Hilfe: Sie befinden sich auf...

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 13.11.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 13.11.02

Bald bessere Hilfe bei Blutvergiftung?

Auch heute noch verlaufen etwa 50 % aller Blutvergiftungen tödlich. Dem Center for Disease Control and Prevention zu Folge ist der Septische Schock eine der zehn häufigsten Todesursachen in den USA. Eine Behandlung ist bisher nur sehr eingeschränkt möglich. Nun hat ein Forscherteam um Kim D. Janda und Paul Wentworth, Jr. vom Scripps Research Institute in La Jolla einen vielversprechenden neuen Therapieansatz entwickelt.
Auslöser für die lebensgefährlichen Schockzustände im Verlauf einer durch gramnegative Bakterien ausgelösten Blutvergiftung sind die so genannten Endotoxine. Es handelt sich dabei um Lipopolysaccharide (LPS), Bausteine der bakteriellen Zellmembran, die beim Absterben der Bakterien frei werden. Für die toxische Wirkung ist vor allem Lipid A, der Lipidbestandteil der LPS verantwortlich. Lipid A löst im Organismus eine Art panikartiger Immureaktion aus, die letztendlich zum Kreislaufkollaps und zu einem Multiorganversagen führen kann. Das Dilemma: Um das Bakterienwachstum zu stoppen, ist einerseits die Gabe von Antibiotika notwendig, andererseits führt das Abtöten der Bakterien durch die Antibiotika wiederum zu einem verstärkten Freisetzen von Endotoxinen. Außerdem lässt sich Lipid A als Kohlenhydrat nicht - wie viele andere Toxine - durch eine passive Immunisierung über die Gabe von Antikörpern inaktivieren.
Die kalifornischen Forscher schlagen nun den Weg der aktiven Immunisierung vor. Das bedeutet, sie wollen das Immunsystem des Patienten dazu bringen, selber Antikörper gegen Lipid A herzustellen. Dazu muss das Immunsystem aber überlistet werden. Der Trick: Die Wissenschaftler haben ein leicht variiertes Lipid A synthetisiert, das Phosphonat-Gruppen enthält. Phosphonat-Gruppen erleichtern die Bildung von Antikörpern. Dieses neue Lipid koppeln sie zudem an das "Keyhole Limpet Hemocyanin" (KLH), ein Protein, das aus einer kalifornischen Meeresschnecke gewonnen wird und ein "Arbeitspferd" immunologischer Forschung ist. Dieses Protein ist als ein starkes Antigen bekannt, das heißt, es werden sehr leicht gegen KLH gerichtete Antikörper gebildet.
Versuche an Mäusen zeigten, dass die Tiere in der Tat Antikörper gegen das Konjugat aus KLH und dem Lipid A-Abkömmling herstellen. Diese Antikörper sind in der Lage, auch das "richtige" bakterielle Lipid A im Blut der Mäuse zu erkennen und außer Gefecht zu setzen. Die Studie lässt hoffen, dass auf dieser Basis eine wirksame Therapie für den Endotoxischen Schock entwickelt werden kann.

Kontakt: Prof. Dr. P. Wentworth, Jr.
Prof. Dr. K. D. Janda
Department of Chemistry
The Scripps Research Institute
and The Scaggs Institute for Chemical Biology
10550 North Torrey Pines Road
La Jolla
CA 92037
USA

Fax: (+1) 858-784-2590 (P.W.)
2595 (K.D.J.)

E-mail: paulw@scripps.edu
kdjanda@scripps.edu

Angewandte Chemie Presseinformation Nr. 22/2002
Angew. Chem. 2002, 114 (22), 4415 - 4418

ANGEWANDTE CHEMIE
Postfach 101161
D-69451 Weinheim
l Tel.: 06201/606 321
l Fax: 06201/606 331
l E-Mail: angewandte@wiley-vch.de
l http://www. angewandte.org


Dr. Kurt Begitt, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
ZBMed und DIMDI präsentieren: Die Virtuelle Fachbibliothek Medizin - www.MedPilot.de 
 "Wenn der Zellennachbar das Licht ausmacht"