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Medizinische Hochschule Hannover, 27.11.06

Wenn man Farben hören kann - 2. internationale Synästhesie-Konferenz in der MHH

Wissenschaftler aus dem In- und Ausland stellen vom 1. bis 3. Dezember Forschungsergebnisse vor

In Deutschland leben nach Einschätzung von Wissenschaftlern rund 150.000 Menschen, bei denen sich die Sinne vermischen: Buchstaben werden farbig, Musik bekommt Formen und Strukturen. "Neurosciences, Philosophy, Art" - unter diesem Motto veranstaltet die Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vom 1. bis zum 3. Dezember 2006 den 2. Internationalen Fachkongress zum Thema Synästhesie. 20 Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien und Deutschland stellen ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Diskussion. In den vergangenen fünf Jahren hat die internationale Forschungsaktivität zur Synästhesie enorm zugenommen; wie auch in der aktuellen Ausgabe der "Nature" über Synästhesie im Stadium, wenn einem etwas "auf der Zunge liegt", erscheinen international monatlich neue Forschungsergebnisse, sagte Dr. Markus Zedler, der zum zweiten Mal unter Prof. Dr. Dr. Hinderk Emrich die Organisation der Konferenz übernommen hat.

Die Beiträge der Wissenschaftler präsentieren sowohl neurowissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Ergebnisse aus der Synästhesieforschung. Neben Bewusstseinsforschern sind auch Philosophen und Synästhetiker eingeladen. Forscher unterscheiden bislang "genuine" Synästhesien, die in der Regel in der frühen Kindheit beginnen und bei denen ein Sinnesreiz fest mit einer bestimmten Farb- oder Form-Wahrnehmung gekoppelt ist, und erworbene Synästhesien, die bei neurologischen Krankheiten oder unter psychoaktiven Drogen wie LSD oder Mescalin auftreten und meist nicht von Dauer sind. Ein dritte Form ist die Gefühls-Synästhesie: Sie wird nicht zwingend durch einen Reiz ausgelöst, die Betroffenen können sie willkürlich hervorrufen. Schließlich gibt es noch die "assoziative Pseudosynästhesie" - hier haben Menschen in der Kindheit aktiv gelernt, Buchstaben mit Farben zu verknüpfen.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Hotline der Konferenz, Telefon (0511) 532-3551 (Elisabeth Berking), oder www.ics2006.de.


Stefan Zorn, Medizinische Hochschule Hannover
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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