermittelten Symptome keine definierte Krankheit als Auslöser für die Epidemien.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Klaus Bergdolt unter der Telefonnummer 0221/478-5266, der Faxnummer 0221/478-6794 und unter der Emailadresse Bergdolt@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplares wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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