Strahlenschutz in der Medizin
Aufgabe der ärztlichen Stelle Hessens ist es, im Auftrag des Sozialministeriums des Landes Hessen darüber zu wachen, dass die Betreiber von Röntgeneinrichtungen ihre Patienten mit der geringst möglichen Dosis bei best möglicher Bildqualität diagnostizieren. Eine Reihe von Anwendern haben diese Anforderungen in der Vergangenheit vorbildlich erfüllt. Ihnen soll im Rahmen der Veranstaltung hierfür ein Zertifikat überreicht werden.
Kaum ein schwerwiegendes körperliches Gebrechen kann ohne Röntgenaufnahmen diagnostiziert werden. Seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen hat die Röntgendiagnostik ungeheure Fortschritte gemacht. Angefangen von der Entwicklung der Verstärkerfolien über die Fernsehtechnik bis zur modernsten Computertechnologie konnten in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und die medizinische Diagnostik geradezu revolutioniert werden. Die Möglichkeiten den menschlichen Körper darzustellen wurden immer vielfältiger, die gewonnenen Bilder immer aussagekräftiger. Darüber hinaus lassen sich inzwischen Behandlungen durchführen, die nur unter Sichtkontrolle eines Röntgenverfahrens wie Durchleuchtung oder Computertomographie möglich wurden. So lassen sich z.B. Gefäße wiedereröffnen oder ihr vollständiger Verschluss verhindern, Gewebeproben entnehmen, ohne den Körper chirurgisch öffnen zu müssen, Drainagen und Katheter platzieren, Fremdkörper entfernen und vieles mehr.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Anwendung von Röntgenstrahlung am menschlichen Körper nicht ohne Risiken ist. Die Strahlung kann unter anderem die Erbsubinformation der Zellen schädigen. Dies kann noch nach Jahrzehnten die Entstehung bösartiger Tumore bewirken oder zu Fehlbildungen der Nachkommen führen. Besonders Kinder und junge Erwachsene im gebärfähigen Alter sollten deshalb vor vermeidbarer Röntgenstrahlung besonders geschützt werden.
Den Organisatoren der Informationsveranstaltung ist es außerdem gelungen, eine Ausstellung über den nichtmedizinischen Einsatz der Röntgenstrahlung bei der Bekämpfung von Kriminalität, Schmuggel und Terrorismus nach Gießen zu holen. Prof. Dr. Hermann Vogel, Chefarzt des Albers-Schönberg-Instituts Hamburg, sammelt seit Jahren Bilder von Röntgen-Kontrollen an Grenzen und hat bereits mehrere Ausstellungen zu den Themen: "Grenzen, Drogen, Waffen, Menschen - Fahndung mit Röntgenstrahlung" oder "Gewalt im Röntgenbild - Krieg, Folter, Gesellschaft" organisiert und ist Autor des international beachteten Buches: "A Radiologic Atlas of Abuse, Torture, Terrorism, and Inflicted Trauma".
Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Alzen
Zentrum für Radiologie
Abteilung Kinderradiologie
Feulgenstraße 12, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41931
Gerhard.Alzen@radiol.med.uni-giessen.de


