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Fachhochschule Lausitz, 20.02.06

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Fachhochschule Lausitz, 20.02.06

Abschlussveranstaltung des NEMO-Projektes Präsymptomatische Tumordiagnostik

Die Fachhochschule Lausitz und das Netzwerk Präsymptomatische Tumordiagnostik richten am Freitag, dem 24. Februar 2006, um 10 Uhr im Hauptgebäude der Hochschule am Studienort Senftenberg die Abschlussveranstaltung zum NEMO-Projekt (Netzwerkmanagement-Ost*) des Netzwerkes Präsymptomatische Tumordiagnostik (PTD) aus.

Im Rahmen dieser Veranstaltung im Senatssaal der FHL präsentieren die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Netzwerks Präsymptomatische Tumordiagnostik die Ergebnisse dieses NEMO-Projektes in der Projektlaufzeit 2002 bis 2005. Ein Höhepunkt wird die Vorstellung des neuen überregionalen Projektverbundes DNAproof sein. Angekündigt haben sich neben den Netzwerkpartnern Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.


Das multidisziplinäre Netzwerk Präsymptomatische Tumordiagnostik wurde 1998 gegründet und ist deutschlandweit ausgerichtet. Es dient als Kommunikationsplattform, insbesondere zwischen Unternehmen, Hochschulen und Kliniken dem Ziel, die Entwicklung diagnostischer Technologien, Diagnostika und Diagnostikstrategien zu unterstützen. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Tumordiagnostik dar. Im Rahmen des Nemo-Projektes wurde die Entwicklung des Netzwerkes PTD durch folgende Aktivitäten entscheidend vorangetrieben und konsolidiert:

Phase 1
o Einrichtung eines permanenten Netzwerkmanagements an der FH Lausitz
o Schaffung einer Organisationsstruktur mit dem Verein PTD
o Ausrichtung des 2. Innovationsforums Präsymptomatische
Tumordiagnostik 2003 in Jena, Präsentation auf der BioAnalytica
München, der Boston Biotechnology Conference, der BIO 2004 in San
Francisco etc.
o Erstellung und Vermarktung eines Leistungsangebotes des Netzwerks

Phase 2
o Teilnahme an der Medica 2004 und 2005
o Ausrichtung des 3. Innovationsforums Präsymptomatische
Tumordiagnostik 2005 in Dresden und Publikation der
wissenschaftlichen Ergebnisse
o Einwerbung von Fördermitteln für den Wachstumskern BioResponse und
zum Thema Multiparameterimmundiagnostik (Förderung durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung)
o Koordinierung der Aktivitäten des Wachstumskerns
o Einwerbung von Fördermitteln für die Partner
und Start des Projektverbundes DNAproof

NEMO-Partner sind die Attomol GmbH in Lipten, die DNA Diagnostik Nord GmbH in Rostock, die GA Generic Assays GmbH in Dahlewitz, die Kapelan GmbH in Halle, die IOM GmbH in Berlin, die HomogenAss GmbH in Senftenberg, die PolyAn GmbH in Berlin, der Präsymptomatische Tumordiagnostik e. V., die Klinikum Hoyerswerda gGmbH sowie als Forschungseinrichtungen die Fachhochschule Lausitz, die Technische Universität Dresden und die Universität Leipzig.
Die bereichsübergeifende Zusammenarbeit der verschiedensten Unternehmen im Tumornetzwerk erlaubt eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik, wobei vor allem folgende Faktoren als entscheidend angesehen werden:
o Kommunikationsplattform
o Kombination von multidisziplinärem Know-how
o Gemeinsame Projekte -zur Technologie- und Anwendungsentwicklung
(BioResponse, DNAproof)
o Synergien in Marketing & Vertrieb
o Entschärfen von Konkurrenzsituationen & Interessenausgleich
o Formulieren & Erreichen strategischer Ziele
o Netzwerkmanagement
o Nutzen für die Region - erste Produkte, so Gangliosidblot zur
Antikörper-Diagnostik bei peripheren Neuropathien, wurden in den
Markt eingeführt, weitere Produkte stehen kurz vor Markteinführung
- zum Beispiel Mikroblot zur Antikörperbestimmung in der Infektions-
und Autoimmundiagnostik

Nach Abschluss der Förderung arbeitet das Netzwerk Präsymptomatische Tumordiagnostik weiter und ist als Verein organisiert.

