Hilfe: Sie befinden sich auf...

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 09.08.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 09.08.04

Belastete Bergluft: Start einer Fünf-Länder-Studie zur Gefährdung des Alpenraums durch POPs

In der EU ist ihr Vertrieb schon lange verboten oder streng beschränkt. Als äußerst langlebige Vertreter ihrer Familie findet man sie dennoch heutzutage fast überall in der Umwelt, so auch in der Luft über dem Alpenraum: Die Rede ist von den so genannten POPs, den Persistent Organic Pollutants, langlebigen hochtoxischen Substanzen, die bereits in sehr geringen Konzentrationen eine Reihe von unerwünschten toxischen Wirkungen zeigen können.

Nun haben fünf Alpenanrainer-Staaten unter Federführung von Österreich den Startschuss für MONARPOP, ein groß angelegtes Monitoring - Projekt zur Untersuchung dieser POPs im Alpenraum gegeben. Das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit ist in den Verbund als maßgebliche deutsche Wissenschaftseinrichtung integriert. "Wir erfassen die Substanzen vor Ort für den Bereich der bayerischen Alpen und führen im Anschluss die nötigen Laboruntersuchungen für einen Teil der Substanzen durch", erläutert Dr. Manfred Kirchner vom GSF-Institut für Ökologische Chemie die Beteiligung der GSF an der Studie. Er koordiniert die Probenahmen im Rahmen der Gesamtstudie, welche im übrigen finanzielle Unterstützung vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie aus dem EU-Interreg Alpenraumprogramm erhält.


Manche der POPs werden trotz gesetzlicher Regelungen immer noch als unerwünschte Nebenprodukte emittiert, andere wurden aus weit entfernten Teilen der Welt zu uns verfrachtet. Sie lagern sich bevorzugt in kalten Regionen wie an den Polen oder im Gebirge ab, wo sie sich an fettreiche oder organische Substanzen binden. Besonders gefährdet sind daher im Alpenraum Pflanzen, Tiere und Böden der höheren Regionen und damit auch der Mensch als Bestandteil der Nahrungskette.

"Ab Herbst 2004 werden wir im bewaldeten Bereich zunächst Fichtennadeln und Bodenproben untersuchen sowie zur Erfassung der Luftbelastung oberhalb der Baumgrenze quasi als "virtuelle Fichtennadel" Passivsammler einsetzen," beschreibt Dr. Karl-Werner Schramm, Leiter der Laboruntersuchungen und Verantwortlicher für diese neuartige Technik am GSF-Institut für Ökologische Chemie die unter anderem auch für die bayerische Seite geplante Vorgehensweise. Am GSF-Institut für Bodenökologie untersucht zudem Dr. Peter Schröder ausgewählte Enzyme in Fichtennadeln von unterschiedlich belasteten Standorten.

Ergänzt werden diese Untersuchungen durch zusätzliche - tierversuchsfreie - Analysen zur Wirkung ausgewählter POP-Vertreter, darunter dioxinähnlicher Substanzen und Xenohormone.

An insgesamt sechs Höhenprofilen soll der Einfluss der Seehöhe auf die Belastungsverteilung erfasst werden. Die bayerischen Standorte für die Probenahme liegen in den Landkreisen Oberallgäu, Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim und Berchtesgaden. Die Höhenprofile werden im Bereich Eschenlohe und im Nationalpark Berchtesgaden gezogen. Zusätzlich sollen Luft- und Niederschlagsmessungen an hochalpinen Standorten, wie etwa dem Sonnblick, dem Weissfluhjoch und der Zugspitze durchgeführt werden. Daraus erwarten sich die Wissenschaftler erste Hinweise auf die Herkunft der POPs.

Insgesamt sind im Rahmen des Vorhabens, das mit 1,8 Millionen Euro ausgestattet ist, Messungen ins sechs Ländern und Regionen an etwa 40 Messpunkten in den Alpen vorgesehen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die GSF- Pressestelle:

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 089/3187-2460
Fax 089/3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Neuherberg, 9. August 2004

Weitere Informationen:


Gertrud Aßmann, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Kombination in der Bildgebung verbessert Diagnostik 
 Auf den Wurm gekommen