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Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, 25.03.02

BioProfil fördert erste Biotechnologie-Projekte

650.000 Euro sollen an das junge Biotech-Unternehmen Mosaiques diagnostics aus Hannover fließen. Mosaiques wird "diagnostische Karten" entwickeln, mit denen der Verlauf von Krankheiten auf der Ebene der Eiweißstoffe, der Proteine, verfolgt und vorhergesagt werden kann. Dazu baut die Firma zunächst eine Technologie auf, mit der sich Proteine aus dem menschlichen Blutserum sehr genau trennen lassen. Durch die Aufnahme der Protein-Daten gesunder Menschen entstehen dann die diagnostischen Karten. Eine spezielle Software soll schließlich den Abgleich dieser Informationssammlung mit den Proteinwerten von Patienten ermöglichen, die zum Beispiel an Infektionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. So will Mosaiques Eiweißstoffe identifizieren, die eine Krankheit bereits anzeigen, bevor diese ausgebrochen ist. Die Gründer erwarten zudem neue Erkenntnisse über die Ursachen von Entzündungen, um damit Ansätze für neue Medikamente zu entwickeln.


Das mit 350.000 Euro geförderte Projekt der Göttinger Firma DeveloGen, das in Kooperation mit der IBA GmbH durchgeführt wird, zielt darauf ab, Substanzen zu entwickeln, mit denen die Funktion von Genen analysiert werden kann. Um herauszufinden, welche Bedeutung ein Gen für einen Organismus hat, müssen Forscher den entsprechenden Träger der Erbinformation in einer Zellkultur oder in Versuchstieren wie Zebrafisch, Fliege und Maus ausschalten. DeveloGen wird neue chemische Substanzen aus der Gruppe der so genannten Antisense-Oligonukleotide entwickeln, mit denen dieses "Gen-knock-out" besonders elegant funktioniert. Dabei sollen die Nachteile bestehender Verfahren ausgeräumt werden, zum Beispiel das schlechte Eindringen der Chemikalien in die untersuchten Zellen. Langfristig setzt DeveloGen darauf, dass die neuen Substanzen als Medikamente eingesetzt werden: Denn mit ihnen lassen sich gezielt die Gene beispielsweise von Infektionserregern ausschalten.

"Mit der Förderung unterstützen wir hervorragende Ideen, die die Stärke des Biotechnologiestandorts Südniedersachsen weiter ausbauen werden", beurteilt der Vorstandsvorsitzende des BioProfile-Vereins und Rektor der Medizinischen Hochschule, Prof. Horst von der Hardt, die Ergebnisse der ersten BioProfile-Runde. Dabei wurden drei weitere sehr viel versprechende Projekte mit einem möglichen Fördervolumen von knapp 1,5 Mio. Euro zunächst an die Antragsteller zur Überarbeitung zurückgegeben - sie haben aber bei positiver Nachbegutachtung die Chance, noch in diesem Jahr gefördert zu werden. Für weitere Fördermittel - insgesamt stehen etwa 15 Mio. Euro zur Verfügung - können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der funktionelle Genomanalyse jetzt bewerben. Abgabeschluss für Projektskizzen ist der 15. Juli 2002. Die Vorhaben werden dann bis Ende August begutachtet.

Weitere Informationen:


Dipl.-Biol./Journalist Manfred B, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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