Mit der Förderung wurde unter anderem durch zwei Innovationsforen Präsymptomatische Tumordiagnostik, die Herausgabe zweier Tagungsbände und eines Buches "Methods, possibilities and perspectives of pre-symptomatic tumor diagnostics" sowie die Etablierung einer gemeinsamen Homepage eine stärkere gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit bewirkt. Zwischen den Netzwerkpartnern wurden Kooperationsvereinbarungen geschlossen.

Hauptergebnis ist der aus dem Netzwerk hervorgegangene Innovative Regionale Wachstumskern BioResponse, der für seine herausragende Innovationsstrategie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurde und sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren für das Förderprogramm "Innovative regionale Wachstumskerne" qualifizieren konnte.

An dem Projekt aus der Niederlausitz sind neben der Attomol GmbH in Lipten sechs Unternehmen aus der Region und den angrenzenden Ballungsräumen sowie die Bereiche Mikrobiologie, Zellbiologie, Mikrosystemtechnik und Informatik der Fachhochschule Lausitz beteiligt, ebenso die Technische Universität Dresden und die Universität Leipzig.

Insbesondere geht es um die Entwicklung einfacher und kostengünstiger Verfahren zur Früherkennung von Krankheiten, um den so genannten "Lipten-Chip", mit dem zur Krankheitsdiagnose in einem Test mehrere immunologische Parameter bestimmt werden können. Die Technologie besteht aus einem Messgerät und einem von Attomol patentierten Reagenziensystem. Durch die bisherigen Forschungsarbeiten konnte die Machbarkeit des Verfahrens an einfachen multiparametrischen Immun-Tests gezeigt werden. Das Funktionsmuster besteht aus den im Projekt entwickelten Teilkomponenten Mikropartikel, Sensormoleküle /- Zellen, Auswertegerät (Videoscan) sowie Software. Dieses wird im zweiten Quartal 2006 fertig gestellt. Danach werden bis zum April 2007 hauptsächlich weitere Anwendungen entwickelt.

Zunächst soll das Verfahren bei Infektionen oder Autoimmunkrankheiten wie zum Beispiel Rheuma eingesetzt werden. Attomol-Geschäftsführer Dr. Werner Lehmann, der Netzwerkmanager des Netzwerkes Präsymptomatische Tumordiagnostik und Sprecher des Wachstumskerns BioResponse ist, sieht für das Produkt die Möglichkeit, sich weltweit zu etablieren, zum Beispiel in der Bestimmung von Antikörpern oder DNA-Molekülen für die medizinische Diagnostik.

Die Entwicklung neuer Verfahren für die Messung von DNA-Molekülen zur Diagnose von Erbkrankheiten und Infektionserregern ist das Ziel des Projektverbundes DNAproof, der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie von Ende 2005 bis Mitte 2008 gefördert wird. In DNAproof kooperieren sieben Partner des Netzwerks. Technologisch geht es darum, Molekülabschnitte des Erbgutes von humanpathogenen Erregern oder von Genen des Menschen identisch zu vervielfältigen, um diese kostengünstig und schnell nachweisen oder charakterisieren zu können.

Die Produktentwicklungen, die auf den Ergebnissen von BioResponse und DNAproof aufbauen werden, tragen künftig dazu bei, die Produktpaletten der Netzwerkpartner weiter zu füllen. Gegenwärtig sind ca. 25 molekulardiagnostische Produkte und 20 immundiagnostische Produkte am Markt, die durch die Partner Generic Assays GmbH und Attomol GmbH national und international vertrieben werden.

*Netzwerkmanagement-Ost: Mit Hilfe von NEMO will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie neue Impulse für die Bildung und Entwicklung innovativer Netzwerke in der Wirtschaft der neuen Länder geben.

Weitere Informationen unter http://www.tumornetzwerk.de.

Weitere Informationen:


Ralf-Peter Witzmann, Fachhochschule Lausitz
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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