IPRAS: 3.000 Teilnehmer beim Weltkongress der Plastischen Chirurgen in Berlin
Bei der operativen Behandlung von Unfallopfern oder Krebserkrankungen an Armen oder Beinen hat die Plastische Chirurgie große Fortschritte erzielt. Noch vor wenigen Jahren führten schwere Verletzungen oder ein Tumor in den Extremitäten in vielen Fällen zur Amputation. Mit der Anwendung mikro-chirurgischer Operationstechniken und entsprechender "Lappenplastiken" ist es dagegen heute möglich, Defekte von fast jeder Größe und Form wieder herzustellen. Auf diese Weise könne die Zahl der Amputationen, bleibenden Entstellungen und Funktionseinschränkungen wesentlich gesenkt und die Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessert werden. Darauf wies Professor Dr. med. Günter Germann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgen (DGPRÄC), Ludwigshafen, zum Abschluss des fünftägigen Kongresses hin.
Von den Fortschritten in der Plastischen Chirurgie profitieren auch Frauen, denen aufgrund einer Krebserkrankung die Brust entfernt werden musste. In Zukunft wird es sogar möglich sein, so Dr. med. Johannes Bruck, Vorsitzender des IPRAS-Organisationskomitees aus Berlin, die Brust wieder aufzubauen, ohne körpereigenes Muskelgewebe zu verletzen oder in Anspruch zu nehmen.
Weitere wichtige klinische Kongressthemen waren die Korrektur der Körperkontur nach starker Gewichtsabnahme sowie die Transplantation von Gesichtern und Händen. In der Forschung ist die Zellzüchtung (Tissue Engineering) für die Chirurgen von besonderer Bedeutung. Im Labor lassen sich patienteneigene Zellen vermehren, um Gewebe für eine Implantation aufzubauen. Dies kommt in Zukunft vor allem Brandverletzten zu Gute.
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