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Universitätsklinikum Heidelberg, 16.05.07

Bauchschnitt oder Schlüsselloch?

Studie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg vergleicht Operationsverfahren bei Familiärer Dickdarmerkrankung und Chronischer Darmentzündung / Teilnehmer gesucht

Muss der Dickdarm entfernt werden, stehen zwei Verfahren zur Verfügung: der klassische Bauchschnitt oder die minimal invasive Technik, die mit kleinen Schnitten auskommt. Ob die "Schlüssellochtechnik" der klassischen Methode überlegen ist, prüft nun eine Studie des Klinischen Studienzentrums Chirurgie (KSC) der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Markus W. Büchler). Untersucht wird, welche Operationsmethode mit einem geringeren Blutverlust und weniger Komplikationen verbunden ist, bei welchem Verfahren die Patienten anschließend weniger Schmerzen haben und wann sie das Krankenhaus verlassen können.


Für die Studie werden insgesamt 160 Patienten - Männer und Frauen im Alter von mindestens 14 Jahren - gesucht. Ziel ist es, die Therapie von zwei schweren Erkrankungen des Dickdarms, der Colitis Ulcerosa, einer chronischen Darmentzündung, und der Familiären Adenomatösen Polyposis (FAP), eines Erbleidens, bei dem zahlreiche Polypen im Darm wachsen, die bösartig werden können, zu verbessern. Im Verlauf beider Erkrankungen kann eine Entfernung des gesamten Dickdarms notwendig werden. Geprüft wird, bei welchem Verfahren während des Eingriffs seltener Blutungen oder Komplikationen auftreten und wie schnell die Patienten das Krankenhaus anschießend wieder verlassen können. Für die Studie, die im Oktober 2004 gestartet wurde, werden noch Patienten als Teilnehmer gesucht.

Experten in Heidelberg verfügen über die weltweit größte Erfahrung

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg betreut weltweit die meisten Patienten auf diesem Gebiet. Die Chirurgen entfernen den Dickdarm einschließlich des Enddarmes vollständig und bilden aus dem letzten Stück des Dünndarmes ein Ersatzreservoir (Pouch), welches am After angenäht wird. So bleiben die Patienten kontinent und bedürfen keines permanenten künstlichen Darmausgangs.

Bisher wurde der Eingriff in der Regel über einen Bauchschnitt durchgeführt; inzwischen ist die Operation auch mit minimal invasiver Technik (Schlüssellochtechnik, Laparoskopie) möglich. Dabei werden über kleine Schnitte eine Kamera und die Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingebracht und der Dickdarm entfernt. Vorteile der Laparoskopie sind die kleineren Narben und dass ein Narbenbruch vermieden werden kann. Dagegen ist die offene Technik einfacher durchführbar und die Operationszeit kürzer.

Das Klinische Studienzentrum Chirurgie (KSC) ist eine Einrichtung der Chirurgischen Universitätsklinik, die den Auftrag hat, Patienten in Studien protokollgerecht zu behandeln, um die Krankenversorgung der Zukunft zu verbessern.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Teilnahme an der Studie bei:
Klinisches Studienzentrum Chirurgie (KSC)
der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel: 06221 / 56 69 83 / 56 69 86
Fax: 06221 / 56 69 82
E-Mail: christoph.seiler@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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