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Technische Universität Berlin, 13.03.07

TUB: Der Reichstag im Reichstag - Bitte berühren

TU-Studierende bauten ein Tastmodell für Blinde und Sehbehinderte Ausstellung im Deutschen Bundestag / Präsentation am 20. März 2007

Hunderte von blinden und sehbehinderten Menschen besuchen jährlich den Reichstag in Berlin. Die Kommission des Ältestenrates für Innere Angelegenheiten des Bundestages nahm das zum Anlass, ein Modellprojekt für mehr Barrierefreiheit zu initiieren. Sie beauftragte das Fach Modellbau im Institut für Architektur der TU Berlin mit der Realisierung eines Tastmodells. Aus mehr als 1000 Einzelteilen entstand in zweieinhalb Jahren ein detailgetreues und sehbehindertengerechtes Modell des Reichstagsgebäudes und seiner Umgebung, das nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird.


Zeit: Dienstag, den 20. März 2007, 14 bis 15 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Gäste ohne Hausausweis finden sich bitte am Eingang Süd (Richtung Branden-burger Tor) ein. Bitte Personalausweis nicht vergessen!

Mehr als 200 Studierende nahmen an den Seminaren teil, setzten sich mit dem Thema "Architekturdarstellung für Blinde und Sehbehinderte" auseinander und realisierten schließ-lich das Modell mit einer Kantenlänge von etwa 1,50 Meter. Sie wurden unterstützt von Betroffenen im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). "Mehrmals hatten wir Besucher vom DBSV in unserer Modellbau-Werkstatt, zeigten ihnen unsere Modelle und diskutierten mit ihnen die Ausarbeitungen", erklärt Burkhard Lüdtke, Leiter des an deutschen Universitäten einmaligen Studienfachs. "In mehreren Selbstversuchen ließen sich die Studierenden sogar mit verbundenen Augen selbst durch den Reichstag führen, um einen Eindruck zu bekommen, wie Blinde ihre Umgebung wahrnehmen."

Entstanden ist ein maßstabsgetreues Modell im Maßstab 1:100. Es gibt kompromisslos genaue Details der Gründerzeitarchitektur wieder und abstrahiert bei den modernen Baukörpern. Auch für Sehende ist das Modell daher eine Bereicherung. Außerdem wurde ein völlig neues Material zur Darstellung von Sandstein entwickelt.

Programmablauf:

Musik
"Du bist sehend, ich bin blind", gesungen von Oliver Hölzen, Hamburg (aus dem Musicalprojekt "Stärker als die Dunkelheit" des DBSV)

Begrüßung
Gerda Hasselfeldt, MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Vorsitzende der Kommission des Ältestenrates für Innere Angelegenheiten

Einführung
Dagmar Freitag, MdB, Initiatorin des Projektes, Federführendes Mitglied der Kommission des Ältestenrates für Innere Angelegenheiten

Grußwort
Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V.

Grußwort
Prof. Dr. Johann Köppel, Vizepräsident der Technischen Universität Berlin

Musik
"Stärker als die Dunkelheit", gesungen von Annemarie Kock, Magdeburg, und Oliver Hölzen, Hamburg (aus dem Musicalprojekt "Stärker als die Dunkelheit" des DBSV)

Auf Wunsch des DBSV ist außerdem ein Umgebungsrelief des Parlaments- und Regie-rungsviertels entstanden, damit die blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besucher des Deutschen Bundestages sich ein "Bild davon verschaffen" können, in welcher exponierten städtebaulichen Situation sich das Reichstagsgebäude befindet. "Zu sehen" sind neben dem Reichstagsgebäude unter anderem die Bundestagsneubauten, das Bundeskanzleramt, das Brandenburger Tor, das Holocaustmahnmal sowie die Spree und Straßenzüge. Das Tastmodell und das Umgebungsrelief werden dauerhaft auf der Besucherebene des Reichstagsgebäudes an exponierter Stelle stehen.
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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Burkhard Lüdtke, Technische Universität Berlin, Institut für Architektur, "Designbaustelle" des Fachs Modellbau, Ackerstraße 76, 13355 Berlin, Tel.: 030 / 314-21819,
E-Mail: 1-art@web.de

Weitere Informationen:


Dr. Kristina R. Zerges, Technische Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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