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Fraunhofer-Gesellschaft, 19.09.07

Virtuell entwickeln, konstruieren und trainieren

Virtuelle Realität verkürzt und erleichtert die Entwicklung neuer Produkte. Das Innovationscluster "Virtual Development, Engineering and Training" will die Technologien nun auch verstärkt dem Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen-Anhalt zugänglich machen. Das Innovationscluster wird am 19. September in Magdeburg eröffnet.

Virtuelle Realität soll helfen, die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinen-und Anlagenbaus zu stärken.
Fraunhofer IFF

Neue Produkte entstehen immer häufiger am Computer. Sie werden digital entworfen, konstruiert, getestet und weiterentwickelt. Am Rechner können Ingenieure etwa eine neue Maschine erproben - ohne erst teure Prototypen bauen zu müssen. Am interaktiven 3-D-Modell lassen sich Produktionsabläufe durchspielen, eventuelle Fehler und Schwachstellen entdecken sowie das Personal schulen. Neue Methoden und Technologien wie Virtuelles Engineering (VE) und Virtuelle Realität (VR) machen es möglich. Bislang nutzen vor allem die Autobauer die Vorzüge des Virtuellen Entwickelns und Konstruierens. Nun sollen die Technologien auch stärker im Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden. Das ist das Ziel des Innovationsclusters "Virtual Development, Engineering and Training".


In dem Cluster arbeiten das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, das Max-Planck-Institut für Systemdynamik Dynamik komplexer Systeme sowie die regionale Großgeräte- und Anlagenbauindustrie, zum Beispiel der Werkzeugbauer Schiess, zusammen. Das IFF koordiniert das Projekt. "Eine Aufgabe ist es, Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, die eine durchgängige Nutzung von VE und VR über den Produktlebenszyklus ermöglichen", erläutert Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk, Leiter des IFF. Außerdem soll VR verstärkt für die Schulung und Qualifizierung von Mitarbeitern genutzt werden.

Sachsen-Anhalt gehört zu den traditionsreichen Maschinenbauzentren. Im Jahr 2005 beschäftigten die 176 ansässigen Unternehmen über 11 000 Mitarbeiter und erlösten mehr als 1,3 Mrd Euro Umsatz. Mit dem Innovationscluster soll das bereits vorhandene Wirtschaftspotenzial der Maschinen- und Anlagenindustrie weiter ausgebaut, neue Produktideen gefördert sowie Arbeitsplätze gesichert werden. Das Kooperationsvorhaben umfasst ein Volumen von insgesamt 6 Mio Euro. Das Geld wird je zu einem Drittel von der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Land Sachsen-Anhalt und der Industrie bereit gestellt.

Ausgangspunkt für die Förderung solcher regionaler Cluster durch die Fraunhofer-Gesellschaft sind die Beschlüsse der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) vom November 2004 und Juni 2005 zum "Pakt für Forschung und Innovation" und zur Exzellenzinitiative für die Hochschulen. "Wer schneller zu Innovationen kommen will, muss sich über Firmen- und Organisationsgrenzen hinweg mit denjenigen zusammentun, die etwas dazu beitragen können", betont Prof. Dr. Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft.

Das Konzept der Innovationscluster hat sich bereits bewährt. Unter dem Motto "Erfolg durch Kooperation - Schneller von der Idee zum Produkt" hat die Fraunhofer-Gesellschaft Cluster zu den Themen Mechatronischer Maschinenbau (Chemnitz), Digitale Produktion (Stuttgart), Optische Technologien (Jena), "nano for production" (Dresden), "Digitale Nutzfahrzeugtechnologie" (Kaiserslautern), "Personal Health" (Erlangen) und "Automotive Quality Saar AQS" (Saarbrücken) gegründet. Weitere Cluster sind in Planung.

Weitere Informationen:


Dr. Janine Drexler, Fraunhofer-Gesellschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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