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Universität Erfurt, 14.08.06

Sprache und Literatur des Mittelalters in Thüringen

Kolloquium vom 21. bis 23. August 2006 im Erfurter Augustinerkloster

Der kulturgeschichtlich bedeutsame Raum Thüringen steht im Mittelpunkt eines Kolloquiums zur mittelalterlichen Sprache und Literatur, dass vom 21. bis 23. August 2006 im Erfurter Augustinerkloster stattfindet. Das Kolloquium wird von der Arbeitsstelle "Deutsche Texte des Mittelalters" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Erfurt veranstaltet. Anlass für das Arbeitstreffen ist der 70. Geburtstag von Professor Rudolf Bentzinger am 22. August 2006, dessen wissenschaftliche Lebensleistung in vielfältiger Weise mit der mittelalterlichen Sprache und Literatur seiner thüringischen Heimat verbunden ist.

Thüringen ist für die gesamte deutsche Literaturgeschichte eine der wichtigsten Kulturlandschaften, und für die mittelalterliche Literatur war Thüringen von zentraler Bedeutung. Die Landgrafen gehörten bereits im 12. Jahrhundert zu den ersten Förderern volkssprachiger Dichtung überhaupt. In ihren Diensten standen unter anderem Heinrich von Veldeke, Herbort von Fritzlar, Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide. Die zentral gelegene thüringisch-hessische Region stellte im Hoch- und Spätmittelalter ein Bindeglied zwischen den traditionsreichen deutschen Kernlanden und den seit dem Hochmittelalter kolonisierten Gebieten östlich von Saale und Elbe dar. Schon im Mittelalter förderten nicht nur die thüringischen Fürsten und Bischöfe intensiv die Kultur (Minnesang, Epik, Wissensliteratur). Auch die städtischen 'Metropolen' - allen voran Eisenach und Erfurt -entwickelten sich rasch zu literarischen Zentren (Lieder, religiöse Dichtung, Schwänke, Chroniken, Rechtstexte). Die von den Bürgern 1392 gegründete Erfurter Universität war ein Wissenschaftszentrum von nationaler und letztlich sogar gesamteuropäischer Bedeutung.

In dem Kolloquium sollen weiterführende Einzelstudien und eine Zusammenschau der bisherigen Forschungen zur mittelalterlichen Sprache und Literatur in Thüringen geboten werden. Als Diskussionsforum soll das Kolloquium zugleich eine Basis für die Fortführung von Projekten an zahlreichen deutschen und ausländischen Universitäten und Akademien schaffen.

Kontakt:
PD Dr. Martin J. Schubert, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin
Tel: (030) 20370 282

Weitere Informationen:


Jens Panse, Universität Erfurt
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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