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Telematikplattform für Medizinische..., 08.09.06

Patienten-Relevanz von Alzheimer-Medikamenten ist anerkannt!

Kompetenznetz Demenzen begrüßt Therapie-Sicherheit für Alzheimer-Patienten nach IQWiG-Vorbericht zu Cholinesterase-Hemmern

"Damit ist die Streichung der Kostenübernahme für die Alzheimer-Medikamente aus dem Leis-tungskatalog der Krankenkassen hoffentlich endgültig vom Tisch", erklärte Prof. Dr. Wolfgang Maier, Sprecher des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Kompetenznetzes Demenzen (KN Demenzen). "Daher begrüßen wir den Bericht aus Köln, auch wenn wir seine auf Teilbereiche bezogenen weniger positiven Schlussfolgerungen nicht teilen".

Der heute vorgelegte Vorbericht über die "Wirksamkeit von Cholinesterasehemmern bei Alzheimer Demenz" des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus Köln spricht eindeutig von einem therapeutischen Nutzen der untersuchten Wirkstoffe für die betroffenen Patienten. "Zunächst einmal sind wir im Interesse der Patienten froh darüber, dass das Institut zu diesem Schluss gekommen ist", so Maier weiter. Die Wirksamkeit dieser Substanzen ist ja bereits früher durch nationale und internationale Zulassungsbehörden eindeutig bestätigt worden. Der Vorbericht anerkennt nun nicht nur erneut die Wirksamkeit, sondern stellt zusätzlich den Nutzen dieser Medikamente für die Patienten und ihre Angehörigen fest. Solange es noch keine kausale Therapie der Alzheimer-Demenz gibt, die die Krankheit heilt, muss jedem Patienten die Möglichkeit zur medikamentösen Therapie mit Cholinesterasehmmern gege-ben sein.


Gleichwohl teilt das KN Demenzen die Ansicht des IQWiG, dass Langzeitstudien mit einer großen Anzahl von beobachteten Patienten nötig sind, um die Langzeitwirkung aufzuklären. Es ist auch noch zu klären, wann die Therapie am besten beginnen sollte, bereits bei den ersten Verdachtssymptomen oder erst nach endgültiger Diagnosestellung; es ist ebenso noch zu untersuchen, wie lange die Therapie fortgeführt werden sollte. Es muss zudem noch geklärt werden, ob die günstige Wirkung dieser Substanzen bisher unterschätzt wurde: Alle bisherigen Medikamentenstudien unterlassen es nämlich, das Gedächtnis und die Alltagsaktivitäten der Patienten zusätzlich mit psychologischen Mitteln zu stimulieren; dies ist aber möglicherweise die Voraussetzung, um den Nutzen zu maximieren. Hier ist die Bundesregierung gefragt, die entsprechende Mittel für solche Studien zur Verfügung stellen muss.

Das Kompetenznetz Demenzen wird den Bericht jetzt einer eingehenden wissenschaftlichen Überprüfung unterziehen und seine Ergebnisse in Kürze auf http://www.kompetenzetz-demenzen.de publizieren.

Ohne Zweifel bedeuten die derzeit verfügbaren Medikamente, und zwar sowohl die Cholinesterase-Hemmer wie auch Memantine, erst einen kleinen Schritt vorwärts in der Behandlung der Alzheimer Krankheit; aber weil Behandlungsalternativen fehlen, sind die vorhanden Möglichkeiten für Patienten und Angehörige umso bedeutsamer, und dies muss mit in die Bewertung des Nutzen einbezogen werden.
Zur Zeit werden intensiv Medikamenten geprüft, die die Krankheitsprogression erkennbar verzögern oder die Krankheit stoppen sollen. Auch im Kontext dieser Entwicklung ist es wichtig, dass den Patienten eine wirksame Behandlungsoption erhalten bleibt, damit den Patienten, ihren Angehörigen und den behandelnden Ärzten die mühsam erworbene Versorgungsqualität bei Diagnostik, Therapie und Beratung auch in seiner Zukunftsperspektive vermittelt wird.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolfgang Maier
Sprecher des Kompetenznetzes Demenzen
Klinik für Psychatrie und Psychotherapie
des Universitätsklinikums Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
53105 Bonn
Telefon: 02 28 / 2 87 57 23
Fax: 02 28 / 2 87 60 97
E-Mail: w.maier@uni-bonn.de

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Hintergrund: Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF)

In der TMF haben sich Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung zusammengeschlossen, um gemeinsame Strategien und Lösungen zu übergreifenden Fragestellungen der vernetzten medizinischen Forschung - besonders im Bereich der Telematik - zu entwickeln. Ihr gehören unter anderem die 17 Kompetenznetze in der Medizin, zwölf Koordinierungszentren für Klinische Studien, sechs Netzwerke für Seltene Erkrankungen, das Nationale Genomforschungsnetz, das Fraunhofer ITEM sowie das Paul-Ehrlich-Institut an. Die TMF nutzt die thematische und fachliche Vielfalt in den Verbünden, um eine breite inhaltliche Abstimmung ihrer Ergebnisse in der medizinischen und medizininformatisch-biometrischen Fachwelt zu erreichen.

Weitere Informationen: http://www.tmf-ev.de
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Weitere Informationen:


Antje Schütt, Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V. (TMF)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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