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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 28.02.08

Blüte und Frucht

Das Buch "Blüte und Frucht" der Professoren Peter Leins und Claudia Erbar von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist in einer zweiten vollständig überarbeiteten Auflage erschienen - Ein Standardwerk für Biologen und interessierte Laien

Es klingt so einfach: Bienen bestäuben Blüten, es entstehen Früchte und aus dem darin enthaltenen Samen entwickelt sich eine junge Pflanze. Doch die Natur ist viel komplexer, denn die Blütenpflanzen haben sich an ihre jeweiligen Standortbedingungen bestens angepasst. So gibt das nun in der zweiten, vollständig überarbeiteten Auflage erschienene Buch "Blüte und Frucht" der Professoren Peter Leins und Claudia Erbar vom Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Heidelberg auch weit mehr als nur einen Überblick über die Vermehrung der Blütenpflanzen. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion und Ökologie von Blüten und Früchten werden in diesem Buch beschrieben, dessen erste und längst vergriffene Auflage aus dem Jahr 2000 sich zu einem Standardwerk für Biologen entwickelt hat. Entsprechend der rasanten wissenschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre wurde die genetischen Aspekte der Blütenpflanzen ergänzt. Vor allem aber wurde der systematische Anhang, welcher der Zuordnung der im Buch behandelten Sippen dient und einen Überblick über den Stammbaum der Blütenpflanzen verschafft, auf den aktuellen Stand gebracht.


Für den Wissenschaftler, aber auch den interessierten Laien, ist so ein Buch voll mit Fakten und zahlreichen Abbildungen entstanden, das immer wieder Überraschendes zu Tage bringt. "Die Entwicklung der Blütenpflanzen geht auf einen von Insekten, möglicherweise Käfern, ausgehenden Selektionsdruck zurück", erläuterte Claudia Erbar bei der Buchvorstellung dieser Tage im Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum. Bis zum Auftauchen der ersten Blütenpflanzen vor etwa 135 Millionen Jahren existierten nämlich die so genannten Nacktsamer, zu denen beispielsweise unsere heutigen Nadelgehölze gehören, bei denen die Bestäubung durch den Wind erfolgt. Die wahrscheinlich Pollen fressenden Insekten führten vor Jahrmillionen nun dazu, dass die Pflanzen die Pollen produzierenden und die Samenanlagen tragenden Organe zusammenfassten und die Insekten zur Bestäubung einsetzten.

Es sind aber nicht nur Insekten, die zur Bestäubung der Blütenpflanzen beitragen, wie Claudia Erbar und Peter Leins aufzeigen. "Immer wenn es stinkt und ein schleimiger Nektar aus den Blüten kommt, hat es etwas mit Fledermäusen zu tun", wies Claudia Erbar auf Blütenpflanzen der Tropen und Subtropen hin, die sich auf eine Bestäubung durch Fledermäuse spezialisiert haben und dementsprechende Lockstoffe produzieren. Doch es sind auch manchmal nicht fliegende Säugetiere, die zur Bestäubung der Blütenpflanzen beitragen. So werden beispielsweise auf Madagaskar die Blüten vom Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis, Strelitziaceae) ausschließlich von Lemuren bestäubt.

Auch den verschiedenen Möglichkeiten der Samenausbreitung haben Peter Leins und Claudia Erbar einen breiten Raum in ihrem Buch gewidmet. "Pflanzen sind solide Betriebswirte", machte Peter Leins bei der Buchvorstellung klar. Denn 75 Prozent der ausgebreiteten Samen befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Mutterpflanze. Ist eigentlich auch logisch, denn hier sind die Lebensbedingungen für die jungen Pflanzen am besten, da es die Mutterpflanze bereits geschafft hat sich anzusiedeln.

Dagegen können Pflanzenarten, die verschiedene Habitate tolerieren, auf eine längere Ausbreitungsdistanz setzen und dafür haben die Blütenpflanzen verschiedenste Techniken entwickelt. Zuallererst ist natürlich die Ausbreitung der Samen durch den Wind zu nennen. So können Pflanzensamen sogar Entfernungen von einigen tausend Kilometern zurücklegen. Raffiniert, aber für Tiere nicht ganz ungefährlich ist dagegen die Variante der Klettfrüchte. "Die amerikanische Rüsselfrucht Proboscidea louisianica ist eine brutale Klettfrucht", nannte Peter Leins ein Beispiel für eine ungewöhnliche Art der Samenausbreitung. Die bis zu zehn Zentimeter großen Früchte heften sich nämlich an den Füßen von Huftieren an und bei der Fortbewegung der Tiere fallen die Samen aus den Früchten. Hängen sehr viele dieser Früchte etwa an Schafen, sind diese in ihrer Fortbewegung aber behindert und können möglicherweise an den zugefügten Wunden sterben.

Insgesamt ist so ein Buch für Botaniker, Zoologen, Studenten der Biologie und Lehrer entstanden, das umfassend Entstehung, Vermehrung und Ausbreitung der Blütenpflanzen aufzeigt. Auch der interessierte Laie wird in diesem Werk einen Einblick in ein Stück faszinierender Natur erlangen, wobei ihn allerdings die vielen Fachbegriffe manchmal hinderlich sein könnten. Doch für diesen Fall empfahl Peter Leins bereits im Vorwort zur ersten Auflage "einfach weiterzublättern und später den Faden wieder aufzunehmen".
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an:
Professor Dr. Claudia Erbar
Heidelberger Institut für Pflanzenwissenschaften (HIP)
Im Neuenheimer Feld 345, 69120 Heidelberg
Tel.06221-544629
erle@urz.uni-heidelberg.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Irene Thewalt, Pressestelle der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Dr. Michael Schwarz, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Bestäubung (Blütenbestäubung) ist die Übertragung des Pollens (des Blütenstaubs, der Pollenkörner),mit den darin befindlichen Spermazellen, auf die empfänglichen weiblichen Blütenteilen, Blüte. Bei den Samenpflanzen (Spermatophyten) wird bei der Bestäubung Pollen auf die Narbe des Fruchtblatts abgelagert. Wikipedia


 

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Die Blüte einer Pflanze ist − in weitgefasster Definition − ein unverzweigter Kurzspross mit begrenztem Wachstum, dessen Blätter indirekt oder direkt im Dienst der geschlechtlichen Fortpflanzung stehen: indirekt als Schutz- oder Anlockungsorgane (Blütenhülle), direkt durch die Bildung der Fortpflanzungsorgane (Staubblätter und Fruchtblätter). Wikipedia


 

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Die Frucht (von lat. fructus) einer Pflanze ist die Blüte im Zustand der Samenreife. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Früchten auch Obst verstanden. Wikipedia


 
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Die Pflanzen (Plantae) bilden ein eigenes Reich innerhalb der Domäne der Lebewesen mit Zellkern und Zellmembran (Eukaryoten). Nach heutigen Schätzungen gibt es rund 500.000 Pflanzenarten [1]. Mit ihnen befasst sich wissenschaftlich die Disziplin der Botanik. Wikipedia


 

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