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Universitätsklinikum Heidelberg, 18.05.06

Beschwerden ohne Befund

Neue Behandlungsansätze für funktionelle Störungen in der Hausarztpraxis / Kongress der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin am 20./21. Mai 2006

Rund ein Drittel aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, leiden an so genannten funktionellen Beschwerden. Bei ihnen lassen sich - trotz oft heftiger Symptome wie Schmerzen, Verdauungsstörung oder Erschöpfung - keine krankhaften Organbefunde feststellen. Dennoch sind diese Patienten krank, ihr Leiden muss behandelt werden.

Ein Kongress am 19./20. Mai 2006 in Heidelberg befasst sich mit neuen Therapiekonzepten für die häufig vernachlässigte Gruppe der funktionellen Beschwerden, die schon manchen Patienten auf eine Odyssee durch das Gesundheitswesen geschickt haben. Die Tagung "Funktionelle/ Somatoforme Beschwerden - Wissenschaft und Praxis im Dialog" wird von der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Wolfgang Herzog) veranstaltet. Renommierte Wissenschaftler und Ärzte aus dem In- und Ausland berichten über aktuelle Therapieansätze.


Ein Schwerpunkt des Kongresses ist das Forschungsprojekt "FUNKTIONAL" (FUNKTIONelle Beschwerden in der ALlgemeinarztpraxis) der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin in Zusammenarbeit mit der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Heidelberger Klinikums (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. med. Joachim Szecsenyi), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Heidelberger Wissenschaftler haben gemeinsam mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern ein Schulungsprogramm für Hausärzte entwickelt, das Hilfen zur Früherkennung von Patienten mit funktionellen Beschwerden gibt und Empfehlungen für ihre Behandlung vermittelt.

Neues Behandlungs-Curriculum wird in Hausarztpraxen getestet

Wie kann der Hausarzt frühzeitig erkennen, ob es sich um eine funktionelle Störung handelt? Welche Behandlungsstrategien, welche Techniken können ihm an die Hand gegeben werden? Die Heidelberger Wissenschaftler haben ein Curriculum mit Handlungsvorschlägen für Hausarztpraxen aufgestellt, das erstmals - gestützt auf wissenschaftliche Ergebnisse - dem gesamten Praxisteam einen festen Rahmen für die Versorgung dieser Patientengruppe liefert. Das Curriculum wird derzeit in mehreren Praxen erprobt; die Behandlungsergebnisse werden mit anderen Praxen (noch ohne Curriculum) verglichen.

"Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass die neue Behandlungsstrategie sowohl für Patienten als auch für die Ärzte Vorteile bringt", erklärt Dr. Rainer Schäfert, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin. Wichtig ist u.a. eine simultane Untersuchung der organischen und der psychosozialen Ursachen.

Weitere Informationen zum Kongress und zum Projekt FUNKTIONAL:
www.funktional-2006.de
www.funktional.uni-hd.de

Literatur:
1. Benedikt G. et al: FUNKTIONAL - Ein Curriculum zur Früherkennung und Behandlung somatoformer/funktioneller Beschwerden für Allgemeinärzte. Z Allg Med 2005; 81: 127-130
2. Schäfert R. et al: Früherkennung und Behandlung funktioneller/somatoformer Beschwerden in der Allgemeinarztpraxis. Notfall&Hausarztmedizin 2005, 31.

(Die Originalartikel können bei der Pressestelle des Universitätsklinikums
Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Ansprechpartner:
Dr. med. Rainer Schäfert
Tel: 06221 / 56 5870
E-Mail: rainer.schaefert@med.uni-heidelberg.de

Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin des
Universitätsklinikums Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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