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Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, 28.11.06

Kritisch draufgeschaut: Erfolge von Corporate Universities

Studie an der Universität Witten/Herdecke resümiert Erfahrungen mit der Einführung von Firmenuniversitäten

Corporate Universities, also Universitäten innerhalb eines Unternehmens, galten Ende der Neunziger Jahre als die Lösung für die Unterstützung der Wandlungsfähigkeit von Unternehmen. Auch in Deutschland gründeten große Unternehmen wie Bertelsmann, Lufthansa, Siemens oder die Deutsche Bank hauseigene Firmenuniversitäten. Eine Studie über die Einführungserfahrungen zahlreicher großer DAX-Unternehmen zeigt acht Jahre nach dem Einführungsboom, dass die in der Literatur empfohlene "zentral-intentionale" Einführungsstrategie zu Brüchen und Zielkorrekturen führte. Unternehmen, die allen Empfehlungen zum Trotz ein offen-organisches Vorgehen wählten, waren langfristig erfolgreicher.

Viele Unternehmen überfrachteten die Neugründungen mit hohen strategischen Ansprüchen, die nicht zum Unternehmen passten. Charakteristisch für dieses "zentral-intentionale" Vorgehen ist eine enge Anbindung an den Vorstand sowie eine starke Orientierung an Benchmarks. Andere Unternehmen wählten ein "organisch-offenes", auf die Organisation abgestimmtes Vorgehen. Mit Fingerspitzengefühl, Weitsichtigkeit und Beharrlichkeit werden in günstigen Momenten kleine Akzente gesetzt, mit nachhaltigem Erfolg, wie die Dissertation von Annette Gebauer an der Universität Witten/Herdecke zeigt. "Dieses evolutionäre Muster nutzt die vorhandene Energie des Systems, es knüpft an die ureigenen Lösungen des Unternehmens an, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen", so Prof. Dr. Rudolf Wimmer, der die Studie supervidierte.

"Inhaltlich versucht das zentral-intentionale Vorgehen, neue, integrative Formen der Strategieentwicklung zu implementieren", resümiert die Autorin, "aber dies erfolgt mit einem zentralen Zwangsmechanismus im Sinne des tradierten Musters und dies wird in der Organisation kritisch beobachtet." Corporate Universities müssen darauf achten, nicht die Steuerungsinteressen des Managements wider besseres Wissen zu bedienen. "In diesem Erwartungskorsett ändert sich am Ende oft wenig", so die Diplom-Psychologin.

Weitere Informationen: Annette Gebauer, Telefon Büro: 030-30874087; Telefon Mobil: 0178-173 8000, Mail: gebauer@mz-witten.de


Bernd Frye, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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