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International University Bremen (ab Frühjahr 2007:..., 17.08.06

Von Paris bis Petersburg: Die Russische Kunst im Kontext der europäischen Moderne

Vom 24.-26. August 2006 findet an der International University Bremen (IUB) das wissenschaftliche Symposium "Nähe & Ferne - Der Beitrag der russischen Kunst zur europäischen Moderne" statt. 40 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich, Polen, der Slowakei und der Schweiz beteiligen sich an der deutschsprachigen Konferenz. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den Vorträgen sowie einer Diskussionsveranstaltung am 25.8. teilzunehmen

Das Symposium untersucht die Entwicklung der russischen Kunst vom frühen 19. bis ins ausgehende 20. Jahrhundert. War die russische Kunst vor allem Nachahmung und Umbildung von westlichen Stileinflüssen oder hat sie einen eigenen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Moderne geleistet?

"Die wissenschaftliche Betrachtung der russischen Kunst ist im deutschsprachigen Raum einseitig", sagt Isabel Wünsche, IUB-Professorin of Art and Art History. "Die Vielfalt der russischen Kunst wird in gängige Richtungen eingeordnet: Avantgarde oder sozialistischer Realismus. Die eigenständige Entwicklung der russischen Kunst innerhalb eines gesamteuropäischen Kontextes wurde dagegen bisher kaum untersucht. Diese Lücke wollen wir schließen."


Am Freitag, den 25. August ab 20 Uhr findet im Rahmen des Symposiums eine Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlern, Kuratoren, Galeristen, Sammlern, Kunstkritikern und Journalisten statt. Interessierte sind herzlich ins Campus Center der IUB eingeladen.

Das Symposium gliedert sich in acht Themenbereiche:

1. Einführung: Das Konzept der europäischen Moderne und die Kategorie des Nationalen; Präsentation und Wahrnehmung russischer Kunst im Westen; der Einfluss des internationalen Kunstmarktes auf die Dotierung russischer Kunst

2. Die kulturelle Verheißung des jeweils Anderen: Künstlerporträts und Besonderheiten in den Werken von Orest Kiprenski, Alexander Iwanow; Iwan Puni, Wiktor Piwowarow

3. Rezeptions-Fallen: Ilja Repins Vereinnahmung als Vorläufer des Sozialistischen Realismus, Wera Muchina zwischen Kunst und Politik; die Verbindung von Vita, Oeuvre und Theorie bei Kasimir Malewitsch

4. Figuren der Grenzüberschreitung: Wassili Werestschagin als "pazifistischer Schlachtenmaler" und Initiator moderner Ausstellungskonzepte; Marc Chagall zwischen Expressionismus, Revolutionskunst, Jüdischer Renaissance und "Kulturbolschewismus"; der russische Konzeptkünstler Ilya Kabakov

5. Kanonbildung: Russische Künstler im Kontext von Herwarth Waldens Zeitschrift "Der Sturm"; die russischen Avantgardemuseen und ihre Vorreiterrolle im internationalen Maßstab; die inoffizielle sowjetische Kunst auf der Biennale von Venedig 1977 und der russischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 1995

6. Selbst-Konstruktionen: Der Begriff der faktura in der russischen Avantgarde; die Kunstanschauungen von Pawel Florenski und El Lissitzky; die sowjetische Modernisierung des europäischen Tafelbildes durch die Künstlergruppe "OST"; der Nonkonformismus Eduard Steinbergs; die Installation "Die Geschichte der russischen Kunst" von Vadim Zakharov; die Kunst Maxim Kantors im Grenzraum zwischen Avantgarde und Tendenz

7. Ost-östliche Dialoge: die Malerei der russischen Avantgarde und die tschechoslowakische Kunstgeschichte der Zwischenkriegszeit; der russischen Beitrag zur Entwicklung der polnischen Moderne

8. Erweiterung des Kunstbegriffs: Die WChUTEMAS und das Bauhaus; die russischen Avantgardisten Erté, George Hoyningen-Huene und Alex Brodovich in der künstlerischen Modevermittlung; ästhetische Grenzerfahrungen in der zeitgenössischen russischen Performance seit den 1970er Jahren; der Begriff der Arbeit in der russischen Avantgarde und Conceptual Art

Detaillierte Informationen zum Symposium unter: http://www.iu-bremen.de/schools/shss/iwuensche/

Kontakt:
International University Bremen
Isabel Wünsche
Professor of Art and Art History
Tel: 0421 200-3311 oder -3012
E-Mail: i.wuensche@iu-bremen.de


Dagmar Becker, International University Bremen (ab Frühjahr 2007: Jacobs Univer
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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