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Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 03.05.05

Bio-Leistungskurs nutzte DNA-Analyse aus dem Koffer

Geduld und eine ruhige Hand sind nötig, wenn man Laborexperimente durchführt. Das haben jetzt die Schüler des Leistungskurses Biologie am Hanns-Seidel-Gymnasium in Hösbach bei Aschaffenburg erfahren.

Wer experimentieren will, braucht eine ruhige Hand - das merkten Christine Baumgärtel und Gesine Kriegs (von links) vom Leistungskurs Biologie des Hösbacher Gymnasiums, als sie mit dem Molekularbiologie-Koffer des Biozentrums arbeiteten.
Foto: Peter Wamser

Ihr Lehrer Peter Wamser macht beim Projekt "Bio-logisch!" des Biozentrums der Uni Würzburg mit. Von dort hatte er sich ein "fliegendes Labor" im Kleinformat ausgeliehen, einen so genannten Molekularbiologie-Koffer. Damit konnten seine Schüler aus Speichelproben ihr eigenes Erbgut einer DNA-Profilanalyse unterziehen. Die theoretischen Grundlagen hatten sie zuvor im Unterricht gelernt.

Laut Wamser waren die Schüler motiviert und begeistert bei der Sache. Zwar versuche er, mit seinem Leistungskurs immer wieder auch praktisch zu arbeiten. Trotzdem blieben Aktionen wie etwa die Trennung von Blattfarbstoffen oder Versuche zur Enzymchemie selten. Das liegt dem Lehrer zufolge unter anderem an der großen Stofffülle und dem Vorbereitungsaufwand.


Den ausleihbaren Koffer des Biozentrums beurteilt Peter Wamser als sehr sinnvoll. Die darin enthaltenen Geräte seien für eine Schule kaum erschwinglich, die Schüler könnten damit Abläufe kennen lernen, über die sie vorher nur theoretisch Bescheid wussten. Für Lehrer sei der Koffer eine Möglichkeit, die Versuche - bei ausreichendem Kenntnisstand oder nach einer entsprechenden Fortbildung - mit relativ geringem Aufwand durchzuführen und den Schülern so etwas Besonderes zu bieten.

Falls gegen Ende des Schuljahres genug Zeit bleibt, will der Hösbacher Lehrer im Rahmen von "Bio-logisch!" noch ein wenig Bioinformatik betreiben - zum Beispiel die Suche nach bestimmten Gen-Abschnitten und den zugehörigen Proteinen samt deren dreidimensionaler Darstellung. "Das ist nicht unbedingt relevant, macht aber den Schülern erfahrungsgemäß viel Spaß und zeigt eben auch eine Seite der heutigen Biologie", erklärt Wamser. Ein wenig kenne er sich mit der Thematik schon aus, im Juni will er noch eine Fortbildung beim Würzburger Bioinformatiker Professor Thomas Dandekar besuchen. Für das kommende Schuljahr hat Wamser außerdem ein experimentelles Praktikum für seine Schüler ins Auge gefasst: Es dreht sich um das Thema Drogenanalytik und findet bei Professor Martin Müller in der Pharmazeutischen Biologie statt.

Ein weiteres "Bio-logisch!"-Projekt hat am Hösbacher Gymnasium gerade begonnen. In Zusammenarbeit mit Professor Jürgen Tautz bauen Lehrer Egon Beißler und seine Schüler einen Bienenstand auf. Eine Schülerin aus dem Leistungskurs wird diese Arbeit im Rahmen ihrer Facharbeit dokumentieren.

Mit dem Projekt "Bio-logisch!" wollen die Wissenschaftler vom Biozentrum bei Schülern Begeisterung für Biologie und Naturwissenschaften wecken. Zu diesem Zweck bieten sie nicht nur ausleihbare Koffer an. Bei Projekttagen können die Schüler im Biozentrum diverse Experimente angehen. Die Schulen bekommen dort zudem die Möglichkeit, Großgeräte zu nutzen. Umgekehrt kommen die Forscher auf Wunsch auch in die Schulen, um bei Experimenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

"Bio-logisch!" wird von der Robert-Bosch-Stiftung (Stuttgart) finanziell gefördert. Interessierte Schulen, die teilnehmen wollen, wenden sich im Biozentrum an Dr. Georg Kaiser, T (0931) 888-4440, Fax (0931) 888-4242, E-Mail:
georg.kaiser@biozentrum.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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