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Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, 14.11.06

Leopoldina-Symposium "Reproduktionsmedizin in Klinik und Forschung - Der Status des Embryos" in Lübeck

Ein gemeinsames Symposium der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Frauenklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, am 17. und 18. November 2006

Seit der Geburt von Louise Brown, dem ersten "Retorten-Baby" bzw. in vitro gezeugten Menschen, im Jahr 1978 hat die klinische Fertilitätsforschung große Erfolge verzeichnet. Damals war es dem britischen Gynäkologen Patrick Steptoe und dem Physiologen Robert G. Edwards nach jahrelanger Forschung an und mit Embryonen gelungen, Ei- und Samenzelle in vitro zur Befruchtung zu bringen und nach dem Embryotransfer eine intakte intrauterine Schwangerschaft zu erzielen. In-vitro-Fertilisation und Embryotransfer wurden zur Grundlage für die weitere Entwicklung diagnostischer und intervenierender Reproduktionsmedizin. Mehr als drei Millionen "Retorten-Babys" sind inzwischen auf der Welt.


Vom 17. bis 18. November 2006 findet auf dem Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein das Leopoldina-Symposium "Reproduktionsmedizin in Klinik und Forschung: Der Status des Embryos" statt, bei dem das weite Spektrum der Reproduktionsmedizin in Diagnostik, Therapie und Forschung zu erfassen versucht wird. Bereits die Leopoldina-Jahreskonferenz "Embryonic and Somatic Stem Cells - Regenerative Systems for Cell and Tissue Repair" im September 2006 in Dresden hat ethische und rechtliche Aspekte der Stammzellforschung thematisiert. Gleichsam in Nachfolge steht das nun in Lübeck stattfindende Leopoldina-Symposium "Reproduktionsmedizin in Klinik und Forschung", das von den Leopoldina-Mitgliedern Professor Dr. Hermann Hepp (München), Sprecher der Sektion Gynäkologie der Leopoldina, und Professor Dr. Klaus Diedrich (Lübeck), Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, organisiert wird.

Die Gewinnung von humanen embryonalen Stammzellen und deren therapeutisches, regeneratives Potential sind immer wieder in der Diskussion, weil der Status des Embryos in vitro in verschiedenen Ländern höchst unterschiedlich bewertet wird. Die verschiedenen Argumente und Perspektiven will das Symposium in einer Diskussionsrunde über die Menschenwürde und den Lebensschutz des Embryos in vitro (versus in vivo) beleuchten. Den Eröffnungsvortrag hält Robert G. Edwards (Cambridge, GB), dessen Forschung die Geburt von Louise Brown zu verdanken ist, über den aktuellen Stand der Forschung zu In-vitro-Fertilisation und Embryotransfer. Mögliche Perspektiven eines zukünftigen Fortpflanzungsmedizingesetzes mit Blick auf die bioethische Diskussion in Europa bringen abschließend auch kontroverse Interpretationen des Deutschen Embryonenschutzgesetzes (ESchG) zur Sprache.

Veranstaltungsort:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Hörsaal Z1/2 im Zentralklinikum
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck

Anmeldung und Rückfragen:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,
Campus Lübeck, Frauenklinik
Frau Levermann
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Tel. 0451 - 500 2134, Fax 0451 - 500 2139
E-Mail: klaus.diedrich@uk-sh.de

Das Symposium steht allen Interessierten offen.

Für die Teilnahme an der Tagung wird eine Tagungsgebühr erhoben:
Leopoldina-Mitglieder 100 Euro (bei Voranmeldung) / 150 Euro (vor Ort)
Nicht-Mitglieder 150 Euro (bei Voranmeldung) / 200 Euro (vor Ort)

Zur Akademie Leopoldina
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung.

Die Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Ihr gehören etwa 1.200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Technik-, Kultur- und den empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 34 Mitglieder der Leopoldina.

Rückfragehinweis zur Leopoldina:
Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug
Generalsekretärin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
Telefon/Telefax: + 49 - 345 - 4 72 39 12 / + 49 - 345 - 4 72 39 19
E-Mail: leopoldina@leopoldina-halle.de

Weitere Informationen:


Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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