Koryphäen der Schwerionenforschung treffen sich in Frankfurt
Besonders stark vertreten unter den Teilnehmern und Rednern ist die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI, Darmstadt), deren neues Beschleunigerprojekt FAIR (Facility for Anti-Proton and Ion Research) zu den größten wissenschaftlichen Zukunftsprojekten in Deutschland gehört. Eröffnet wird die erste größere Tagung am FIAS daher auch von Prof. Walter, wissenschaftlicher Direktor der GSI, mit einem Vortag über die Zukunft der Schwerionenforschung.
Deutlich wird die internationale Vernetzung der Forschung am FIAS und der GSI durch die Beiträge zahlreicher Gäste aus dem Ausland. Im Mittelpunkt stehen dabei Ergebnisse, die von Forschergruppen an großen Beschleunigerlabors erzielt wurden, insbesondere am Brookhaven National Laboratory in den USA und am Institut für Kernforschung in Dubna, Russland. Das Brookhaven National Laboratory ist derzeit das Forschungsinstitut, in dem Schwerionen mit Hilfe des Relativistic Heavy Ion Collider (RHIC) auf die weltweit höchsten Energien beschleunigt werden können. Bei den Kollisionen der hochenergetischen schweren Ionen wird nach Ansicht vieler Forscher ein neuer Zustand der Materie - das so genannte Quark-Gluon-Plasma - erzeugt. Das Institut für Kernforschung in Dubna konkurriert mit der GSI in Darmstadt schon seit vielen Jahren bei der Suche nach den schwersten künstlich erzeugten Elementen. Etwa 50 Redner, allein 15 von ihnen aus den USA, aber auch aus verschiedenen europäischen Ländern, Israel und Brasilien, werden an den vier Konferenztagen über die neusten Entwicklungen auf dem Gebiet der Kern- und Schwerionenphysik berichten.
Durch ihre Teilnahme an der Konferenz ehren die Wissenschaftler auch den Mitbegründer und Senior Fellow des FIAS, Prof. Dr. Walter Greiner, der vor wenigen Monaten seinen 70. Geburtstag feierte. Dass die theoretische Physik in Frankfurt weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist, verdankt sie nicht zuletzt seinem langjährigen und fruchtbaren Wirken. Viele seiner Schüler bekleiden weltweit wichtige Positionen in der Kern- und Schwerionenphysik.
Weitere Highlights am FIAS im Sommersemester
· Sommerschule "Meso-Bio-Nano-Science" (Juli)
· Sommerschule "Theoretische Neurowissenschaften und
Komplexe Systeme" (August)
· Deutsche-Bank-Stiftungsgastprofessur "Wissenschaft und
Gesellschaft" an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
Sechs international renommierte Professoren, darunter zwei
Nobelpreisträger, werden in einer Vortragsreihe das
Thema "Komplexität - eine zentrale Herausforderung an die Wis-
senschaften" behandeln.
Kontakt für die ISHIP-Tagung:
Dr. Joachim Reinhardt, Institut für Theoretische Physik, Tel.: 069-798-47866, E-Mail: jr@th.physik.uni-frankfurt.de (bis 8.4.)
Prof. Dr. Horst Stöcker, Institut für Theoretische Physik, Tel.: 069-798-47833, E-Mail: stoecker@uni-frankfurt.de (während der Tagung).


