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Medizinische Hochschule Hannover, 17.03.08

Genetiker diskutieren über das Gendiagnostikgesetz

Öffentliche Podiumsdiskussion am 8. April bei Humagenetiker-Jahrestagung in Hannover / Vorträge für 1000 Schüler im Vorprogramm

Der Markt für Gentests wächst rasant. Jährlich werden in Deutschland mehrere Hunderttausend solcher Untersuchungen durchgeführt und "alle drei Jahre verdoppelt sich ihre Zahl", betont Professor Dr. Jörg Schmidtke von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Direktor des Instituts für Humangenetik. Ein eigenes Gendiagnostikgesetz, das den Umgang mit derartigen Tests regelt, gibt es in Deutschland bislang nicht. Brauchen wir es? Das ist eine der zentralen Fragen, die mehr als 1000 Wissenschaftler bei der 19. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik vom 8. bis 10. April 2008 in Hannover im Congress Centrum diskutieren wollen. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Dienstag, 8. April 2008, ab 19.15 Uhr wird im Kuppelsaal in einem Streitgespräch Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär i.R. (Münster) als Verfechter einer gesetzlichen Regelung auf Professor Dr. Wolfgang van den Daele (Berlin) treffen, der ein solches Gesetz ablehnt. Professorin Dr. Bettina Schöne-Seifert (Münster) wird die Veranstaltung moderieren. Der Eintritt ist frei.

Mehr als 1000 Oberstufenschüler aus der Region Hannover werden bereits am Dienstagvormittag im Vorprogramm der Jahrestagung einen Einblick in humangenetische Forschung und Diagnostik erhalten. Von 9.30 bis 12:45 Uhr tauschen sie ihre Klassenzimmer gegen den Kuppelsaal und werden in sechs Vorträgen die Grundlagen moderner Humangenetik erklärt bekommen. "Uns ist es wichtig, der Bevölkerung die gesellschaftpolitische Bedeutung unserer Forschung zu vermitteln", sagt Tagungspräsident Professor Schmidtke, "daher wollen wir gezielt Schüler und interessierte Laien ansprechen."

Dem Fachpublikum bieten Workshops, Lehrveranstaltungen und Posterpräsentationen die Möglichkeit, sich über die neuesten Forschungen und Entwicklungen auf dem Gebiet der Humangenetik zu informieren. Mehr als 400 Projekte werden vorgestellt. Schwerpunkte der Tagung liegen auf den Themen genetische Grundlagen des Schmerzempfindens, Bindegewebserkrankungen und komplexe Infektionskrankheiten, neue therapeutische Ansätze bei genetisch bedingten Krankheiten, die Rolle von miRNAs und epigenetischer Modifikation, Proteomics sowie Strukturen humangenetischer Krankenversorgung in Europa.

Journalisten sind eingeladen an der Tagung und/oder der Podiumsdiskussion teilzunehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Jörg Schmidtke, Telefon (0511) 532-6538, schmidtke.joerg@mh-hannover.de. Er vermittelt Ihnen auch gern weitere Gesprächspartner. Das Tagungsprogramm finden Sie unter http://www.gfhev.de.

So kommen Sie hin: Die Tagung findet im Hannover Congress Centrum, Theodor-Heuss-Platz 1-3, 30175 Hannover, statt.


Stefan Zorn, Medizinische Hochschule Hannover
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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