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Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, 09.05.08

"Die Krise wird vor der Krise bewältigt"

Wittener Fortbildung "Erfolgreiches Krisenmanagement in der Ernährungsbranche" thematisierte auch die Öffentlichkeitsarbeit

"Es gibt in der Krise keine Patentlösungen", betonte Andreas Pache, Geschäftsführer Verwaltung und Finanzen der Lebensmittelfirma Coppenrath & Wiese, anlässlich der Fortbildung "Erfolgreiches Krisenmanagement in der Ernährungsbranche" an der Universität Witten/Herdecke (UWH). Entscheidend sei, so Pache, Krisen schnell und kompetent zu lösen und von vornherein alle Mitarbeiter zu informieren. Die erfolgreiche Krisenbewältigung bei der Firma Coppenrath & Wiese im Jahr 2003 diente bei der Fortbildung als anschauliches Praxisbeispiel. Die Veranstaltung war Start einer Serie rund um die Themen Nachhaltige Unternehmensführung und Risikomanagement, welche im Oktober fortgeführt wird und das etablierte Weiterbildungsprogramm "RisikomanagerFood der Universität Witten/Herdecke" (im September in Hamburg und im November in Bielefeld) um Spezialthemen ergänzt.

Bei der Fortbildung Ende April gab die Pressestaatsanwältin Dr. Frauke Wilken aus Oldenburg den Teilnehmern mit auf den Weg, dass "aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Kooperationsbereitschaft der Unternehmen bei Verdachtsmomenten von entscheidender Bedeutung ist. Zeigt das betroffene Unternehmen sich kooperativ, kann dies auch in Erklärungen der Staatsanwaltschaft gegenüber der Presse Erwähnung finden." Für die beiden Veranstalter Dr. Christian Geßner und Dr. Axel Kölle, beide wissenschaftliche Mitarbeiter der UWH-Wirtschaftsfakultät, belegt das die Dringlichkeit ihres Ansatzes zum vorbeugenden Risikomanagement: "Die Krise wird nicht dann gelöst, wenn sie da ist, sondern kann nur dann gelöst werden, wenn bereits im Vorfeld potentielle Risiken der Anspruchsgruppen analysiert und eine offene Kommunikationskultur etabliert wurden", macht Kölle deutlich. "Wichtig ist es uns, stets die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Praxis anschaulich und umsetzbar zu vermitteln", ergänzt Geßner.

Das Seminar "Krisenmangement", richtete die UWH mit den Kooperationspartnern Lebensmittel-Zeitung und Engel & Zimmermann AG aus. Der Vorstand der Kommunikationsagentur Engel & Zimmermann AG, Frank Schroedter, wies darauf hin, dass insbesondere "eine regelmäßige, professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der besseren Krisenbewältigung im Ernstfall" diene. Der Medienrechtler Dr. Walter Scheuerl von der Sozietät Graf von Westphalen empfahl, "sobald Unternehmen erfahren, dass Journalisten kritisch recherchieren und von Dritten eventuell falsch oder einseitig informiert worden sind, die Rechtsabteilung des Senders oder Verlages zu kontaktieren, um über diese die Sensibilität der zuständigen Redaktion bezüglich eines geplanten Beitrages zu erhöhen." Für Medientrainer Dr. Matthias Michael gilt es, den "Umgang mit Medienvertretern permanent zu trainieren und im Falle einer Krise das Vertrauen der Kunden durch konsequentes, wahrheitsgetreues Auftreten zu erhalten."

Kontakt:
Dr. Axel Kölle & Dr. Christian Geßner, 02302/926-573 & 581

Weitere Informationen:


Bernd Frye, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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