Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universitätsklinikum Heidelberg, 09.08.06

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universitätsklinikum Heidelberg, 09.08.06

Bessere Heilung, weniger Schmerzen

Infrarot-Bestrahlung nach Magen-Darmoperation verkürzt Klinikaufenthalt / Doppeltblind-Studie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg im "British Journal of Surgery" veröffentlicht

Wärme durch Infrarotbestrahlung beschleunigt die Wundheilung nach Magen-Darm-Operationen.
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Wunden, die nach einer Magen-Darm-Operation mit speziellem Infrarot-Licht bestrahlt werden, heilen besser und bereiten weniger Schmerzen. Die schonende und wenig aufwendige Behandlung kann zudem den Klinikaufenthalt verkürzen und damit Kosten senken. Dies hat jetzt eine Studie mit 111 operierten Patienten an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg nachgewiesen. Ursachen für diesen günstigen Verlauf sind vermutlich die bessere Durchblutung und Versorgung des Wundgewebes mit Sauerstoff.


Bei der Untersuchung handelt es sich um eine so genannte doppeltblinde Studie mit hoher wissenschaftlicher Aussagekraft: Weder die Patienten noch die Ärzte wussten, ob die Wunden nach der OP mit einer normalen Lampe mit sichtbarem "Placebo-Licht" oder zusätzlich mit gefiltertem
Infrarot-Licht bestrahlt wurden. Die Bestrahlung wurde zweimal am Tag für 20 Minuten vom 2. bis 10. Tag nach der Operation vorgenommen. Die Studie an der Heidelberger Chirurgischen Klinik (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Dr. h.c. mult Markus W. Büchler) ist jetzt gemeinsam mit dem Frankfurter Sportmediziner Professor Dr. Gerd Hoffmann im "British Journal of Surgery" (2006; 93 (8):952-60) veröffentlicht worden.

Wärme und hoher Sauerstoffgehalt begünstigen die Wundheilung

Die Wundheilung nach einer Bauchoperation kann langwierig und schmerzhaft sein. Je nach Schwergrad des Eingriffs dauert sie ein bis zwei Wochen. Dazu können je nach Alter und zusätzlichen Erkrankungen bei bis zu 15 Prozent der Patienten Infektionen kommen, die eine Heilung erschweren. Deshalb suchen die Chirurgen nach schonenden Maßnahmen zur besseren Wundheilung.

"Von Wärme und hohem Sauerstoffgehalt ist bekannt, dass sie die Heilung begünstigen können", erklärt Privatdozent Dr. Mark Hartel, Erstautor der Studie und Arzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Diese günstigen Bedingungen werden durch Bestrahlung mit wassergefiltertem Infrarot-Licht (Wellenlänge: 780 - 1400 nm) erzeugt, das dem natürlichen Sonnenlicht ähnlich ist. "Die Wärme dringt tief in das Gewebe ein, aber sie erhitzt oder irritiert die Hautoberfläche nicht", so Dr. Hartel. Bei der verwendeten Infrarot-Lampe "Hydrosun" absorbiert ein spezieller Filter auf Wasserbasis schädliche Strahlen.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Alle 46 Patienten der Infrarot-Gruppe klagten über weniger Schmerzen und benötigten weniger Schmerzmittel. Ihre Wunden heilten schneller und besser; Wundheilungsstörungen kamen bei 7 Prozent im Vergleich zu 15 Prozent in der Kontrollgruppe vor, die kosmetischen Ergebnisse waren zufrieden stellender. Die Patienten mit Infrarot-Bestrahlung waren im Durchschnitt neun gegenüber elf Tage in der Klinik.

Die Ärzte erklären den positiven Effekt der Bestrahlung durch ihre lokale Auswirkung auf das Wundgewebe: Wärme verbessert die Durchblutung, Schmerz erzeugende Substanzen werden durch den vermehrten Blutfluss weggespült, und der hohe Sauerstoffdruck regt die Produktion von Proteinen und Zellen an, die den Wunddefekt verschließen.

Kontakt:
PD Dr. med. Mark Hartel
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Chirurgische Klinik, Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie
Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg
e-Mail: Mark.Hartel@med.uni-heidelberg.de

Professor Dr. Helmut Friess
Leitender Oberarzt
Chirurgische Klinik, Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie
Tel.: 06221 / 56 4860 (Sekretariat)

Literatur:
Hartel M, Hoffmann G, Wente MN, Martignoni ME, Büchler MW, Friess H. Randomized clinical trial of the influence of local water-filtered infrared A irradiation on wound healing after abdominal surgery. Br J Surg. 2006;93(8):952-60. DOI: 10.1002/bjs.5429.

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Gezielte Behandlung von Neuroblastomen 
 RUBINinternational: Stabiles Bild dank plappernder Nervenzellen