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Technische Universität München, 27.05.08

100. Herzklappe per Katheter eingesetzt

Jubiläum am Deutschen Herzzentrum München (DHM) der Technischen Universität München: Knapp ein Jahr nach der ersten Katheter gestützten Aortenklappenimplantation haben die Chirurgen der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am 26.05.2008 den 100. Eingriff mit dieser Methode durchgeführt. Die 90-jährige Patientin litt unter einer schweren Aortenklappenstenose und konnte mit dem Katheterverfahren erfolgreich behandelt werden. Der Eingriff wurde im hoch modernen Hybrid-Operationssaal vorgenommen. Als eine der wenigen Kliniken weltweit implantiert das DHM beide auf dem Markt befindlichen Herzklappenprothesen. Dies bietet den Vorteil, dass noch genauer auf den individuellen Bedarf des Patienten eingegangen werden kann.

Beim revolutionären, extrem minimal invasiven Verfahren der Katheter gestützten Aortenklappenimplantation ist ein Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine nicht mehr notwendig, das Herz schlägt also während der Implantation weiter. Die Dauer des Eingriffs ist wesentlich kürzer und die Methode deutlich schonender als konventionelle Verfahren. Schwerstkranken Patienten, für die eine Operation mit herkömmlichen Verfahren zu risikoreich wäre, kann nun durch das Katheter gestütze Verfahren eine optimale Therapie angeboten werden.

Der Eingriff wird entweder "transfemoral", lediglich über die Punktion eines Leistengefäßes, oder "transapikal", über einen minimalen Hautschnitt im Rippenbereich vorgenommen. Über ein spezielles Ballonkathetersystem bringen die Chirurgen die zu implantierende Herzklappe in die richtige Position im Herzen. Die Implantation wird unter ständiger Ultraschall- und Röntgenkontrolle durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.

"Die Anwendung Katheter gestützter Verfahren im Hybrid-Operationssaal läutet eine neue Ära in der schonenden Behandlung von Herzkrankheiten ein", so Prof. Dr. Rüdiger Lange, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am DHM. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Katheter gestützte Verfahren zur Therapie von Herzklappenerkrankungen als Standardtherapie etabliert haben. Allerdings müssen solche Eingriffe immer in einem herzchirurgischen Umfeld stattfinden, damit im Notfall ohne Zeitverlust konventionell operiert werden kann." Ideal gelöst ist dies im Hybrid-Operationssaal, einer Synthese aus kardiochirurgischem Operationssaal und vollwertigem Herzkatheterlabor. Neben allen Möglichkeiten eines herzchirurgischen Operationssaales bietet der Hybrid-OP zusätzlich eine Durchleuchtungseinrichtung zur Röntgenkontrolle, wie sie für die Katheter gestützten Verfahren notwendig ist. Weltweit gibt es nur sehr wenige Kliniken, in denen ein Hybrid-OP zur Verfügung steht. Der einmalige Erfahrungsschatz der Ärzte und die exzellente technische Ausstattung ziehen Experten aus aller Welt ans DHM, um hier die modernen interventionellen und minimal invasiven Techniken zur schonenden Behandlung von Herzklappenfehlern zu erlernen.

Das Deutsche Herzzentrum München (DHM) der Technischen Universität München ist eines der führenden Spezialzentren zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen bei Erwachsenen und Kindern in Deutschland. Die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München ist international wegweisend auf dem Gebiet der operativen Behandlung erworbener Herzfehler, wie z. B. der Bypasschirurgie und der Herzklappenchirurgie. Darüber hinaus ist das DHM das größte Zentrum zur Behandlung angeborener Herzfehler in Deutschland. In der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie wird lückenlos das gesamte Spektrum der Eingriffe am Herzen und an den großen Blutgefäßen von der Säuglingschirurgie über Klappenrekonstruktionsverfahren, Herzkranzarterien-Revaskularisation, Katheter gestützte Implantation der Aortenklappe und operative Rekonstruktion bzw. interventionelle Stentbehandlung der großen intrathorakalen Körperschlagader bis hin zur Herztransplantation und zum Kunstherzen durchgeführt. Prof. Dr. Rüdiger Lange ist seit 1999 Direktor der Klinik.

Kontakt:
Dipl.-Psych. Ulrike v. Wolffersdorff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Psychologische Patientenbetreuung

Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Deutsches Herzzentrum München
Lazarettstr. 36
80636 München
Tel.: 089/1218-3131
Fax: 089/1218-4123

Weitere Informationen:


Dr. Ulrich Marsch, Technische Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Das Herz (lateinisch-anatomisch das Cor, griechisch-pathologisch die Kardia, καρδία oder latinisiert Cardia) ist ein muskuläres Hohlorgan, das den Körper durch rhythmische Kontraktionen mit Blut versorgt und dadurch die Durchblutung aller Organe sichert. Dabei arbeitet es genauso wie jede Pumpe, indem es die Flüssigkeit (Blut) ventilgesteuert aus einem Blutgefäß (Hohlvenen bzw. Lungenvenen, vgl. unten) ansaugt und durch ein anderes Blutgefäß (Truncus pulmonalis bzw. Aorta, vgl. unten) ausstößt. Wikipedia


 
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Die vier Herzklappen wirken im Herz als Ventile und verhindern einen Rückstrom des Blutes in die falsche Richtung. Jede Herzhälfte hat eine Segelklappe (Atrioventrikularklappe) und eine Taschenklappe (Semilunarklappe). Die Segelklappen liegen zwischen Vorhof und Kammer und heißen Bikuspidalklappe/Mitralklappe (links) und Trikuspidalklappe (rechts). Die Taschenklappen liegen jeweils zwischen Kammer und Ausstromgefäß und heißen Pulmonalklappe (rechts) und Aortenklappe (links). Wikipedia


 
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Ein Implantat ist ein im Körper eingepflanztes künstliches Material, welches permanent oder zumindest für einen längeren Zeitraum dort verbleiben soll. Dabei unterscheidet man häufig nach medizinischen, plastischen und funktionellen Implantaten. Wikipedia


 

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Katheter (v. griech.: καθíημι = hinabsenden, -lassen, fallen lassen) sind Röhrchen oder Schläuche verschiedener Durchmesser aus Kunststoff, Latex, Silikon, Metall oder Glas, mit denen Hohlorgane wie Harnblase, Magen, Darm, Gefäße usw., aber auch Ohr und Herz sondiert, entleert, gefüllt oder gespült werden können. Dies geschieht aus diagnostischen (untersuchungsbedingten) oder therapeutischen (behandlungsbedingten) Gründen. Das Einführen eines Katheters nennt man Katheterisierung oder Katheterisieren. Wikipedia


 

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