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Universität des Saarlandes, 03.02.06

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Universität des Saarlandes, 03.02.06

Tagung: Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter

"So nämlich soll jeder nach unserer Weisung mit seinem Anteil zufrieden sein ..." - Am 6. Februar 806 erließ Kaiser Karl der Große die "Divisio regnorum" und teilte das Fränkische Reich unter seinen drei Söhnen auf.
Aus Anlass des 1200. Jahrestages des Gesetzes, das Reichsteilungsplan und Erbverfügung in einem enthielt, treffen in historischer Region - Karl unterzeichnete im benachbarten Thionville (Diedenhofen) - mehr als hundert Geschichts- und Rechtswissenschaftler aus vieler Herren Länder auf dem Saarbrücker Campus zusammen.

"Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter", so ihr gemeinsames Thema, das aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet werden soll: Über die karolingischen erbrechtlichen Verfügungen hinaus stehen die unterschiedlichen Praktiken der europäischen Dynastien des westeuropäischen Mittelmeerraumes im Zentrum.
Wann fertigte ein Herrscher eine erbrechtliche Verfügung an? Worüber? Wurde hinsichtlich Reich, also Herrschaft und Immobilien, und Schatz, also den Mobilien, differenziert? Wer wurde begünstigt? Gibt es Herrscher, die gar nicht, andere hingegen, die besonders häufig testierten, und warum? Welcher Art ist die Überlieferung und die Rechtsform? - Fragen wie diese werden im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen stehen.
Dabei erhofft sich Veranstalterin Prof. Dr. Brigitte Kasten neue Erkenntnisse unter anderem über die mittelalterliche Staatlichkeit; nie zuvor wurden - mit Ausnahme der Divisio regnorum - Herrschertestamente und erbrechtliche Verfügungen etwa für die Fragestellung herangezogen, ob und wie zwischen Reich und Schatz, also öffentlichem und privatem Bereich, differenziert wurde, wie sich diese Praxis änderte und von Dynastie zu Dynastie unterschied.
Neue Einblicke werden insbesondere auch in den Eigentumsbegriff wie in die Übertragung von Eigentum von einer auf die nächste Generation erwartet. Durch den geweiteten Blick auf die westeuropäischen Dynastien sollen historische Entwicklungslinien, abgebrochene Traditionen und neue Verhaltensmuster zu Tage treten.
Auch die materielle Kultur im Mittelalter verspricht durch den Blick auf Testamente und Verfügungen erhellt zu werden: Welche Gegenstände wurden vererbt? Hatten sie Gebrauchswert oder eher symbolischen oder ideellen Wert? Wie verfuhr man mit herrschaftlichen Insignien und Herrschaftszeichen? - Bis hin zur Frage, was Könige und was Königinnen vererben durften.

Prof. Dr. Brigitte Kasten lehrt an der Universität des Saarlandes Geschichte des Mittelalters. Zu ihren Forschungsgebieten zählen u.a. die Verfassungsgeschichte und Politische Geschichte des Frankenreiches, Sozial-, Wirtschaftsgeschichte sowie Kloster-, Rechts- und Verwaltungsgeschichte des Mittelalters (und der Frühen Neuzeit) und Gesellschaftliche Konfliktaustragung und -bewältigung im Mittelalter.

Weitere Informationen zur Tagung sowie zum Programm im Internet unter
http://www.uni-saarland.de/fak3/kasten

Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit
Prof. Dr. Brigitte Kasten
Tel.: 06 81 / 3 02 - 33 12/ 3363
Fax: 06 81 / 3 02 - 29 34
Email: b.kasten@mx.uni-saarland.de

Weitere Informationen:


Claudia Ehrlich, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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