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Universität Bayreuth, 26.06.06

Interdisziplinäre Tagung: Was wissen wir wirklich über die Gene?

Den Fragen, was wir wirklich über die Gene wissen, welche praktischen Konsequenzen dieses Wissen hat und wie der Umgang mit der Genetik ethisch zu bewerten ist, will vom 30. Juni bis zum 2. Juli auf Schloß Thurnau eine hochkarätig besetzte Tagung "Die Gene - Buch des Lebens" nachgehen. Ausgerichtet wird die Tagung vom "Bayreuther Forum Kirche und Universität", einer Initiative der Universität Bayreuth und der beiden großen Kirchen vor Ort, mit dem Ziel der Diskussion global-ethischer Fragestellungen.

Bayreuth/Thurnau (UBT). Den Fragen, was wir wirklich über die Gene wissen, welche praktischen Konsequenzen dieses Wissen hat und wie der Umgang mit der Genetik ethisch zu bewerten ist, will vom 30. Juni bis zum 2. Juli auf Schloß Thurnau eine hochkarätig besetzte Tagung "Die Gene - Buch des Lebens" nachgehen. Ausgerichtet wird die Tagung vom "Bayreuther Forum Kirche und Universität", einer Initiative der Universität Bayreuth und der beiden großen Kirchen vor Ort, mit dem Ziel der Diskussion global-ethischer Fragestellungen.

Mit den zum Teil sensationell aufgemachten Nachrichten von der "Entschlüsselung" des menschlichen Genoms, die vor einigen Jahren die Medienlandschaft in Aufruhr versetzten, wurde vielfach der Eindruck erweckt, "das Buch des Lebens" liege nun offen. Inzwischen ist es um das Ereignis selbst wie um seine möglichen und tatsächlichen Folgen deutlich stiller geworden. Was Sachkennern von Anfang an klar war, nämlich dass das Verstehen mit diesem zunächst rein formalen Erkenntnisfortschritt noch nicht entscheidend vorangekommen, sondern im Grunde auf dieser Basis erst wirklich beginnen kann, hat sich offenbar als allgemeine Einsicht weithin durchgesetzt.
Trotz dieser Ernüchterung im Blick auf das bereits vorhandene Wissen und dessen praktische Anwendungsmöglichkeiten ranken sich um die Gene und die damit verbundenen Wirkungen (in der Natur allgemein, insbesondere aber beim Menschen) nach wie vor zwar vielerlei reale, noch mehr aber irreale und zum Teil geradezu mythische Vorstellungen. Das menschliche Genom und seine Bausteine haben etwas Geheimnisvolles an sich. Nicht zuletzt deshalb weckt die Aussicht, man könne darauf gezielt verändernd einwirken, große bis vielfach weit übertriebene Hoffnungen einerseits und nicht weniger große bis häufig übersteigerte Ängste andererseits. In ihrer Polarisierung schaukeln sich die Pro- und die Contra-Argumente wechselseitig hoch und nicht selten wird heftig darüber gestritten.
Vor diesem Hintergrund soll die Tagung "Die Gene - Buch des Lebens?" der realistischen Orientierung und einer Versachlichung der Diskussion dienen. Dazu werden zunächst Basisinformationen zu u.a. folgenden Fragen vermittelt: Was weiß die Genomforschung, was kann die Gentechnik tatsächlich heute schon und was steht in absehbarer Zeit, was in fernerer Zukunft realistisch zu erwarten? Was könnte (ggf. mit welcher Wahrscheinlichkeit und mit welcher zeitlichen Perspektive?) zusätzlich noch möglich werden, und welche Vorstellungen, Ankündigungen, Hoffnungen, Ängste gehören in den Bereich der Science Fiction?
Auf der Basis dieser Informationen werden einschlägige ethische Fragen erörtert sowie mögliche und ggf. notwendige gesellschaftliche bzw. politische Konsequenzen zur Diskussion gestellt.
Näheres zu Programm und Anmeldung findet man im Internet unter www.uni-bayreuth.de/forum-kirche-universitaet. Für Fußballinteressierte ist gesorgt. Die Spiele (auch das vor Tagungsbeginn) können auf Großbildschirmen verfolgt werden. Die Zeiten im Tagungsprogramm werden dem Bedarf angepasst.

Weitere Informationen:


Jürgen Abel M. A., Universität Bayreuth
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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