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VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, 31.01.07

Vom Vorschulkind bis zur Seniorin: Technische Bildung für alle

Technik-Verständnis ist unabdingbar für den Erfolg in Schule und Berufsleben, aber auch Voraussetzung für das Management von alltäglichen Aufgaben wie z.B. im Straßenverkehr oder in der Kommunikation. Um in Deutschland die Voraussetzungen für eine alle erreichende technisch-naturwissenschaftliche Bildung zu schaffen, haben sich im Dezember Bildungs-Expertinnen und Experten von der frühkindlichen Erziehung bis hin zur Erwachsenenbildung in der Initiative "Technische Bildung in Deutschland" zusammengeschlossen.


Die Position Deutschlands als technologische "Innovationsschmiede" ist akut gefährdet. Zahlreiche Studien belegen in nachdrücklicher Weise die bildungsmäßigen Defizite in den technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen und diagnostizieren hier eine wichtige Ursache für die nachlassende Innovationsdynamik.

Angesichts dessen gehören Fragen der technischen Bildung - im breitesten Sinne quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen - zunehmend zu einem prominenten Anliegen der politischen Gestaltung und der gesellschaftlichen Diskussion. Es existieren vielfältige Initiativen zur Förderung der technischen Bildung, getragen und gefördert von engagierten Praktikern aus dem Bildungsbereich und der Industrie, privaten Förderern und nicht zuletzt öffentlichen Institutionen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.

Diese Vorhaben beziehen sich jedoch in der Regel auf spezifische Aspekte einzelner Sektoren des Bildungssystems. Oft fehlt jungen Frauen, aber auch zunehmend jungen Männern, eine inhaltliche Nähe zu einer Technikausbildung und diese wird kaum noch mit den persönlichen Zielen in Einklang gesehen. Häufig scheitert eine auf innovative Technikberufe ausgerichtete Ausbildungswahl an dem fehlenden Vertrauen in die eigene Kompetenz für eine technische Ausbildung oder Studium.

Maßnahmen, die sich beispielsweise an Abiturienten und Abiturientinnen richten und für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge werben sollen, greifen oftmals zu spät, weil sich die Interessenschwerpunkte bereits viel früher herausgebildet und gefestigt haben. Als weitere Konsequenz dieser segmentierten Aktivitäten bleiben vielfach Kooperationspotenziale zwischen den Beteiligten unerkannt. Gute wie weniger gute Erfahrungen und Praxisbeispiele sind nicht allen zugänglich, die davon profitieren könnten.

Um eine innovationsbezogene, bildungssektorübergreifende Perspektive in der technisch-naturwissenschaftlichen Bildung zu unterstützen, haben sich in der Initiative "Technische Bildung in Deutschland" Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Gliedern der Bildungskette zusammengeschlossen. Das fachliche Spektrum der Beteiligten reicht von der frühkindlichen Pädagogik (Prof. Dr. Hilde von Balluseck, Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin) und der schulischen Bildung (Prof. Dr. Manfred Euler, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften Kiel) über die berufliche Bildung (Dr. Ulrich Blötz, Bundesinstitut für Berufsbildung Bonn) und die Hochschulbildung (Prof. Dr. Andrä Wolter und Karl-Heinz Minks, Hochschul-Informations-System Hannover) bis hin zur Erwachsenenbildung (Dr. Stephanie Conein, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung Bonn) und Mädchen- und Frauenbildung (Prof. Barbara Schwarze, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit Bielefeld).

Ziel dieser innovationspolitischen Initiative ist es, die herausragende Bedeutung der technischen Bildung für das deutsche Innovationssystem sichtbar zu machen, die vielfältigen Aktivitäten zur Förderung der technisch-naturwissenschaftlichen Bildung zu bündeln, Synergien zu nutzen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Es soll eine Plattform entwickelt werden, die den unterschiedlichen Bildungsinitiativen Informationen über das Spektrum an Ansprechpartnern, pädagogischen Ansätzen und vorhandenen Materialien für die technische Bildung bietet. Damit sollen zum einen bestehende Lücken in der technischen Bildung - wie z.B. in der frühkindlichen Erziehung - gefüllt, zum anderen aber auch redundante Mehrfachentwicklungen vermieden werden.

Über eine größere öffentliche und politische Aufmerksamkeit auf die innovationspolitische Dimension der technischen Bildung und die verschiedenen Bildungs-, Qualifizierungs- und Kompetenzerwerbsinstanzen will die Initiative einen Beitrag zur Erhöhung des Wirkungsgrades und zur Weiterentwicklung von Maßnahmen leisten.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) gefördert und von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT) moderiert.

Weitere Informationen:
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Dr. Regina Buhr, Dr. Ernst Hartmann
Tel.: 030 310078-109
buhr@vdivde-it.de


Wiebke Ehret, VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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