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Universität Osnabrück, 10.05.07

Farben der Geschichte - Fahnen und Flaggen. Bildpostkarten aus Osnabrücker Sammlung im Deutschen Historischen Museum

Das Deutsche Historische Museum in Berlin (DHM) besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Fahnen, Standarten, Flaggen und Wimpel. Militärische Feldzeichen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, aber auch Vereinsfahnen und Parteiflaggen der Neuzeit. Bis 9. September zeigt das DHM jetzt in einer Sonderausstellung die überaus kostbaren und empfindlichen textilen Kunstwerke. Ergänzt wird die Ausstellung durch künstlerische Werke der Malerei, Graphik, Photographie und Literatur, die Funktion und Mythos der Fahne erläutern und lebendig machen. Eine Auswahl von Bildpostkarten zu Fahnenliedern steuerte die Osnabrücker Universitätsprofessorin em. Dr. Sabine Giesbrecht aus ihrer Sammlung bei.

Auch die Bildpostkarte "Die Wacht am Rhein" (1915) aus der Sammlung der Universität Osnabrück ist in der Sonderausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen.
Foto: Universität Osnabrück

Fahnen und Flaggen sind besonders aussagekräftige Zeugen der Geschichte. Sie gelten als feste Bestandteile von Ritualen der Identifikation im militärischen wie im zivilen Bereich. "Der Schlachtruf 'Für die Fahne sterben' gehört innerhalb Europas wohl eher in den Bereich überholter nationalistischer Rhetorik, aber dennoch geht von wehenden Fahnen immer noch eine nicht zu unterschätzende Integrationskraft aus und eine schwer zu beschreibende Faszination", erläutert die Osnabrücker Musikhistorikerin. Der Abglanz scheint noch auf bürgerliche Vereinswimpel zurückzufallen. "Auch diese symbolisieren eine durch gleichartige Interessen verbundene Gemeinschaft und tragen damit zur Existenz eines Wir-Gefühls bei, das sich vielfach auf starke Emotionen zu stützen vermag."

Die Berliner Ausstellung zeigt kostbare und eindrucksvolle Einzelstücke, hergestellt aus feinstem Tuch oder aus Seide, die mit fantasievollen Bemalungen, aufwendigen Stickereien oder Applikationen versehen sind. Giesbrecht: "Ihr Glanz ist teilweise schon etwas verblichen, aber als Zeugnisse außerordentlicher handwerklicher Kunst sind sie immer noch - auch in ästhetischer Hinsicht - höchst bemerkenswert."

Zum Konzept der Ausstellung "Farben der Geschichte" gehören auch Hinweise zur Rolle der Fahnen im kultur- und sozialgeschichtlichen Kontext. Gemälde, Prosatexte oder Gedichte erzählen von unterschiedlichen Rezeptionsweisen, und zahlreiche Lieder besingen die Fahne als Inbegriff nationalen Stolzes und Element politischer Führung: "Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot", "Ich bin ein Deutscher, kennt ihr meine Farben" oder "Die Fahne hoch". Verbreitet wurden diese Fahnenlieder häufig auf Bildpostkarten, von denen ausgewählte Beispiele aus dem Archiv der Osnabrücker Professorin in der Ausstellung zu sehen sind.

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Sabine Giesbrecht, Universität Osnabrück,
Fachgebiet Musik/Musikwissenschaft
Neuer Graben/Schloss, 49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 430379,
E-Mail: sgiesbr@uni-osnabrueck.de

Weitere Informationen:


Dr. Utz Lederbogen, Universität Osnabrück
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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