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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 22.08.06

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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 22.08.06

Pressedienst: Die Rolle der Frauenärztinnen und -ärzten hat sich verändert

Die meisten Frauen sind heute selbstbewusst und zum Beispiel durch Massenmedien gut informiert. Auch das Internet bietet zum Teil gute Informationsmöglichkeiten, oft genug leider aber auch unbewiesene Behauptungen und riskante Fehlinformationen.
Die Vorstellungen vom eigenen Leben werden von einem Wohlbefindlichkeitsansatz (Salutogenese) und nicht unter dem von Krankheit und Leid (Pathogenese) geleitet. Dementsprechend ist es gerade in der Frauenmedizin sehr wichtig geworden, verständlich zu informieren und den Wunsch zur Entscheidungsfreiheit zu akzeptieren.

Frauen organisieren sich insbesondere bei chronischen und schwierig zu behandelnden Krankheitsbildern, wie etwa der Endometriose. Auch bei Krebs wird das Ziel einer Behandlung - das nicht immer die Lebensverlängerung sein muss - ausgedehnter diskutiert als früher. Ähnliches gilt für die Geburtshilfe. Besonders in den Vordergrund getreten ist der Dialog über individuelle Vor- und Nachteile von Maßnahmen zur Bewältigung von Problemen in den Wechseljahren und danach.

Die Zunahme an Frauen in der ärztlichen Weiterbildung führt dazu, dass in Zukunft nahezu ausschließlich Frauen mit Frauenärztinnen zu tun haben. Das verändert viele Aspekte von Wahrnehmung, Kommunikation und therapeutischem Ansatz.

In der Fortpflanzungsmedizin ist das Risikobewusstsein vernünftigerweise gestiegen. Mehrlinge sind als großes Problem erkannt. Manche Vermeidungsstrategien sind in Deutschland nicht möglich. Und nicht zuletzt sollte das individuelle Schwangerschaftsrisiko einer Frau vor reproduktionsmedizinischen Maßnahmen geklärt sein.

In der Pränatal- und Geburtsmedizin setzt sich auf Wunsch der werdenden Eltern zunehmend ein gestuftes Programm zur individuellen Risikoabschätzung durch. Außerdem kann bei entsprechendem medizinischen Einsatz ein Großteil der Risiken für Schwangerschaft und Geburt bis zur Hälfte der Schwangerschaft festgestellt werden.

Durch das zunehmende Alter der Mütter bedingt werden sich erworbene Veränderungen und Erkrankungen der Mutter - wie ein Diabetes - vermehrt auf die Schwangerschaften auswirken, wenn dem nicht entgegengetreten wird. Die Geburtsplanung sieht bei bestimmten Risikokonstellationen, wie einer Übergröße des Kindes öfter als früher einen Kaiserschnitt als notwendig an, da das Operationsrisiko eines Kaiserschnitts heute überschaubar ist; er ist dann jedoch eine Hypothek bei darauf folgenden, weiteren Schwangerschaften.

In der operativen Gynäkologie hat sich der Trend zur Knopflochchirurgie weiter fortgesetzt; dies gilt auch für "große Operationen". Neue Techniken haben insbesondere auch die Operationen bei Inkontinenz verändert. Größere Eingriffe oder spezielle Operationen, etwa bei ausgedehnten Tumoren, wurden in letzter Zeit schon an Schwerpunkt-Kliniken konzentriert. Eine offizielle Zentrenbildung ist das Ziel.

Bei Krebserkrankungen werden neue Konzepte angewendet, die insbesondere Rezeptor-spezifische Therapien beinhalten oder solche, die individuell im Rahmen genetischer Abklärungen optimale Therapien auswählen lassen.
inen der größten Schritte beim durch Viren ausgelöste Gebärmutterhalskrebs stellt die Impfung gegen HPV (humane Papillomviren) dar, die wahrscheinlich im nächsten Jahr zu Verfügung stehen wird.

In der Medizin des höheren Lebensalters werden lindernde (palliative) Maßnahmen einschließlich Operationen großzügiger vorgenommen. Dadurch lassen sich Lebensqualität und Pflegebedürftigkeit im positiven Sinn beeinflussen.
Nicht zuletzt werden Hormontherapien individuell nach Bedarf sowie Indikation eingesetzt und damit die in den letzten Jahre so beschworenen Risiken begrenzt.

Bei allem spielt das Thema Kommunikation die entscheidende Rolle. Hier wurden besonders bei der Gestaltung der neuen Weiterbildungsordnung Schwerpunkte gesetzt. Die sprechende Medizin ist weiter auf dem Vormarsch. Gynäkologinnen und Gynäkologen sind und bleiben die Ärztinnen und Ärzte der Frau in jeder Lebensphase.

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Weitere Informationen:


Dipl.Pol. Justin Westhoff, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachges
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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