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Universität des Saarlandes, 15.02.06

Internationales Forum über Zellkulturen und neue Technologien für den Arzneistoff-Transport

Alle zwei Jahre wird der Saarbrücker Campus zum internationalen Treffpunkt pharmazeutischer Wissenschaftler aus Hochschule und Industrie: Was Professor Claus-Michael Lehr und Dr. Ulrich Schäfer vor zwölf Jahren als Weiterbildung für den wissenschaftlichen Nachwuchs ins Leben gerufen hatten, hat sich inzwischen zu einem renommierten Forum für Zellkultur-Testsysteme und den Transport von Medikamenten im Körper entwickelt. Über 150 Wissenschaftler reisen in diesem Jahr aus aller Welt an, um sich über neueste Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet zu informieren und auszutauschen.


Ein zentrales Thema der diesjährigen Konferenz werden die Erkenntnisse der Bioinformatik für die Modellierung und Vorhersage des Medikamententransportes über die Haut sein. Weitere Schwerpunkte bilden die Nanomedizin und Zellkulturen als Alternativmethoden zum Tierversuch.

Dass Medikamente durch die Haut oder über die Schleimhäute des Magen-Darmtrakts, der Atemwege, der Lunge oder andere natürlichen Barrieren des Körpers gegen jede Art von Eindringlingen zu dem Ort gelangen, an dem sie wirken sollen, stellt für Pharmazeuten eine ebenso große Herausforderung dar, wie die, gegen eine Krankheit den optimalen Wirkstoff zu finden. Denn was nützt die beste Medizin, wenn sie nicht dorthin gelangt, wo sie Gutes bewirken soll. Es geht also um das Überwinden der natürlichen Barrieren des Arzneimitteltransports im Organismus (Drug Delivery). Ob dies gelingt, lässt sich untersuchen anhand von Zellkulturen, bei denen die Forscher als Experimentiermodelle Gewebe anzüchten, das den natürlichen biologischen Barrieren nahe kommt, aber wesentlich kostengünstiger ist und vor allem die Anzahl an Tierversuchen und klinischen Prüfungen reduzieren hilft. Auch neuartige "Verpackungen" für die Arzneistoffe, die den Barriere-Transport erleichtern, werden erforscht. Hierbei kommt vor allem auch die Nanobiotechnologie in Form von Partikeln, Liposomen und besonderen Analyseverfahren zum Einsatz. Und auch die Bioinformatik eröffnet mit ihren Methoden neue Wege, den Arzneistofftransport zu modellieren und zuverlässig Vorhersagen zu treffen.Was hier jeweils Stand der Entwicklung ist, wird nun in Saarbrücken bereits zum sechsten Mal zusammengetragen.

Zu den besondern Highlights unter den über 30 Referenten gehören u.a. Prof. Wolfgang Sadee (Ohio, USA), Prof. Mike Roberts, (Queensland, Australien) und Prof. Patrick Couvreur (Paris, Frankreich).

Insbesondere auch Doktoranden des Europäischen Pharmazie-Netzwerkes GALENOS (http://www.galenos.net), das ebenfalls von Professor Lehr von Saarbrücken aus koordiniert wird, kommen aus ganz Europa nach Saarbrücken. Für sie ist der Zellkurs eine Stufe auf dem Weg zum EuroPhD in Advanced Drug Delivery; ein von Prof. Lehr und seinen europäischen Kollegen entwickeltes Modell einer europaweiten Zusatzqualifikation für Doktoranden, welches auch von der EU im Rahmen des Marie-Curie-Early-Stage-Training (EST)-Programms gefördert wird.

Nähere Informationen zum Programm gibt es auch im Internet unter:
http://www.uni-saarland.de/cellcourse2006

Sie haben noch Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Claus-Michael Lehr
Tel. (0681) 302-3039

Dr. Ulrich Schäfer
Tel. (0681) 302-2016


Saar - Uni - Presseteam, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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