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Deutsches Schiffahrtsmuseum, 26.11.07

Forschungsarbeit des Deutschen Schiffahrtsmuseum von gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse

Senat der Leibniz-Gemeinschaft stellt die überregionale Bedeutung des DSM fest und empfiehlt die weitere gemeinsame Förderung durch Bund und Länder

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat auf seiner Sitzung am 22. November 2007 in Göttingen die weitere Förderung von sechs Leibniz-Einrichtungen empfohlen, darunter auch das Deutsches Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven, das vor einem Jahr, am 27. und 28. November 2006, von der Evaluierungskommission begutachtet worden war. Dem Deutschen Schiffahrtsmuseum wird eine überregionale Bedeutung bescheinigt und festgestellt, dass Bund und Länder ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an dessen Forschungsarbeit haben.


In der Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft heißt es auszugsweise: "Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven nimmt aufgrund seiner Forschungskompetenz und der technischen Kompetenz seiner Werkstätten eine einzigartige Position unter den Schifffahrtsmuseen in Deutschland ein. Laut Senat erbringt das DSM exzellente Leistungen in der Nassholzkonservierung; die übrigen Projekte werden überwiegend als gut bis sehr gut bewertet. Das Archiv des DSM gehöre zu den führenden Spezialarchiven zur Schifffahrtsgeschichte Europas. Seit der Neubesetzung der Position des Geschäftsführenden Direktors im Jahre 2004 habe sich die Einrichtung sehr positiv entwickelt. Insbesondere sei es dem DSM gelungen, sein Forschungsprogramm schärfer zu konturieren."

Als problematisch wird die Ausstattung des DSM mit Personal und Sachmitteln beurteilt. Insbesondere wird empfohlen, die nötigen Mittel zur Unterhaltung des als Baudenkmal eingestuften Museumsgebäudes und zur Erneuerung der Dauerausstellungen bereitzustellen. Sehr erfreulich seien die erfolgreichen Anträge des DSM im Wettbewerbsverfahren im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation sowie die Beteiligung des DSM an der Graduiertenschule "Globale Change in the Marine Realm" (GLOMAR), die im Rahmen der Exzellenzinitiative bewilligt wurde.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert in einem Zeitraum von maximal sieben Jahren die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Auf der Grundlage der Senatsstellungnahmen überprüfen Bund und Länder in der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK), ob die Voraussetzungen für die gemeinschaftliche Förderung der Leibniz-Einrichtungen weiterhin gegeben sind. Der Senat ist extern besetzt, das Evaluierungsverfahren strikt unabhängig. Zur Durchführung der Evaluierungen hat der Leibniz-Senat den Senatsausschuss Evaluierung (SAE) eingesetzt. Zur Evaluierung der einzelnen Institute bildet der SAE Bewertungsgruppen, die aus international renommierten und unabhängigen Wissenschaftlern zusammengesetzt sind. Die Bewertungsgruppen besuchen die Institute und bilden sich anschließend auf der Grundlage von Textmaterialien, Institutsdaten sowie Interviews und Diskussionen mit den Institutswissenschaftlern eine Meinung über die wissenschaftliche Qualität und Bedeutung der Einrichtung.

In der Vergangenheit ist das Deutsche Schiffahrtsmuseum bereits zweimal, 1987 und 1999 - damals noch vom Wissenschaftsrat -, erfolgreich evaluiert worden. Aufgrund der seinerzeitigen Förderempfehlungen verblieb das DSM als eines der gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Forschungsmuseen auf der sogenannten "Blauen Liste". Im Mittelpunkt der nun erfolgten Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft stand die in den Jahren 2003-2005 geleistete Forschungsarbeit. Die Überprüfung fiel in eine Phase des Umbruchs, denn erst im August 2004 hatte nach fast zweieinhalbjähriger Vakanz die Stelle des Geschäftsführenden Direktors neu besetzt und mit der Schärfung des Profils der ab dem Jahr 2003 neu strukturierten Forschung am DSM begonnen werden können.

Umso höher ist daher das durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Leitung und Mitarbeitern des Museums möglich gewordene positive Votum des Senats der Leibniz-Gemeinschaft einzuschätzen. Auf der Basis der jetzt erfolgten Förderempfehlung werden u.a. die Umgestaltung der ständigen Ausstellung, die künftig einen stärkeren Forschungscharakter haben soll, mit Energie vorangetrieben, die am Deutschen Schiffahrtsmuseum betriebene Forschung weiter fokussiert und um den Bereich der Schiffsarchäologie ergänzt.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 83 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen knapp 14.000 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.


Dr. Ursula Warnke, Deutsches Schiffahrtsmuseum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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