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Universität Trier, 30.01.08

Schlagworte

Studiengebühren

Politik trifft Universität: Arbeitskreis Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur der SPD-Landtagsfraktion informiert s

Die deutliche Unterstützung der Universitäten durch die Landesregierung mit einem neuen Hochschulprogramm über 200 Millionen Euro in fünf Jahren und die damit verbundene Unterstützung der Grundausstattung der Universität war eines der erfreulichen Themen

Der Arbeitskreis Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur (WWFK) der SPD-Landtagsfraktion mit der Unileitung während der Sitzung in der Universität Trier.
H.Neyses

Der wissenschaftspolitische Sprecher Dr. Matthias Krell (MdL) und der Vorsitzende des Ausschusses für WWFK Manfred Geis (MdL).
H.Neyses

Durch das neue Sondervermögen erhält die finanzielle Situation der Universitäten in RLP eine Verbesserung, die wie eine Kompensation von Studiengebühren wirkt. Von 2009 bis 2013 sind das zusätzlich 40 Millionen Euro jährlich. Mit der Aufstockung des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" aus Haushaltsmitteln um 50 Prozent ab 1. Januar 2008 fließen damit in den nächsten Jahren rund 400 Millionen Euro zusätzlich an die Hochschulen in RLP.
Die Mittelvergabe basiere diesmal auf vereinfachten Verfahren und soll Forschung und Lehre sowie die Forschungsinfrastruktur in Hochschulen und Forschungseinrichtungen gezielt unterstützen und ausbauen, informierte der wissenschaftspolitische Sprecher Dr. Matthias Krell (MdL). Mit ihm nahmen der Vorsitzende des Ausschusses für WWFK Manfred Geis (MdL), Bernd Lang, Martin Haller, Fritz Presl, Praktikantin Katharina Reich sowie die Trierer SPD-Abgeordnete Ingrid Sahler-Fesel an dem Treffen mit der Trierer Universitätsleitung teil, die von Präsident Peter Schwenkmezger, den Vizepräsidenten Wolfgang Klooß und Michael Jäckel sowie Kanzler Klaus Hembach vertreten wurde.


Die Universitätsvertretung nutzte die Gelegenheit, Probleme und Wünsche in die Politik zu transportieren: Die Themen umfassten die finanzielle Situation der Universität, den massiven Generationswechsel, Gehaltseinbußen bei der W-Besoldung zwischen 25.000 und 30.000 Euro in einem Zeitraum von fünf Jahren, die Einführung von Lehrprofessuren mit 16 bis 18 Stunden Wochendeputat, den Hochschulpakt, die Multimedia-Initiative des Landes und die Forschungsförderung nach Schwerpunkten. Letztere berücksichtige leider eine Vielzahl von Forschern und Einzelforschern nicht, die jenseits von Verbünden gute Arbeit leisten, informierte der Präsident. Sie haben einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, es sei denn, die Grundausstattung bietet die Möglichkeit, Projekte zu entwickeln.

Die Politiker/innen ihrerseits griffen Vorschläge auf und brachten eigene Anfragen und Themen ein, wie etwa die Zusammenarbeit der Hochschulen über die Region und Grenzen hinaus. Schwenkmezger informierte sie über bestehende Kooperationsabkommen und die Anerkennung von Leistungsnachweisen an anderen Universitäten im Rahmen des Universitätsverbundes Südwest zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie im Rahmen des Kooperationsabkommens mit der Universität Luxemburg.

Zur Auswirkung der Studiengebühren
Wie wirkt sich die Einführung von Studiengebühren in den Nachbar-Bundesländern aus? Eine Frage, die für Politik und Hochschulen in RLP von großem Interesse ist. Die meisten rheinland-pfälzischen Abiturienten bleiben zum Studium in RLP, nicht zuletzt aufgrund der Studiengebühren "nebenan". An der Uni Trier sind das rund 50 %. Weitere 50 % kommen aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern. "Zwar ist der erwartete Ansturm auf die rheinland-pfälzischen Universitäten ausgeblieben", berichtete Schwenkmezger, "doch hat sich das Nachfrageverhalten der Studierenden nach Serviceleistungen, besseren Tutorien und Studienbedingungen stark erhöht". Dem müsse man nachkommen.

Bachelor- und Master-Studiengänge in der Umsetzungsphase
Vizepräsident Klooß sprach neben den positiven Effekten vor allem auch Kapazitäts- und Koordinationsprobleme bei der Umstellung auf BA/MA-Studiengänge an. Dies schließe unter anderem die Organisation der Schulpraktika und die fehlende Ausstattung in der Fachdidaktik ein. Die Universitätsleitung habe hier bereits Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen. Er umriss insbesondere die Herausforderungen an die kleinen Fächer: Ungeachtet geringer Ressourcen haben sie eigene Studiengänge entwickelt oder sich Verbünden angeschlossen, was zu neuen attraktiven Lehrangeboten geführt habe. Klooß vermittelte den Politikern, dass eine derart einschneidende Veränderung der Studiensituation erhebliche Anforderungen an die Universität stellt. Gleichwohl sei die Kollegenschaft mit großem Engagement der Umstrukturierung begegnet, so dass alle bisher begutachteten Studiengänge bei der Akkreditierung erfolgreich gewesen sind. Erfreulich sei auch, dass die Fächer Biologie und Informatik als Lehramtsfächer für Gymnasien und Realschulen an der Universität Trier eingerichtet wurden.

Weitere Informationen:


    Heidi Neyses M. A., Universität Trier
    Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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