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Justus-Liebig-Universität Gießen, 22.02.08

Fach Anglistik an der JLU spitze

CHE-Ranking gibt Auskunft über forschungsstarke Fächer - Erfreuliche Ergebnisse auch in Psychologie und Geschichte - Nachholbedarf bei der Erziehungswissenschaft

Eine gute Nachricht für die Justus-Liebig-Universität Gießen: Das Fach Anglistik belegt im neuen Forschungsranking deutscher Hochschulen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) - kurz: CHE-Ranking - eine Spitzenposition und hat damit die gute Position von 2004 noch weiter ausgebaut. Bei der Zahl der Publikationen (absolut und je Wissenschaftler gesehen) liegen die Gießener Anglisten mit großem Abstand auf Platz 1. Außerdem zeichnet sich die JLU durch die Summe der eingeworbenen Drittmittel aus. Erfreulich ist die Tatsache, dass die JLU unter den Professorinnen und Professoren dieses Fachs einen ausgezeichneten Ruf genießt. JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth kann sich aber auch über eine hervorragende Platzierung im Fach Psychologie in der Spitzengruppe forschungsstarker Hochschulen und eine gute Platzierung des Faches Geschichte freuen.


Weniger erfreulich, wenngleich nicht anders erwartet, ist eine hintere Platzierung der Erziehungswissenschaft der JLU. In diesem Bereich steuert das Präsidium seit 2007 bewusst gegen, wie JLU-Präsident Hormuth verdeutlicht. Mittel aus dem Innovationsbudget des Landes sowie der Universität sind über das Zentrum für Lehrerbildung gezielt in Bildungs- und Unterrichtsforschung geflossen. Eine Entwicklung, die sich im Ranking noch nicht niederschlagen konnte. Eine Stärkung der Gießener Erziehungswissenschaft erhofft sich Hormuth auch durch zahlreiche Neuberufungen, nachdem zuletzt einige Professuren vakant waren.

Folgende Kriterien spielen beim CHE-Ranking eine Rolle: Die Höhe der Drittmittel eines Fachbereichs sagt sowohl etwas über die Forschungsaktivität als auch über die Forschungsqualität aus. Publikationen dokumentieren die Forschungsleistung eines Fachbereichs. Die Promotionen verweisen auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Zudem hat das CHE Professoren gefragt, welche fünf Universitäten sie in ihrem Fach als führend in der Forschung betrachten (Reputation). Misst man nur die absolute Zahl der Drittmittel, Publikationen, Erfindungen und Promotionen pro Fachbereich, haben große Universitäten mit vielen Professoren einen Vorteil. Um auch kleinen Fachbereichen mit wenigen, aber erfolgreichen Forschern eine Chance zu geben, werden die Indikatoren zusätzlich in Relation zur Zahl der Wissenschaftler bewertet.

Details zu den untersuchten Fächern an der JLU:

Die Gießener Anglistik, die bekanntlich auch eine tragende Säule des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) ist, konnte sich bei 52 untersuchten Universitäten in allen Bereichen in der Spitzengruppe behaupten. Bezogen auf Drittmittel liegt die Anglistik auf Platz 2 hinter der LMU München, bei den Publikationen auf Platz 1, bei den Promotionen auf Platz 7 und bei der Reputation auf Platz 3.

Dass sein eigenes Fach, die Psychologie, sich weiter steigern und inzwischen recht weit vorn platzieren konnte, freut den Sozialpsychologen Prof. Hormuth natürlich besonders. Früchte tragen hier offenbar auch die gute und enge Kooperation mit der Universität Marburg (beide haben gemeinsam sowohl ein Graduiertenkolleg als auch eine Forschergruppe). Bei der Einwerbung von Drittmitteln erreichen die Gießener Wissenschaftler Platz 7, bei den Publikationen sogar Platz 6. Nicht ganz so viele Promotionen wurden in Gießen abgeschlossen, so dass sich hier nur Platz 13 ergibt. Bedauerlich ist höchstens, dass sich diese Erfolge offenbar noch nicht so stark bei der Reputation niedergeschlagen haben (Platz 14). Insgesamt wurden 44 Universitäten in dem Bereich untersucht.

58 Universitäten wurden im Fach Geschichte zum Vergleich herangezogen. Bei den Drittmitteln liegt die JLU hier insgesamt auf Platz 13, wird aber bei den Drittmitteln je Wissenschaftler sogar zur Spitzengruppe gerechnet. Bei den Publikationen ergibt sich insgesamt Platz 21 (bei den Publikationen je Wissenschaftler gehört die JLU wiederum zur Spitzengruppe), bei den Promotionen Platz 29.

Die Erziehungswissenschaft ist ein "Sorgenkind" der JLU. Ein Platz 39 bei den Drittmitteln, Platz 23 bei den Publikationen und Platz 44 bei den Promotionen kann nicht zufriedenstellen, auch wenn sich diese Platzierungen zu einem großen Teil mit der hohen Belastung der Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der Lehre durch die Verantwortung für die Lehrämter erklären lassen. Maßnahmen zur Verbesserungen sind eingeleitet und werden hoffentlich beim nächsten CHE-Ranking greifen. Insgesamt wurden in dem Bereich 49 Universitäten untersucht.

Stichwort CHE-Ranking

An welchen Universitäten finden Wissenschaftler in welchen Fächern die besten Bedingungen vor? Das aktuelle CHE-Ranking vergibt keine ersten Plätze, sondern schafft eine Gesamtorientierung. Alle drei Jahre erfasst das Centrum für Hochschulentwicklung eine von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragene Einrichtung - in Zusammenarbeit mit der ZEIT die Forschungsleistungen von einem Teil von insgesamt 16 gerankten Fächern. Neu bewertet wurden 2007 die Fächer Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik, Anglistik, Geschichte, Psychologie und Erziehungswissenschaften.

Prof. Hormuth macht darauf aufmerksam, dass die "Spitzengruppe" im CHE-Ranking für die JLU wenig aussagekräftig ist. Fächer, die an der JLU besonders forschungsstark sind, wie Agrarwissenschaften oder auch Veterinärmedizin, sind nämlich insgesamt für CHE zu klein und werden infolgedessen nicht bewertet.



Kontakt:
JLU-Pressestelle
Ludwigstraße 23
35390 Gießen
Telefon: 0641 99 12041
E-Mail: pressestelle@uni-giessen.de

Weitere Informationen:


Charlotte Brückner-Ihl, Justus-Liebig-Universität Gießen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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