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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 13.02.06

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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 13.02.06

Vogelgrippe und mehr - Neue Tendenzen in der Wirkstoffentwicklung

Anlässlich der vom 12.bis 15. März 2006 in Frankfurt stattfindenden Jahrestagung der Fachgruppen der Medizinischen Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) treffen sich internationale Spezialisten der Wirkstoff- und Arzneistoffentwicklung zu unterschiedlichen aktuellen Themen. Als ein Highlight gilt der Beitrag des deutschen Virenexperten Professor Dr. Hans-Dieter Klenk (Universität Marburg), der über die Problematik und Behandlung der Grippe sprechen wird. Er wird auch auf den aktuellen Stand hinsichtlich H5N1-Infektionen (auf Menschen übertragbare Vogelgrippe), Mutationen dazu und Behandlungsoptionen eingehen.


Aktuelle Themen zu den neuesten Tendenzen in Hochschule und Industrie werden diesen Kongress auszeichnen, teilten die Vorsitzenden der Fachgruppen, Dr. Hans Ulrich Stilz (Sanofi-Aventis, Frankfurt) und Professor Dr. Bernd Clement (Universität Kiel), mit. Schwerpunktthemen gibt es zu Chemogenomics, einem Ansatz zur Suche nach Leitstrukturen innerhalb von Proteinfamilien, zum metabolischen Syndrom (Syndrom X, auch Wohlstandssyndrom genannt), zu Chemotherapie und Naturprodukten sowie zu Fortschritten bei der Forschung um G-Protein gekoppelte Rezeptoren, das sind wichtige körpereigene Zielorte für Medikamente. "Hochkarätige Vortragende bieten eine interessante Mischung aus Grundlagenforschung und Anwendungen. Forscher aus den USA, aus England, aus der Schweiz, den Niederlande und aus Deutschland werden die Wirkstoffe und Wirkorte (Targets) von morgen oder übermorgen vorstellen", so Stilz.

Die Wirkstoffforschung in der Pharmaindustrie muss häufig ihre etablierten, traditionellen Wege verlassen, um mit neuen Methoden und neuen Verfahren einen Vorsprung vor den Mitkonkurrenten zu bekommen. Ob dabei Leitstrukturen, die sich von Naturprodukten herleiten oder solche, die durch computergestützte Verfahren, massenspektroskopische Proteom-Analysen oder High-through-put-Screening ermittelt werden, die geeigneteren für potentielle Wirkstoffe sein werden, können die Wissenschaftler nach dem Kongress vielleicht besser beurteilen.

Die Massenspektrometrie hat sich als die wichtigste Methodik in der Proteinanalytik etabliert. Dr. Andrea Sinz, die am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig die Nachwuchsgruppe "Protein-Ligand-Wechselwirkung mittels Ionen-Cyclotron-Resonanz-Massenspektrometrie" leitet, gilt als ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Protein-Massenspektrometrie. Sie hat bemerkenswerte Ergebnisse vorlegen können bei der Aufklärung von Proteinen, Proteinmodifikationen und molekularen Wechselwirkungen, bei dreidimensionalen Strukturbestimmungen von Proteinen und bei der Analyse komplexer Proteinmischungen. Ihr wird in Frankfurt der Innovationspreis 2006 in Medizinisch/Pharmazeutischer Chemie verliehen.

Einer der wichtigen Aspekte dieses Kongresses ist es, die forschungsstarken Bereiche der europäischen Hochschulen mit den verschiedenen Bereichen der Pharmaindustrie zusammenzubringen, so der Veranstalter der Frankfurter Goethe-Universität, Professor Dr. Holger Stark. "Bei einer Zahl von etwa 200 Teilnehmern ergibt sich die besondere Atmosphäre dieses Meetings aus den Wechselspielen Hochschule/Industrie, etablierte Forschung/neue Methoden und Doktoranden/Spitzenforscher sowie aus den persönlichen und direkten Kontakten."

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 27000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Medizinische Chemie mit rund 630 Mitgliedern, vorzugsweise Chemiker und Pharmazeuten, aber auch Informatiker oder Verfahrensingenieure. Die Fachgruppe besteht seit 1971. Sie befasst sich gebietsübergreifend mit Fragen der modernen Arzneimittelentwicklung, insbesondere der Wirkstofffindung, der Leitsubstanzoptimierung unter Einbeziehung der modernen Technologien wie kombinatorische Synthese, Hochdurchsatz-Screeningsysteme auf der Basis molekularbiologischer Grundlagen, Drug Design, Molecular-Modelling, quantitative Struktur-/Wirkungsanalysen, Pharmakokinetik, Metabolismus u.a.

Weitere Informationen:


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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