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Ruhr-Universität Bochum, 14.02.08

HIS-Projektbericht zum Studienabbruch: Zahlen für die RUB nicht relevant

An den Unis fallen die Abbrecherquoten

Die Schlagzeile "Der Bachelor-Kanditat neigt zum Abbruch", stimmt für die Universitäten nicht. Es muss berücksichtigt werden, dass der von der HIS untersuchte Absolventenjahrgang 2006 überwiegend BA-Absolventen aus Studienfächern einbezogen hat, die früher in noch höherem Maße zum Studienabbruch neigten. Dies resultiert daraus, dass überwiegend die Geisteswissenschaften frühzeitig umgestellt haben und die Studienfächer mit traditionell geringen Abbrecherzahlen wie z.B. Medizin und Rechtswissenschaft nicht zu den gestuften Studiengängen gehören. In dem Projektbericht wird deutlich, dass z.B. der Abbrecheranteil im Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaften bislang bei über 40 % lag und jetzt auf 32 % reduziert werden konnte. In den Sozialwissenschaften konnte der Anteil sogar von 42 % (Absolventen 1999) bzw. 27 % (Absolventen 2004) auf 10 % (Absolventen 2006) reduziert werden. Die nach wie vor hohe Zahl an Studienabbrechern in den Naturwissenschaften ist durch die weiterhin hohen Anforderungen an die Studierenden zu erklären (konstant 28 %), auffällig ist jedoch in dieser Fächergruppe die deutliche Verbesserung der Geographie von 36 % Abbrecher (1999) auf 15 % (2006). Die Ingenieurwissenschaften haben an den Universitäten zum großen Teil erst 2007 auf BA/MA umgestellt.


Ziele erreicht

2001/2002 setzte die Ruhr-Universität als eine der ersten deutschen Hochschule die sog. Bologna-Erklärung (mit der Forderung nach einem einheitlichen europäischen Hochschulraum) um. In den Geistes- und Naturwissenschaften stellte sie flächendeckend von den bisherigen Abschlüssen Magister, Diplom und Lehramt Sekundarstufe II auf gestufte Studiengänge (Bachelor und Master) um. Dabei verfolgte die RUB zwei große Ziele: Zum einen sollte die Zahl der Absolventen insgesamt erhöht werden. Zum anderen sollten möglichst viele ihr Studium innerhalb der Regelzeit erfolgreich beenden. Mittlerweile liegen aussagekräftige Statistiken für die beiden Studienjahre vor, in denen die ersten umfangreichen Jahrgänge sechs Semester Bachelorstudium hinter sich hatten, 2005 und 2006. Die Zahlen belegen, dass beide Ziele erreicht wurden.

Absolute und relative Erfolge

In den Jahren 2000 bis 2004 brachte die RUB zwischen 2476 und 2760 Absolventinnen und Absolventen hervor. 2005 stieg die Zahl auf 3190, im Jahre 2006 lag sie bei 3893. Diese absoluten Erfolge drücken sich auch in Relationen aus. Jahr für Jahr ermittelt das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik die Gesamtzahl der Absolventen in NRW - und den Anteil der jeweiligen Hochschule daran. Hier konnte sich die RUB von zirka acht Prozent (2000-2004) auf 10,4 Prozent (2006) verbessern, überholte dabei die etwa gleichgroßen Hochschulen in Aachen und Bonn und liegt nun landesweit auf Platz drei (hinter den größeren Universitäten Köln und Münster). Bei der Regelstudienzeit sind die positiven Veränderungen noch prägnanter: Im Studienjahr 2003 hatten von 1992 Absolventen (ohne Promotion) 321 (16 Prozent) ihr Studium in der Regelstudienzeit beendet. Im Studienjahr 2006 hingegen beendeten 354 von 863 Absolventen (41 Prozent) des 2-Fach-Bachelors ihr Studium innerhalb der sechssemestrigen Regelstudienzeit. Beim 1-Fach-Bachelor waren es sogar 59 Prozent (151 von 258).


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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