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Universität zu Lübeck, 17.07.03

740.000 Euro für die Lübecker Biotechnologie

Firmenausgründung A3D International nutzt die Antisense-Technologie der Molekularen Medizin

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Rohwer überreicht einen Zuwendungsbescheid im Institut für Molekulare Medizin der Universität zu Lübeck

Auch mit Firmenausgründungen gehen Universität und Universitätsklinikum Lübeck neue, zukunftsträchtige Wege in der Biotechnologie. Die aus dem Uni-Institut für Molekulare Medizin hervorgegangene Firma A3D International GmbH wird voraussichtlich eine kleine Revolution auf dem Mundhygiene- und Körperpflegemarkt auslösen. Wirtschaftsminister Bernd Rohwer überreicht jetzt einen Zuwendungsbescheid der Technologietransferzentrale Schleswig-Holstein über 740.000 Euro (Donnerstag, 17. Juli 2003, 10 Uhr, Transitorium, Haus 50, mittlerer Eingang).


Die Zuwendung erfolgt im Rahmen der Innovationsförderung der Technologietransferzentrale Schleswig-Holstein (TTZ-SH) für die Entwicklung entzündungshemmender Nukleinsäure-Wirkstoffe für orale und dermatologische Applikationen.

Die A3D international GmbH entstand vor einem Jahr im Rahmen einer Ausgründung aus dem Institut für Molekulare Medizin der Universität zu Lübeck (Direktor Prof. Dr. rer. nat. Georg Sczakiel). Der Unternehmenszweck beinhaltet die kommerzielle Verwertung hoch innovativer und solider Forschungsergebnisse aus dem Bereich der so genannten Antisense-Technologie, die ein enormes Entwicklungspotenzial mit großen Zukunftschancen für Wissenschaft, Industrie und Medizin birgt.

Neben der Entwicklung von pharmazeutisch hochqualifizierten Spezialpräparaten werden dabei im besonderen auch medizinisch positionierte Gesundheitsprodukte für Massenmärkte berücksichtigt (z.B. Pflegeartikel und Kosmetika), die eine schnelle und erfolgreiche Produktentwicklung ermöglichen und somit zu einer frühzeitigen Rentabilität aus eigenständiger Ertragsleistung des Unternehmens führen.

Grundlage dieser synergistisch verknüpften Unternehmensstrategie bilden äußerst effiziente und spezifische Wirkstoffe gegen dermatologische Entzündungsprozesse beim Menschen, die durch ihr molekularbiologisches Wirkprinzip unabhängig von den Ursachen einer Entzündung sind.

Prof. Sczakiel ist seit mehr als 15 Jahren maßgeblich an den internationalen wissenschaftlichen Vorarbeiten und der Entwicklung der Antisense-Technologie beteiligt. Dabei klärte er grundlegende Mechanismen zum Wirkprinzip dieser Inhibitoren auf, die heute zum allgemeinen Verständnis und zur erfolgreichen Verwendung der Antisense-Technologie beitragen.

Gegenwärtig konzentriert sich die Firma auf den zahnmedizinischen Bereich und die Mundhygiene. Hierbei finden äußerst effiziente Wirkstoffe gegen Zahnfleischentzündungen gleichzeitig ihre Anwendung in Form von Arzneimitteln für die Behandlung der Parodontose sowie in Form von hochwertigen Zahncremes für die vorbeugende Mundhygiene. Mittelfristig sollen nach diesem Prinzip auch andere dermatologische Indikationsgebiete erschlossen werden.

Die A3D International bezieht Firmenräume im Multifunktionscenter in unmittelbarer Nähe der Universität im neuen Hochschulstadtteil Lübeck. Im Anschluss an die Überreichung des Zuwendungsbescheides besteht Gelegenheit, die Räume zu besichtigen und mit den Firmengründern zu sprechen. Geschäftsführer der A3D International ist Dr. Wolfgang Nedbal.


Rüdiger Labahn, Universität zu Lübeck
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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