Vertrauen in deutsch-arabischen Kooperationen
Vertrauen gilt als Schlüsselkompetenz in den arabischen Staaten. Aber wie kann Vertrauen aufgebaut werden? Renommierte Fachleute stellen sich dieser Frage und treffen sich an der Hochschule Heilbronn zu einem Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Vertrauen ist die Grundlage jeglicher sozialer Beziehung. Dass Vertrauen jedoch nicht nur in privaten Bereichen, wie zum Beispiel in Familie oder Partnerschaft wichtig ist, sondern auch im Berufsleben relevant wird, konnte durch Forschungen bereits nachgewiesen werden. So wird durch Vertrauen beispielsweise die Kooperations- und Koordinationsbereitschaft von Akteuren in Unternehmen gesteigert. Dass Vertrauen gerade auch in grenzüberschreitenden Kooperationen besonders wichtig ist, wird niemand ernsthaft bestreiten. Die Frage ist jedoch: Wie kann Vertrauen in interkulturellen Beziehungen aufgebaut werden? Die Erfahrungen von Praktikern zeigen gerade, dass kulturelle Unterschiede bezüglich des Werte- und Normensystems, aber auch die Unkenntnisse über die anderskulturellen "Spielregeln" im Geschäftsleben häufig zu Irritationen und Misstrauen führen.
Vertrauen spielt nun aber gerade in den arabischen Staaten eine besondere Rolle. "Bezeichnend für den Arabischen Kulturraum ist, dass persönliche Beziehungsnetzwerke Voraussetzung für den Geschäftserfolg sind", erklärt Prof. Dr. Elias Jammal (Hochschule Heilbronn). Die Kompetenz, auf Vertrauen basierende Beziehungen aufbauen zu können, wird damit zur Schlüsselkompetenz für wirtschaftliches Handeln in den arabischen Staaten.
Die Faktoren, die den Aufbau von Vertrauen in deutsch - arabischen Kooperationen beeinflussen, sowie die Nutzung der Forschungsergebnisse für die Entwicklung eines interkulturellen Trainings, das einer interessieren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist das Ziel des Projektes.
Als Auftaktveranstaltung für das Forschungsprojekt, wird am 19. Mai eine Tagung stattfinden, bei der WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen zum Thema Vertrauen ihre Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zur Diskussion stellen. Unter ihnen sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen, wie beispielsweise Frau Prof. Dr. Susanne Enderwitz von der Universität Heidelberg (Islamwissenschaftlerin), Prof. Dr. Martin Schweer von der Universität Vechta (Pädagogische Psychologie), Prof. Dr. Torsten Kühlmann von der Universität Bayreuth (Betriebswirtschaft) sowie Prof. Dr. Jürgen Bolten von der Universität Jena (Interkulturelle Kommunikaton).


